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Guerreiro (Spieltage)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Montag, 28.02.2022, 14:19 (vor 1403 Tagen) @ Trainer09

Vielleicht soll Guerreiro ja auch in den 10er-Raum ziehen? Dass er die Rückwärtsbewegung dann frei interpretiert, dürfte allerdings keine Vorgabe sein.. ;-)


Das schließt sich ja leider aus. Wenn man auf der 10 steht, dann kommt man, wenn der Ball angefangen ist, ja leider nicht mehr zurück ;) ich frage mich da wirklich, ob das einfach soweit ignoriert wird, weil man damit Tore wie gegen Gladbach schaffen kann, und er da frei ist... Oder ob man es ihm verbietet und er es trotzdem macht?
In welcher Mannschaft gibt es einen freien Linksverteidiger? Nicht mal Roberto Carlos und Marcelo haben so gespielt in ihrer Karriere.

Ich muss da an Philip Lahm denken. Nicht nur, aber hauptsächlich in seiner Zeit als Rechtsverteidiger unter Guardiola, aber auch schon unter Heynckes.

Der Spielaufbau lief oftmals über Lahm, der vom Defensivflügel kommend in das zentrale Mittelfeld zog und sich durchaus auch in den 10er-Raum bewegte.

Was allerdings nicht zur Folge hatte, dass der eigentlich von Lahm einzunehmende Raum unbesetzt blieb. Heynckes und natürlich noch viel mehr Guardiola waren/sind Verfechter eines modernen Positionsspiels. Ganz banal ausgedrückt bedeutet dies, dass ein Spieler durchaus eine andere Position auf dem Feld einnehmen kann (und definitiv auch soll), ein anderer Spieler dafür den verlassenen Raum übernimmt. Das kann durchaus auch eine veränderte Formation auf dem Feld bedingen. Was wiederum bedeutet, dass ganze Mannschaftsteile und mitunter die gesamte Mannschaft automatisch diese Veränderung mitgestalten. Was wiederum ein hohes Maß an taktischem Verständnis, Konzentration, eingeübten Abläufen und Mechanismen sowie Eingespieltheit verlangt.
Dies gilt dann auch für die Rückwärtsbewegung im Falle eines Ballverlustes, wenn das Gegenpressing nicht funktioniert.

Bei uns stellt sich sicherlich das Problem, dass es an taktischem Verständnis einiger Spieler mangelt, keine eingespielten Abläufe und automatisierte Mechanismen gibt, viele Ausfälle immer wieder Eingespieltheit beeinträchtigen. Auch scheinen wir ein Konzentrationsproblem zu haben.

Das alles ist für mich allerdings der Kernpunkt des Problems. Dieser liegt (Ich hatte dies vor kurzem bereits einmal angesprochen) liegt im eher rudimentären Positionsspiel unserer Mannschaft. Was bei einem Pressingfußball-Apologten als Trainer auch nicht weiter verwundert. Modernes Positionsspiel und Rose - das sind eher unterschiedliche Welten.

Man kann die Dinge, die man betreibt, versuchen zur Perfektion zu bringen. Was offensichtlich der übergeordnete Ansatz z.B. der Dosenteams ist. Im Kosmos der Salzburger Dosen kennt man nur einen Fußballstil, und alles ist danach ausgerichtet, alles wird dem untergeordnet; man kennt quasi nichts anderes. Das macht eine Mannschaft gut und es macht sie besser, wenn man immer nach Perfektion strebt. Es entwickelt sie aber nicht unbedingt weiter. Was so auch für die Trainer aus einem solchen Kosmos gilt. Hätte sich Kloppo nicht als Trainer gerade im taktischen Beriech (gerade auch im Bereich des modernen Positionsspiels) weiterentwickelt und hätte er am Fußball der Saison 10/11 festgehalten, dann wäre er heute Mittelmaß und nicht Spitze.


Es ist aber nicht so, dass die sportliche Leitung des BVB die Probleme auf den einzelnen Positionen nicht sehen würde. Man hat sie auch bereits in den letzten Jahren durch Transfer lösen wollen, lag dabei allerdings nicht immer richtig (friendly speaking).


Du kannst es ja nur durch einen Transfer lösen: Guerreiro von uns weg. Das ist ja nicht geschehen. Da kann Nico Schulz noch so sch... (Zitat) sein,

Solange man keinen geeigneten Spieler auf dem Markt findet bzw. einen solchen nicht verpflichten kann, ist es besser, mit den vorhandenen Spielern zu arbeiten. Nur sollte man als Trainer mMn nicht immer prospektiv an seinem Wunschfußball arbeiten, wenn der vorhandene Kader dies nicht hergibt. Nicht immer, aber des öfteren ist es besser, pragmatisch den Fußball spielen zu lassen, den das Team aktuell beherrscht. Änderungen kann ich dann mit neuen und geeigneten Spielern dann um der Saisonvorbereitung angehen.

Ich bin mir absolut sicher, dass die sportliche Leitung sich auch zur neuen Saison intensiv um eine Optimierung insbesondere beider Außenverteidigerpositionen, der Innenverteidigung und des defensiven Mittelfeldes bemüht. Ob es bei knapper Kasse und großem Wettbewerb um einzelne Spieler (es handelt sich z.T. um Mangelpositionen) dann auch zur gewünschten Besetzung kommen wird, muss sich zeigen.

Da bin ich leider nicht deiner Meinung. Ich glaube nicht, dass Guerreiros Verhalten als No Go eingestuft wird.
Ich wundere mich hier im Forum auch über die Argumentation bzgl Guerreiro oftmals. Bei Kritik wird darauf hingewiesen, dass er aber ein feiner Fußballer ist, dass er Vereinstreu ist. Und vieles mehr... Akzeptiere ich auch alles, sehe ich auch. Aber für mich sind leider (!) die negativen Auswirkungen seines Spiels so stark, dass er durchs Raster fallen müsste. Man hat wohl auch ein Stück weit versagt, ihn zu einem omnipotenterem Spieler zu Formen.

Es ist nicht nur eine Frage des Verhaltens Guerreiros, sondern mehr noch eine Frage des taktischen Verhaltens der Mannschaft und des Trainers (s.o.)

Guerreiro ist in Tat ein feiner Fußballer und ich persönlich sehe ihm gerne zu. Nur weder l‘art pour l‘art, noch unausgereiftes taktisches Vorgehen machen aus einem feinen einen effektiven Fußballer. Da müssen sich andere an die Nase fassen.


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