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Kuntz kritisiert: "Einige große Vereine wollten nicht helfen" (Fußball und Sport allgemein)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Dienstag, 06.07.2021, 14:12 (vor 1656 Tagen) @ DomJay
bearbeitet von Will Kane, Dienstag, 06.07.2021, 14:21

Guckt sich überhaupt jemand Fußball bei Olympia an? Das letzte was ich da sehen will ist Fussek. Wenn man daß ganze Jahr mit Fußball zugeballert wird schaut man sich eh mehr die anderen Wettbewerbe an.


Um ehrlich zu sein habe ich nie verstanden warum es eine Weltmeisterschaft der FIFA gibt, wenn man doch alle vier Jahre ein olympisches Turnier hat. Ich fand es immer schade, dass bei den Olympischen Spielen nicht die Besten der Besten ihrer Länder antreten dürfen. Die Olympischen Spiele sind für mich aus gesamtsportlicher Sicht viel mehr wert als eine Weltmeisterschaft. Insbesondere weil die Sportart dann als Teil des sportlichen Gesamtkomplexes eingebettet ist und alle Sportler in den sogenannten olympischen Dörfern gemeinsam leben, nicht wie bei einer WM alle für sich abgeschottet und einkaserniert ohne Möglichkeit andere Menschen und Kulturen kennen zu lernen.


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Aber auch ansonsten ist es üblich eine WM zusätzlich zu Olympia zu haben. Die Frage wäre eher, warum Fußball olympisch ist. Ich bin eigentlich ganz froh, dass bei Olympia nicht alle Top Stars spielen und so das gesamte Spotlight bekämen.

Die Olympischen Spiele sind das größte Sportereignis der Welt und es ist einmalig, dass hier Sportler aller Nationen und der meisten Sportarten zusammenkommen.

Als Sportart olympisch zu werden ist wie ein Ritterschlag und kann der Sportart erheblichen Aufwind verleihen. Es kann auch unterstreichen, wie sehr sich eine neue Sport etabliert hat. Nicht mehr olympisch zu sein kann hingegen eine Sportart ins endgültige Abseits befördern.

Bei weltweit vorbereiteten und populären Sportarten ist letzteres sicherlich nicht der Fall. Sie existieren nicht nur jenseits der Teilnahme an Olympischen Spielen, ihre Weltmeisterschaften z.B. sind selbst sportliche Großereignisse von Weltrang. Fußball und Rugby stechen hier sicherlich hervor; aber für den Straßenradsport (Tour de France), Tennis (Wimbledon) oder Triathlon (Ironman Hawaii) gilt ähnliches.

Dennoch sind auch diese Sportarten bei Olympia vertreten und die entsprechenden Verbände wollen dies auch so. Auch wenn wie z.B. im Rugby oder im Triathlon spezifische und z.T. starke Modifizierungen erforderlich sind, um in Ablauf und Rahmen Olympischer Spiele zu passen. Denn auch Fußballer, Triathleten, Rugby- oder Tennisspieler sind Sportler. Die Teilnahme als Sportart an Olympischen Spielen betont dies, trotz oder gerade wegen der hohen Professionalisierung dieser Sportarten.

Wobei Professionalisierung ein gutes Stichwort ist. Die ersten Fußballweltmeisterschaften 1930 in Uruguay wurden nur deshalb ins Leben gerufen, weil für die Olympischen Spiele 1932 in Los Angeles Fußball als Sportart gestrichen worden war. Der Grund hierfür lag darin, dass infolge der zunehmenden Professionalisierung des Fußballsports die Grenzen zwischen Amateur- und Berufsspielern immer mehr verschwammen. Bis dahin waren die Olympischen Spiele (sie es ja auch erst seit 1896 als wiederaufgegriffene Idee der Antike gab) das Ereignis, bei dem sich die Fußballnationalmannschaften auf höchster Ebene maßen.

Olympia hat den Amateurgedanken gemäß der Vorstellungen des Initiators Pierre de Coubertin über lange Jahrzehnte immer hochgehalten, was zunehmend zu Reibungen zwischen dem ‚hehren‘ Amateurgedanken und dem ‚profanen‘ Profisport führte. Was zu tragischen Entscheidungen führte wie z.B. der Aberkennung der Goldmedaille für den Zehnkämpfer Jim Thorpe, weil dieser zeitweilig Geld für Basketballspielen erhalten hatte. Was aber auch zu pharisäerhaften Zuständen führte, wie z.B. im Fußball. ‚Staatsamateure‘ der kommunistischen Staaten spielten als De-facto-Vollprofis sowohl bei Olympischen Fußballturnieren, als auch bei Fußballweltmeisterschaften. Und nicht wenige ‚Amateurfußballer‘ aus Ländern mit Profiligen erhielten verdeckt Geld von ihren Clubs und waren zumindest Halbprofis.

Nach der überfälligen Aufhebung des Startverbots für Berufssportler ergab sich dann das neue Thema, dass das Olympische Fußballturnier mit dem Spielbetrieb der Profiligen kollidierte. Nicht nur im Fußball, sondern beispielsweise auch im Eishockey (Stanley Cup). Was das Finden von Kompromissen notwendig machte. Und den Kompromiss, den der Fußball hier mit ‚U 23 plus X‘ gefunden hat, finde ich persönlich recht passabel.

Man wird es sicherlich nie allen recht machen können. Aber mit ein wenig good will und für alle Beteiligten einigermaßen zufiedenstellenden Kompromissen sollte man die Singe schon unter einen Hut bringen können.

Ich jedenfalls werde das Olympische Fußballturnier aufmerksam verfolgen. Und der deutschen Delegation die Daumen drücken. Olympiasieger bleibt man immer. Und auch wenn man in einem Finale nicht siegt, gewinnt man immer die Silbermedaille.


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