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Dazu ten Hag (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Dienstag, 23.08.2022, 14:25 (vor 1472 Tagen) @ Sascha

Habe ähnlich gedacht - was für ein Unterschied von United gegenüber der letzten Woche
Ob man jemals unsere Spieler mit so einem Spirit über den Platz jagen sehen wird?
Ein Lehrbeispiel


ten Hag war da sehr deutlich, er kann viel akzeptieren aber nicht, dass der Gegner deutlich mehr Siegeswillen zeigt als sein Team.

Terzic hat doch so ziemlich fast dasselbe gesagt. Klingt nach einem Sieg aber halt natürlich viel besser als wenn man eins aufs Dach bekommen hat.


Sagen kann man viel. Die Einstellung war ja in großen Teilen auch ok. Nur gilt es auch, dass der Trainer seinem Team einen Plan mitgeben muss, wie man ne 2:0 Führung spielt.


Das hat doch alles nichts mit Plan, oder nicht Plan zu tun. Bis zum Anschlusstreffer sah alles danach aus, als ob das Spiel locker austrudeln würde. Dieses eine Tor hat dann mental alles gekippt und das Spiel eine irre Eigendynamik angenommen.

Das sehe ich anders, wobei ich die besondere Dynamik der Schlussphase ausklammere.

Die Niederlage an sich ist für mich dabei weniger relevant. Man kann verlieren, man kann auch in dummer Art und Weise verlieren. So etwas passiert halt. Nicht schön, sollte nicht so sein, aber so ist Fußball nun einmal mitunter. Wobei es schon erschreckend war zusehen zu müssen, wie in der Schlussphase Mannschaft und Trainer der Bremer alles richtig und Mannschaft und Trainer des BVB alles falsch machen.

Was mich vielmehr sehr nachdenklich stimmt ist das gesamte Spiel vor der 89. Minute. Werder als Aufsteiger war das spielerisch überlegene Team, hatte (bei insgesamt nicht so sehr vielen Torchancen auf beiden Seiten) mehr und bessere Chancen. Das lag keineswegs an individueller fußballerischer Überlegenheit, sondern an einem klaren taktischen Plan, den die Spieler auch diszipliniert umgesetzt haben. Da man seine Chancen nicht nutzen konnte und überdies Pavlenka im Tor einen sehr schlechten Tag erwischt hatte, lag man allerdings unglücklich mit 2:0 zurück.

Spiele werden im Mittelfeld entschieden heißt es gerne, was auch meistens zutrifft, aber auch nicht immer. Werder hatte am Samstag das bessere Mittelfeldspiel als der BVB und hätte doch bei Ausklammerung der Schlussphase verloren. Dennoch lohnt sich mAn ein Blick auf diese Mittelfeldspiel Werders, das auf der Spielweise der Zweitligasaison fußt. Man kann es auch als Weiterentwicklung sehen, da der lange Ball kaum noch zu sehen ist. Und das bei einer fast schon chronischen Mittelfeldschwäche. Auffällig war für mich u.a., dass Werder im Ballbesitz immer eine Anspielstation gerade im Mittelfeld hatte. Dass wir das nicht versucht haben zu unterbinden, fand ich schon etwas merkwürdig.

Der Kicker weist auf einige wesentliche Aspekte des Werderspiels hin:

https://www.kicker.de/das-mutige-spiel-des-sv-werder-bremen-in-der-bundesliga-914311/artikel

Ohne nun auf die einzelnen Aspekte weiter einzugehen oder diese zu ergänzen, auffällig war die taktische Disziplin, mit der jeder Spieler Werders der beschriebenen Marschroute gefolgt ist bzw. diese konsequent und durchgängig eingehalten hat.

Und genau hier lag für mich der Unterschied zwischen beiden Teams. Zugegebenermaßen habe ich nicht sehr viel von einem Plan hinsichtlich des Mittelfeldspiels beim BVB erkennen können. Ich gehe aber davon aus, dass es einen gab. Nur habe ich wenig taktische Disziplin gesehen, sich an die sicherlich vorgegebenen Aufgaben zu halten.

Ole Werner ist sicherlich ein talentierter Trainer, aber sicherlich kein Zauberkünstler. Aber er hat es geschafft, dass eine Truppe, die aus besseren Zweitligakickern und eher durchschnittlichen/unterdurchschnittlichen Bundesligaspielern einen planvollen und dabei noch einigermaßen ansehnlichen Fußball spielt. Die Mannschaft folgt ihm ganz offensichtlich. Sicherlich hat er einen großen Kredit, weil die Mannschaft mit ihm als Trainer aufgestiegen ist. Und wie lange eitel Sonnenschein in Bremen herrschen wird, weiß man nicht. Spielerische Krisen, ausbleibende Ergebnisse, Verletzungsprobleme - das und einiges mehr an negativen Dingen werden früher oder später auf Werner und die Mannschaft zukommen. Und dann wird sich zeigen, ob es weiter so diszipliniert zugehen wird.

Was Werner kann, sollte Edin Terzić auch können. Einen fußballerischen Plan, die Mannschaft davon überzeugen und diszipliniertes Einhalten der taktischen Aufgaben einfordern. Fußballerische Klasse besitzt der Großteil unserer Mannschaft, und das auf oberem Bundesliganiveau oder darüber. Auch wenn ich Terzić nach wie vor als Trainer schlecht einschätzen kann, so sollte er einen klaren spielerischen Plan haben und er sollte auch in der Lage sein, das Team davon zu überzeugen. Und wenn es ihm gelingt, jedem einzelnen Spieler taktische Disziplin einzubläuen, dann wird der BVB auch wieder überzeugend spielen und seien Saisonziele erreichen (woran ich persönlich ohnehin nicht zweifele).


Aber da hätten an der Seitenlinie Tuchel, Pep und Klopp die Köpfe zusammenstecken und den Masterplan für die letzten 5 Minuten auf das Feld geben können - es hätte nichts geändert.

Hm. Glaubst Du nicht, dass diese Drei auf die Einwechselungen Werners reagiert hätten? Kann ich mir nicht vorstellen.

Bei Terzić habe ich jedenfalls nicht erkennen können, dass bzw. wie er darauf reagiert hat. Insofern seh ich was diese denkwürdige Schlussphase anbelangt den Trainer durchaus mit im Boot.

PS Sympathisch finde ich übrigens die Aussage Werners, dass man den Ball haben wolle. Es sei ja schöner den Ball zu haben, als ihm hinterherzurennen. :-)


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