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Macht Sinn (BVB)

ersiees, augsburg, Donnerstag, 25.06.2020, 12:32 (vor 2290 Tagen) @ Philipp54
bearbeitet von ersiees, Donnerstag, 25.06.2020, 12:46

"Wer welche Anteile an den Knipsern Akcacer, Haaland und Überflieger Sancho hat, lässt sich nicht fest machen."

Ganz vergessen, hier wollte ich noch drauf antworten.
Naja man kann die Qualität der Spieler durchaus als Unterschiedspieler bezeichnen, also Erling und Jadon definitiv! Der Trainer muss ein passendes System finden, welches aus dem Kader die Stärken besser zur Geltung bringt und ständig dran arbeiten mögliche Schwächen in diesem System kompensiert zu bekommen. Die Frage ob mehr drin war, die muss man diese Saison glaube ich nicht stellen? Es zwar zwar eine nicht ganz einfach Halbserie, besonders Paco erneut mit Verletzung in der Hinrunde und wie auch schon in der Rückserie zuvor, ohne direkten BU fürs Sturmzentrum. Hätte, wäre, wenn... Unvergessen so Spiele wie in Berlin beim Aufsteiger ect. ect. und da muss man halt schon klar sagen, so etwas darf in diesem Ausmaß einfach nicht mehr passieren. Egal wie der Trainer hier intervenieren möchte... Ich versteh auch das bei denen das Stadion brennt, die größte Euphorie vorhanden war und das so ein Spiel absolut auch verloren gehen kann ABER es geht um das WIE man gewisse Spiele letztlich verloren hat und das auch Favre hier Aktien hält, liegt auf der Hand. Ein Trainer kann zwar nicht zaubern aber die Auswärtsschwäche in der Hinrunde, die war eklatant. Wenn ich z.B. das Auswärtsspiel in Freiburg vergleiche (Hinrunde)- welches man noch Last Minute aus der Hand gegeben hat und sich mit einem Remis begnügen musste, so war dies zum Auftritt bei Eisern Union eine Verbesserung und das obwohl man eigentlich die grundlegenden Ambitionen haben muss, beide Spiele zu gewinnen. Um nur diese beiden Spiele kurz noch auf den Punkt bringen zu wollen, gegen Union fand man kaum ein Mittel deren Pressing vernünftig zu bespielen und kam eigentlich kaum richtig ins Spiel und gegen Freiburg hat man sich halt mit der Führung im Rücken in die eigene Hälfte zurückgezogen (scheint ja wieder modern zu werden, den Ball abzugeben- Flick hat es in der zweiten Hälfte in Dortmund nachgemacht, nur erfolgreich eben).

Das Derby in der Turnhalle die selbe Nummer, der Gegner überrennt einen fast mit unbändigem Willen und schon wird es richtig schwer und letztlich glücklicher Punktgewinn. Keine Ahnung wie Favre solche Spiele im Nachgang mit der Manschaft bespricht? Die Hinrunde bot so enorm Licht und Schatten und Favre kannte das ja aus der Vorsaison, wird er es diesmal zur Vorbereitung auf die neue Saison auf dem Zettel haben? Favre legt sich früh auf sein Grundgerüst fest und ich denke nicht das er groß mit der Manschaft andere Varianten einstudiert bzw. großen Wert darauf legt die Manschaft schon in der Vorbereitung flexibler zu gestalten. Er will das sein System funktioniert und konzentriert zu 100% darauf und sucht gefühlt erst Alternativen, wenn sie benötigt werden. Kann man so machen, ein wenig mehr Flexibilität würde ich mir aber schon wünschen. Der Kader ist eigentlich wirklich breit bestückt, mit Spielern die neben Schema A auch Schema B und C umsetzen können sollten. Auch die Umstellung der Defensive im Saisonverlauft hat dies gezeigt, wie wichtig Flexibilität ist und auch zukünftig sein wird. Ich bin nicht beim Training dabei und kann deswegen nur Vermutungen anstellen, die Favre so sicher nicht 100% gerecht werden ABER das auch Favre eindeutige "Fehler" in den letzten Spielzeiten begangen hat, wird er hoffentlich selbst wissen. Es sind teils halt Nuancen die so entscheidend sind und deswegen muss es das A und O sein, die Flexiblität als Trainer und Manschaft zu besitzen, sich nicht von einem besonders aggressiven Pressingsystem des Gegners total verunsichern zu lassen (als Beispiel) sondern auch schon InGame passende Stellschrauben erarbeitet zu haben, um vielfältiger auf die unterschiedlichsten Gegner Antworten finden zu können. Und ich spreche hier ja nicht davon das man durch "easy" Umstellung in der HZ ein 3:0 in München locker biegen kann, sondern eben von solchen Spielen wie Union, Freiburg, Derby Hinrunde usw.

