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Akanji - Gratuliere Manuel (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Mittwoch, 13.05.2020, 12:37 (vor 2324 Tagen) @ TrainerFuxx

Es ist noch nicht so lange her, dass Frauen mit ihren frisch entbunden Kindern mindestens eine Woche im Krankenhaus blieben und die Väter nur dann und wann zu Besuch kommen durften, dass Väter bei der Entbindung dabei sein können, war auch nicht immer so.


Ja. Besuche von der Ostfront waren halt umständlicher damals. Heute sind die Wege kürzer.

Wenn ich mitunter vom Festival auf der Isle of Wight, dem ersten Europacupsieg der Borussen oder der ersten Mondlandung erzähle, dann klingt das wahrscheinlich für manch Jüngere so wie für mich die Stories meines Großvaters von den Saalschlachten mit den braunen und roten Demokratiefeinden in der Weimarer Republik oder wie meine Großeltern das erste Radiogerät bekamen. Hört sich nach Anno Tobak an, ist es auch und ist dabei im Grunde genommen doch noch gar nicht so lange her. Was aber auch wieder relativ ist.

Ich verstehe Deine Ironie schon, nur als Neil Armstrong als erster Mensch seinen Fuß auf den Mond setzte, da waren in Deutschland (und auch in den anderen Ländern der Welt) Kreißsäle für Väter nach wie vor no-go-areas. Der Zutritt war ihnen schlicht und strikt verboten. Und es wäre wahrscheinlich 99% aller Väter auch gar nicht in den Sinn gekommen, bei der Geburt dabei sein zu wollen. Das war immerhin knapp 25 Jahre nach der letzten Begradigung der Ostfront mitten in Berlin....

Ein Umdenken setzte zwar partiell bereits in den 60ern ein und es gab schon immer vereinzelt Befürworter einer Präsenz des Vaters bei der Geburt seiner Kinder. In die Praxis umgesetzt hat man es allerdings erst in den 70er-Jahren, wo vereinzelt Krankenhäuser damit begannen, dies zu ermöglichen. Was aber längst nicht dazu führte, dass sämtliche Väter diese Gelegenheit nutzten. Es hat noch recht lange gedauert, bis das bei der großen Mehrzahl von Vätern als Normalität angesehen wurde.


......


A) Gratuliere Manuel.
Hoffentlich wird er mindestens so gesund und schlau wie du.

B) Respekt. BVB und Fußball vor dem Erstgeborenen. Hoffentlich bereust du es nicht irgendwann.

Wie oft hört man von Profifußballern, die direkt nach der Geburt ihres Kindes so schnell wie möglich wieder beim Club sind, um beim nächsten Meisterschafts- oder Pokalspiel doch noch mitwirken zu können. Und es sind auch frischgebackene Väter schon direkt nach der Geburt ihres Kindes zu einem WM-Turnier aufgebrochen, was auch mit wochenlanger Abwesenheit einhergeht. Und es gibt auch in anderen Berufsfeldern mitunter Zwänge, die eine längere Auszeit nicht möglich machen.

Wobei ich davon ausgehe, dass Akanji alles mit seiner Frau besprochen haben wird. Beiden kann man nur zur Geburt des ersten Kindes gratulieren.


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