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Das Ende einer Geschäftsbeziehung... (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Donnerstag, 25.06.2020, 11:26 (vor 2290 Tagen) @ herrNick

Und seitens der Clubführung vielleicht die Gelegenheit nutzen, die Ära Klopp engültig als Historie zu begreifen und die eigenen Gedanken davon freizumachen, diese Zeit irgendwie zurückzuholen.


Wobei der letzte Rückholaktion mit Hummels der bisher größte Erfolg dieser Aktionen war. Aber mehr Kandidaten aus der Klopp-Zeit gibt es ja eigentlich auch nicht mehr.

Ich persönlich sehe die erneute Verpflichtung von Hummels nicht als eigentliche ‚Rückholaktion‘.

Wir haben einen Innenverteidiger verpflichtet, der beim Branchenprimus trotz aller Krisen und Probleme zuvor gesetzt war und eine Rückrunde par excellence gespielt hat. Hinsichtlich seiner Defensivfähigkeiten bot er genau das, was uns in der Saison zuvor gefehlt hat und gleiches galt für seine Spieleröffnung, sein Aufbauspiel und seine Fähigkeiten als tiefer Spielmacher aus der Innenverteidigung heraus.

Um seine Fähigkeiten als Führungsspieler wusste die Clubführung zwar primär aus seinen über 8 Jahren beim BVB, also der Vergangenheit. Aber bei Bayern hat er sich in dieser Hinsicht zumindest behauptet, obwohl er sicherlich dort nicht zu den beliebtesten Spielern bei den Teamkollegen zählte. Und in der Nationalmannschaft hatte er sich den Status als Führungsspieler gegen einige Widerstände erarbeitet.

Apropos Nationalmannschaft. Dort war Hummels der einzige BVB-Spieler der Kloppära, der sich wirklich aufgrund seiner fußballerischen Fähigkeiten durchsetzen konnte. Gündogan müsste man eigentlich noch hinzuzählen, doch hier hat seine langwierige Verletzung diesen Prozess zumindest verzögert. Götze hingegen erzielte zwar beim WM-Turnier 2014 im Finale als Einwechselspieler ein historisches Tor, richtig durchsetzen konnte er sich in der Nationalelf allerdings nicht. Auch deshalb, weil es schwierig war, eine für ihn geeignete Position zu finden. Auch Sahin und Kagawa haben sich in ihrer Zeit nach ihrem ersten Engagement beim BVB in ihren jeweiligen Nationalmannschaften nicht weiterentwickelt.

Nach meiner Einschätzung wäre die Verpflichtung von Hummels auch eher unwahrscheinlich gewesen, wenn Bayern nicht den Generationenwechsel in der Innenverteidigung geplant hätte und Kovac (mit dem Hummels Probleme hatte) bereits nach seiner ersten Saison Bayern verlassen und Flick (der ja nicht von ungefähr ins Team geholt wurde) seinerzeit schon übernommen hätte. Der Hansi hat gerade gezeigt, wie er z.B. Boateng, der eine noch wesentlich längere Schwächeperiode hatte als Hummels und ebenso bereits abgeschrieben war, wieder auf hohes Niveau gebracht hat. Auch weil Flick ihn lange kennt, so wie Hummels eben auch. Der Jérôme hat‘s ausgesessen, der Mats in der Rückrunde allen gezeigt was eine Harke ist und dann die Konsequenzen gezogen.

Anders ausgedrückt:
Von den Rückkehrern Sahin, Kagawa, Götze und Hummels war Hummels der einzige, der sich woanders durchgesetzt hatte und sich zum Zeitpunkt des Wechsels zurück zum BVB leistungsmäßig auf hohem Niveau befand. Die Erwartungen, die man in ihn setzte, beruhten also auf konkreter Gegenwart und nicht auf dem nostalgisch verklärten Prinzip Hoffnung, dass alles wieder so werden würde wie früher, wenn der Junge erst einmal wieder im Schoße der Familie weilen würde.


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