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Der BVB hat sich auf dem Transfermarkt verirrt (BVB)

koom, Montag, 07.02.2022, 17:26 (vor 1691 Tagen) @ Strobedo

Hmmm... das ist alles nicht so einfach, aber im wesentlichen gebe ich dir recht. Ich schreibe immer ganz gerne was genau zu dem Thema, weils mein Steckenpferd ist. ;)

Mal den Kernsatz, der strittig ist:

Aus meiner Sicht wäre es sinnvoller und im Übrigen erträglicher und schöner für uns Fans, wenn man statt ins oberste Talente-Regel mal ins zweite Regal greifen würde und sich auf Spieler fokussiert, für die der BVB leistungsmäßig die Endstation darstellt

Vor ein paar Wochen ging es genau darum, dass dem BVB momentan die Großkreutze und Schmelzers fehlen. Und ich denke auch nach wie vor, dass dem so ist. Aber das auf "das zweite Regal" zu reduzieren ist zu einfach. Man kann jetzt nicht einfach nen 26jährigen aus der 2. Liga holen und der rackert sich die Seele aus dem Leib, weil er weiß, dass er eigentlich zu schlecht ist. ;-)

Dem BVB fehlen 2-3 Spieler im Stamm, die vor allem ihre Rolle erfüllen und nicht primär für Spektakel oder Offensive da sind. Pisczek, Schmelzer, Großkreutz und einige weitere sind da typische Namen. Von denen hat keiner Superdribblings, X Vorlagen oder Tore erwartet, sondern im Grunde nur die "sonstige Leistung". Kilometer machen, Räume dichtmachen, mal herzhaft nach vorne oder hinten sprinten.

Wenn ich durch den Dortmunder Kader schaue, dann dominieren dort EXTREM Spieler, die vor allem für ihre Offensivfähigkeiten bekannt geworden sind. Und das beginnt schon in der Abwehr, komplett von links nach rechts. Selbst Witsel, den hier viele für einen reinen Defensivspieler halten, ist auch und gerade eher als Khedira-artiger 8er bekannt geworden, der vorne auch mal mitmischt. Aber Khedira wurde ja auch lange als der Defensivere vom Schweinsteiger-Khedira-Duo betrachtet...

Süle ist aus meiner Sicht ein guter Transfer. Exzellenter Allrounder-IV, stark am Mann, schnell, gutes Alter. Und macht keine spektakulären Sachen. Wenn man als nächsten Schuss sich jetzt mal einen 6er holt, der seinen Job tatsächlich erst mal als "Defensivakteur" sieht und nicht als "tiefer Spielmacher", dann ist da eine gute Basis vorhanden, auf der plötzlich auch andere Spieler, die gerade schon abgeschrieben werden, wieder besser werden könnten.

Es muss aus meiner Sicht nicht zwingend ein "Gerade-So"-Talent sein, dass wie einst Schmelzer im Grunde nur da ist, weil man keinen besseren backen kann (was auch mehr ein Scherz war), sondern man braucht auch mal endlich Spieler, die Ruhe ins Spiel bringen, damit vorne die Wilden am Ende des Tages auch mehr Bälle kriegen.

Ich befürchte, dass uns ansonsten bald ein ähnlicher Weg bevorstehen wird wie unseren Nachbarn oder dem HSV. Es wird (hoffentlich) nicht so dramatisch.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sowas passiert, ist IMO höher als die, dass man mit dem Niveau der Bayern nachzieht (außer, wenn die mal stärker nachlassen - nicht unmöglich).


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