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Weizenpreis bricht alle Rekorde (Politik)

Ulrich, Mittwoch, 09.03.2022, 07:04 (vor 1394 Tagen) @ RE_LordVader

Also wenn man die tatsächlichen Gegebenheiten so anschaut, kann man zu dem WinWinWin - Schluß nun wirklich nicht kommen…

China importiert recht viel Energieträger, die sich durch den Konflikt sehr verteuert haben, China importiert viel Weizen, der aktuell auch enorm teuer ist. China exportiert recht viel „Wohlstandtsmüll“ (also „Billig-Luxus-Produkte“): wer soll das kaufen, wenn die Menschen in allen Ländern vermehrt ihr Geld für Strom/Gas/Sprit und Lebensmittel aufwenden müssen.

Im Gegenteil sehe ich da auch für China eine LoseLoseLose Situation.

Vollkommen richtig. Diese Krise könnte China wirtschaftlich gleich von mehreren Seiten in die Zange nehmen. Das chinesische Modell funktionierte in der Vergangenheit auch so gut, weil man die eigenen Staatsbürger zwar auf der einen Seite komplett kontrolliert, aber weil auf der anderen Seite ein Großteil Jahr von der wirtschaftlichen Entwicklung profitiert. Bis zu Corona galt zuverlässig, dass es den Chinesen am Ende eines Jahres besser ging als am Jahresanfang.


Und deren Haltung gründet sich mMn eher auf deren Interessen an völkerrechtswidrigen und fragwürdigen Aktionen in Hongkong und Taiwan, die im Schatten des Krieges eher „durchgehen“ . Und ja, auch weil Putin und Xi halt Brüder im Geiste sind….

Nicht nur "Brüder im Geiste". Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, dann haben sich beide bisher etwa fünfzig Mal persönlich in China oder in Russland getroffen. Das ist für zwei Staatschefs eine ausgesprochen hohe Zahl. Man sagt den beiden ein sehr gutes persönliches Verhältnis nach. Und auch im Vorfeld der Ukraine-Invasion hat es noch so ein Treffen gegeben.

Trotz dieses Treffens wirkte China nach außen überrascht vom russischen Einfall. China hat wirtschaftliche Interessen in der Ukraine, dort leben chinesische Staatsbürger. Bis die Evakuierungsmaßnahmen von Botschaft und Außenministerium anliefen, dauerte es einige Tage. Und auch die chinesische Regierung blieb etwa eine Woche stumm. Laut westlichen Beobachtern gab es wohl unmittelbar nach dem Angriff eine mehrtägige Klausurtagung der kompletten chinesischen Führung.

Xi selbst hat jetzt zudem unter Umständen ein Problem. Entweder hat Putin ihn trotz des zuvor immer wieder zur Schau gestellten sehr engen Verhältnisses nicht über die bevorstehende Invasion informiert. Dann wären Meldungen über eine Verschiebung der Invasion auf Bitten Xis wegen der laufenden olympischen Winterspiele falsch. Oder aber Xi wusste etwas, dann sind Informationen aber nicht innerhalb des chinesischen Regierungsapparates weitergegeben worden. Beides wäre nicht gut für den Ruf eines "Allwissenden Großen Führers".


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