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Was mich von diesen ganzem Gedöns abschreckt,... (BVB)

Sascha, Dortmund, Donnerstag, 31.12.2020, 10:14 (vor 2130 Tagen) @ pactum Trotmundense

Ich merke einfach an mir, dass mich dieser ganze Kram ziemlich entemotionalisiert. Vor zehn Jahren, oder so, hätte mich sowas vermutlich total empört, so wie es mal die weißen Streifen in unserem Trikot gemacht haben. Mittlerweile finde ich so etwas eher grenzdebilen Unsinn, aber für wirkliche Empörung sorgt nicht einmal die Möglichkeit, darüber in Zukunft etablierte Fanstrukturen zu übergehen. Das wird mir Schritt für Schritt egaler. Und das ist das Ergebnis einer Entwicklung, von der dieses Token und dieser lächerlich alberne Marketingsprech, den man nicht besser hätte satirisch nachzeichnen können, nur ein Baustein ist.

Fußball und Borussia fokussiert sich für mich immer mehr auf das reine Ballgetrete am Spieltag. Dieses ganze Fickbusiness drumherum sorgt mittlerweile für bloßes Achselzucken. Das mag einerseits gesünder und auch objektiver sein, andererseits spüre ich da auch einen Schmerz, weil etwas fehlt. Im Fußball allgemein und im Vereinsleben besonders etwas Idealistisches zu sehen Dort Werte zu erkennen, für die es sich lohnt, einzustehen und zu streiten, war auch eine sehr schöne und gemeinschaftsstiftende Sache. Ich bin mir ehrlich gesagt relativ sicher, dass ich heute nicht mehr fast vier Stunden nach Hamburg fahren würde, um dort vor dem Stadion das Spiel im Radio zu hören. Natürlich spielt da auch mit rein, dass ich jetzt zwei Kinder habe und Freizeit am Wochenende dadurch einen anderen Stellenwert hat... aber eben auch, weil ich nicht mehr an diese Ziele glaube. Es ging für uns Fans in den letzten Jahren nie nach vorne, es war ein permanentes Rückzugsgefecht, bei dem es nur darum ging, so wenig Boden wie möglich zu verlieren.

Weil dieses Geschäft einfach nichts anderes zulässt als mehr oder weniger symbolische Zugeständnisse. Die generelle Richtung ist einfach das Mehr. Und damit ist in der Regel mehr Geld gemeint. Und auf der Suche darin, werden immer abstrusere Wege beschritten, wie eben dieser Tokenquark. Platz für Werte und Idealismus bleibt da kaum noch.

Dabei möchte ich jetzt die wirklich gute Arbeit einzelner, die sich auch im Konzern BVB für Fans, Werte und gesellschaftliche Belange einsetzen, gar nicht kleinreden, aber ich sehe einfach nicht mehr, dass der Profifußball diese idealistischen Werte erfüllen kann, die ich mal in ihm gesehen habe. Das sind so ganz banale Dinge wie Gemeinschaft, Ehrlichkeit, moralische Integrität. Dem widersprechen eben solche Modelle, die Teilhabe gegen Geld anbieten, völlig.

Wer Spaß daran hat, soll es machen, auch wenn es mich doch mit Schadenfreude erfüllen würde, wenn der BVB damit tierisch auf die Fresse fallen würde, so wie mit anderen glorreichen Ideen wie der Teilnahme am Autorennen. Meins ist das alles nicht mehr, aber das ist dann wohl auch der Weg, auf dem es weitergeht.


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