Ja so ist das, wenn man grad nichts zu tun hat und die Saison noch einmal durchgeht und einem so viele Dinge durch den Kopf gehen. Besonders Favre wird doch der Ruf als Taktikfuchs nachgesagt? Selbst die besten Schachspieler können nicht immer Schema A oder Schema B spielen, Flexibilität ist mit ein Baustein, um erfolgreicher zu werden. Man benötigt diese Flexbilität ohnehin zwangsläufig beim BVB, mehr als in München, da die Fluktuation was die Spieler angeht einfach höher ist. Favre kann ja nicht Meunier 1:1 in die Hakimi Rolle pressen wollen, ebenso wenn Sancho geht, wird sich das Spiel verändern und auch die Vorgabe des Trainers muss sich auf den oder die Neuzugänge anpassen. Das ein Teil der Grundidee Favres gezieltes Umschaltspiel ist, hinlänglich bekannt und sicher kein schlechter Ansatz gegen Teams wie Bayern aber das man sich auch in Freiburg bei eigener Führung anfängt hinten reinzustellen, den Ballbesitz dem Gegner überlässt und eigentlich nur noch auf Umschaltmomente wartet, geht gar nicht klar! Kontern ist wichtig (seit Tag 1 erinnere ich mich dran, wie Favre in der PK betonte das auch ein Top Team kontern können muss *g*) aber eben nur ein Teilaspekt, ich hoffe Favre wird auch hier mutiger werden. Ich erwarte keine Dominanz wie die der Bayern von vor 5 Jahren. Die Balance zwischen Angriff und Abwehr muss über eine gesamte Spielzeit besser werden. Wie plant man im ZM und wie plant man jetzt mit Brandt? Witsel/Can? Mit Meunier wird das so eher nicht funktionieren?

Ich hoffe einfach inständig das auch Favre sich weiterentwickeln wird und mit den kommenden Aufgaben wächst. Leichter wird die nächste Spielzeit nicht, auch wenn Leipzig selbst mit Werner den Top Stürmer für verhältnismäßig "wenig" Geld verliert, so hat man bei RB durchaus kein schlechtes Scouting und auch Nagelsmann wird sich noch steigern. Die Bayern werden sich weiter verstärken, Gladbach hat sich unter Rose auch wirklich enorm verbessert und auch Bayer 04 wird als Zielsetzung die Königsklasse ausgeben. Ich bin mir ebenso sicher, jedes dieser Teams will einen nationalen Titel gewinnen, auch in Anbetracht der Übermacht des Rekordmeisters im vergangenen Jahrzehnt und wenn es letztlich eben "nur" ein Pokalsieg ist, so kann ich doch nicht in eine Saison starten (als Top Team wohlgemerkt) mit der Zielsetzung, den Bayern am Ende zu gratulieren...


Viel zu viele Zeilen- sorry dafür!

