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Fehlende Hierarchie ist eine billige Ausrede (Spieltage)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Sonntag, 21.08.2022, 23:54 (vor 1381 Tagen) @ Kruemelmonster09

Es fehlt seiner Meinung nach an klarer Hirarchie und daran, dass "Dinge in der Mannschaft mal aufgearbeitet werden."


War es nicht ua. seine Aufgabe eine Hirarchie zu formen?

In einer Saison? Wenn ich böse bin hatte Aki eh nie vor Rose länger zu beschäftigten und hatte Terzic nur geparkt bis er Rose absägen kann.

Du kannst Hierarchien in weitaus kürzerer Zeit bilden. Du musst es nur wollen und auch bereit sein, mit dem Ergebnis zu leben.

Grundsätzlich sollte der Drang aus der Gruppe kommen. Sollte das nicht gelingen, gibt es aber durchaus Mittel und Wege der Gruppe bei der Bildung einer solchen Hierarchie zu helfen.

Nennt Zickler dies nun als Punkt, kann ich mir das durchaus vorstellen. Dann frage ich mich aber schon, wie schlecht er und das Team um Rose in Punkto Gruppenführung ist.


Man scheitert als Trainer in der Gruppenführung, wenn man keine Macht hat, bestimmte Spieler, die durchaus Teil des Problems sein können, nicht auf die Bank oder die Tribüne setzen kann, weil sie unter dem Schutz der Clubführung stehen.

Wäre kein spezifisches BVB-Problem.

Ich gebe zu, dass ich diesen Punkt so nicht bedacht habe.

Ob das so als Ausrede aber reicht?
Klar, wir haben in Aki den großen, starken Mann im Verein. Dennoch halte ich es nicht für realistisch, dass ein einfaches Veto von (beispielsweise!) ihm reichen würde, wenn ein Trainer einen Spieler degradiert.

Erst recht nicht, wenn man über ein Jahr auf einen Trainer gewartet hat.

Sollte das Team um Rose wirklich festgestellt haben, dass 2, 3 "Anführer" die Gruppe lähmen und behindern, dann hätte man auch entsprechend handeln sollen.
Was hätte passieren sollen? Druck von oben? Im Zweifel, wenn ich nur noch Gegenwind erhalte, werfe ich hin und argumentierte offen dass ich die Wurzel des Problems angehen wollte, aber daran gehindert werden sollte. Ich arbeite entweder konsequent, oder ich lass es sein.

Gehe ich so, habe ich zwar keinen Posten mehr, erhöhe für zukünftige Jobs aber eindeutig meine Reputation.

Es gab ja nicht mal die kleinen Stellschrauben. Du weißt doch beispielsweise besser wie kein anderer hier im Forum, wie man sich im Werder Kader vor der Saison begegnet ist als der Mannschaftsrat gewählt wurde. Ich gebe der Mannschaft ein Instrument in die Hand, um sich neu aufzustellen, um Hierarchie zu ordnen. Alteingesessene haben sich untergraben gefühlt, scheinen sich nun aber entsprechend einzuordnen.
Ich weiß es wirklich nicht:
Wann wurde bei uns das letzte mal ein Mannschaftsrat gewählt und nicht bestimmt?

Ich weiß es auch nicht.

Wobei Ole Werner eine bestimmte Anzahl Spieler vorgegeben hat, aus denen die Mannschaft dann ihren Spielführer wählen sollte. So ganz ‚frei‘ war die Wahl dann auch nicht. Aber immerhin, der als ‚Youngster‘ empfundene Friedl wurde gewählt, einen Überraschung. Und ein klarer Fingerzeig darauf, dass aus dem Kader heraus eine Hierarcjieänderung gewünscht war.

Allerdings ist die Situation bei Werder eine besondere. Durch den Abstieg, die von der DFL geforderten Transfereinnahmen und gleichzeitig notwendigen Neuverpflichtungen für die 2. Bundesliga hat sich das Gesicht des Kaders geändert. Und das ist durch den Wiederaufstieg fortgesetzt worden. Trainer Werner hat in der 2. Bundesliga im Prinzio fußballerisch das fortgesetzt (und optimiert), was sein Vorgänger Anfang zuletzt implementiert hatte. Und jetzt mit dem Wiederaufstieg ist auch eine fußballerische Veränderung notwendig geworden. Der Zeitpunkt für eine hierarchische Neuordnung kann passender kaum sein.

Friedl hat aber die breite Zustimmung nicht nur erhalten, weil er der am wenigsten etablierte zur Wahl stehende Spieler war. Er hat in der 2. Bundesliga konstant durch Leistung überzeugt. Er wollte eigentlich fort, einn Wechsel zu Union ist quasi in letzter Minute geplatzt. Daraufhin lag er mit der Clubführung überkreuz, sogar von ‚Streik‘ war die Rede. Doch dann fügte er sich und ging mit Leistung voran. Und ohne Leistung zu bringen, wird man nicht von seinen Mitspielern respektiert und dann auch gewählt. Und die anderen zur Wahl stehenden Spieler haben am Ende keine andere Wahl als das Ergebnis zu akzeptieren.

Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr kann ich mich mit der Idee anfreunden, wenn man beim BVB ähnlich vorgehen würde. Basisdemokratie wird da sicherlich fehl am Platze sein, aber ein wenig ‚mehr Demokratie wagen‘ kann vielleicht hilfreich sein.


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