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Neu auf schwatzgelb.de: Peinlicher offener Brief (BVB)

markus, Freitag, 30.10.2020, 12:15 (vor 2183 Tagen) @ Sascha

Ich möchte mal auf einen Punkt eingehen, bei dem ich glaube, dass der Fußball zu schlecht wegkommt:

"Dass der BVB die Beschlüsse mitträgt, ist gnädig. Sollte aber selbstverständlich sein."

Nein, das finde ich gar nicht. Generell war die Kommunikationsstrategie von Anfang an mehr als fragwürdig. Der Profifußball hat sich arrogant, selbstherrlich und selbstüberhöhend dargestellt. Aber im Endeffekt hat man mit der Politik kommuniziert und sich den Beschlüssen gebeugt. Dass das eben nicht selbstverständlich ist, zeigen die vielen Klagen von Verbänden, Unternehmen und Einzelpersonen. Gleich zu Beginn haben große Häuser gegen die Limitierung auf 850 qm geklagt. Verbände haben in einzelnen Ländern Sperrstunden gekippt und Mitglieder im Haushalt einer positiv getesteten Person dürfe auch nicht mehr ohne Tests in Quarantäne gesetzt werden. Und sicherlich werden die aktuellen Maßnahmen in den nächsten Tagen die Gerichte massiv beschäftigen.

Diese legitimen Weg der Klage sind die Vereine nie gegangen. Mit Sicherheit auch, weil man teure Retourkutschen befürchtet. Zum Beispiel in Form einer bundesweiten Berechnung der Einsatzkosten von Polizei. Allerdings hätte man das auch als Problem von morgen sehen können und sich um das Hier und Jetzt, indem einige Vereine mit dem Rücken zur Wand stehen, kümmern können.

Ich halte es nicht für selbstverständlich, dass die Beschlüsse so akzeptiert werden und würde das dem Fußball als kleines Plus anrechnen. Auch wenn gewiss ein Eigennutz dabei ist.

Man muss das aber auch in Relation setzen. Die allermeisten Einzelhändler, Kleinunternehmer usw. haben die Beschlüsse ebenfalls akzeptiert. Was sind ein paar wenige Klagen auf X-tausend Unternehmen? Nur ein absolut verschwindend kleiner Bruchteil. Der überwältigende Anteil hat die Beschlüsse ebenso selbstverständlich akzeptiert, wie die Fußballvereine.

Zudem ist die Situation auch eine andere. Fußballvereine haben mehrere Einnahmequellen, da brechen „nur“ die Zuschauereinnahmen weg. Wenn ein Kleinunternehmer komplett schließen muss, brechen gleich alle Einnahmen weg. Da entstehen unmittelbar Existenzängste.

Ich fand Zorcs Aussagen im letzten Interview bei Sky passend. Sinngemäß: Wir akzeptieren die Beschlüsse und wollen nicht rumheulen, wir wissen, dass andere jetzt echte Existenzängste haben“.


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