Ich bin mir bewusst das meine negativen Empfindungen der Arbeit Favres gegenüber, im Kontext krass erscheinen mögen und durchaus nerven können, nachdem man ja jetzt doch keine ultra miese Saison gespielt hat. Ich denke aber schon das Favre wusste worauf er sich einlässt, wenn er zum BVB geht. Nicht vergleichbar mit dem Gladbach welches er damals trainiert hat, nicht vergleichbar mit Nizza oder sonstigen Teams. Die Drucksituation ist natürlich enorm durch die Bayern und eigentlich macht er keinen schlechten Job beim BVB aber nur keinen schlechten Job zu machen, reicht halt auch beim BVB langfristig nicht mehr aus, sofern man sich eben als Verein "verbessern" möchte. Dafür ist er aber auch einer der bestbezahltesten Trainer dieses Landes. Auch deswegen hoffe ich, wird die Saisonanalyse intern nicht mit einem Schulterklopfen beendet, sondern direkt mit dem Blick auf die neue Saison und in welchen Bereichen man sich unbedingt noch steigern muss.

Sofern ich das richtig im Kopf hab, war kurz (Tage/WOchen?) nach der Niederlage gegen die Bayern Brandt im Home-Interview bei Sky, indem er schon etwas geknickt wirkte, als er auf die Meisterschaft angesprochen wurde. Ich war positiv überrascht, sofern ich mich richtig erinnere war da nix zu hören von wegen "ja die Bayern spielen in ihrer eigenen Liga ect." sondern es war deutlich spürbar das die gebrachte Leistung eben nicht ausgereicht hat und das auch Brandt selbst mehr will. Das Bayern nur mit einer fast perfekten Saison zu entthronen ist, kein Geheimnis mehr. Auch den Teilumbruch hat der FCB besser überstanden, als ich das erwartet hätte (besonders Robben + Ribery) und jetzt soll mit Sane vermutlich ein absoluter Schüsselspieler dieses Team noch verstärken. Die Bayern haben durchaus noch Schwachstellen, auch deren Abwehr hat Federn gelassen und aus der goldenen Ära spielen eigentlich nur noch Alaba und Neuer eine tragende Rolle was den Abwehrverbund angeht. Boateng ist zwar noch da und wird auch gebraucht aber zukünftig stellen sich die Bayern das sicher anders vor. Ach nee, über die Bayern will ich eigentlich nicht weiter nachdenken! Hilft alles nix, will man zukünftig auch mal wieder etwas gewinnen, so führt kein Weg dran vorbei sich nicht für einen Vize "Titel" + CL Achtelfinal Ausscheiden + Pokal-Aus gegen einen Absteiger auf die Schulter zu klopfen und zu sagen "wir spielen auf Vereinsrekordniveau was Punkte und erzielte Tore angeht und befinden uns auf einem sehr guten Weg", sondern "wir müssen uns weiter verbessern und jeden Tag hart dafür arbeiten und uns letztlich auch selbst belohnen und nicht darauf warten das andere Teams was liegen lassen"...

Alter Schwede was für ein Text ich wollte schon vor einer halben Stunde aufhören *g*

Sorry für mögliches Off Topic oder Forumsverstoß, für den Fall das ich mich in einem Thread in dem es um den Trainer geht, so weit vom eigentlichen Thema entferne. Naja What the Fuck, Herzensangelegenheit eben! Letzte Saison war ich trotz verpasster Meisterschaft durchaus entspannter, weil schon auch viel Pech dabei (+ viele unerfahrene Spieler auf diesem Niveau) war aber diese Saison war die Hinrunde krass unter meinen persönlichen Erwartungen und hat eigentlich fast jedes zweite Wochenende für schlechte Laune gesorgt, so dass sich letztlich die Kritik zu sehr in mir manifestiert hat und vermutlich erst mit Beginn der neuen Saison langsam weichen wird und hoffentlich der Vorfreude weichen wird.

Nur der BVB!


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