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Britische Geheimdienste berichten über ähnliche Herangehensweise der Russen wie in Syrien und Tschetschenien (Politik)

Ulrich, Sonntag, 06.03.2022, 13:33 (vor 1402 Tagen) @ Hässlicher_Ork

Ich glaube, seine grossrussischen Ansprüche haben sich in der ersten Woche sehr stark relativiert. Er hat den Widerstand gesehen, auch in der russisch-sprachigen Ukraine, wo er wohl wirklich von ausgerollten Teppichen ausging. Es geht nun vor allem um Exitstrategien ohne Gesichtsverlust.

Die Frage, welchen Kontakt Putin zur Realität hat, stellte sich schon vor der Invasion. Und sie stellt sich auch jetzt noch. Jedem normalen Menschen müsste eigentlich klar sein, dass die Situation militärisch komplett verfahren ist. Aber weiß Wladimir Putin das? Oder glaubt er noch immer, man könne die Situation mit stalinistischen Methoden in den Griff bekommen? In der Vergangenheit hat das im russischen Zarenreich und später in der UDSSR fast immer funktioniert.

Wladimir Putin könnte diese Situation politisch lösen. Er müsste dafür die russische Offensive stoppen. Hürde eins wäre, dass er wissen müsste, wie die Situation tatsächlich aussieht. Hürde zwei wäre, dass er dann vermutlich "sein Gesicht verlieren" würde.


Die Ukraine wird er nicht halten können oder nur mit Riesenblutzoll. Die schieren Dimensionen sind eine Andere als in Tschetschenien, Südossetien und Abchasien. Der Westen würde die Sanktionen auch nicht aufheben, solange Putin die Ukraine besetzt. Ukraine, heim in's Reich? That ship has sailed.

Die Reaktion "wenn ich es nicht bekomme, dann sorge ich dafür, dass du auch keinen Spass daran haben wirst!" begleitet uns Alle seit Kleinkindalter. Ich halte es für ein realistisches Szenario, die Infrastruktur flächendeckend zu zerstören. Aus zwei Gründen:
1. Je kaputter das Land, desto kleiner die Chance, dass dort in den nächsten Jahrzehnten ein starker Staat und eine prosperierende Wirtschaft und Gesellschaft (unter westlicher Prägung) entsteht. Das halte ich für die grösste Gefahr für Russland und Weissrussland, dass die eigene Bevölkerung nämlich merkt, es ginge einem unter anderer Führung deutlich besser. Ein schwacher und korrupter Staat lähmt sich zudem auch militärisch. Nur schon der schwelende Konflikt in der Ostukraine hat das Land zurückgebunden. Wie wirkt sich die russische Invasion aus?

2. Der Westen muss neben den Milliarden für Aufrüstung auch Milliarden in den Wiederaufbau stecken. Es gibt genug Pissparteien, die genau mit dem Stimmung machen werden.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich traue es Putin zu 100% zu. Er ist empathiefrei.

Ich befürchte darüber hinaus, das Putin noch immer in seiner eigenen Realität lebt. Er könnte durchaus der Meinung sein, dass er die Ukraine mit brutalem Terror doch irgendwie "befrieden" könnte.


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