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Freundschaftsspiel (Fußball live)

Will Kane @, Saarbrücken, Donnerstag, 10. Oktober 2019, 22:06 (vor 33 Tagen) @ Rupo
bearbeitet von Will Kane, Donnerstag, 10. Oktober 2019, 22:11

Moin,
alles OK was Du schreibst! NUR wenn Argentinien korrigiert warum kann Deutschland das nicht?

Das gehört nicht zu den größten Stärken Löws, um es einmal so auszudrücken.

Hinzu kommt, dass Löw auch wegen der vielen verletzungsbedingten Absagen nicht die passenden Spieler dabei hatte, um die passenden taktischen Umstellungen durchführen zu können. Es waren zuviele eindimensionale Spieler dabei.

Ich habe im Westfalenstadion meine bitterste Niederlage gesehen 2006 2:0 gegen Italien, ich stand auf der Süd! Und ich habe 2014 im TV gesehen wie das größte BVB Talent den WM Sieg geschossen hat. Das waren alles Mannschaften und kurioser Weise war und ist Löw da irgendwie in Verantwortung gewesen. Aber ich denke Er kann der N11 nicht mehr weiter helfen!
Beste Grüße,
Thomas

Das Halbfinale der WM 2006 hat in der Verlängerung den Unterschied aufgezeigt zwischen einem taktisch erfahrenen Trainer wie Lippi und einem eher unerfahrenen, in mancherlei Hinsicht eindimensionalen Coach wie Klinsmann. Was ich Klinsmann aber überhaupt nicht zum Vorwurf mache. Er war es, der mit seinen in kurzer Zeit konsequent durchgezogenen Änderungen die deutsche Nationalmannschaft wieder auf das richtige Gleis gesetzt hat. Auf die Hereinnahme eines zusätzlichen Offensiven hat man nicht reagiert; ich hatte damals den Eindruck, dass man die Umstellung bei den Italienern Italienern gar nicht erkannt hat. Was mich auch an der Story zweifeln lässt, Löw sei damals der Taktikfuchs im Trainerteam gewesen. Viel mehr als Odonkor auf dem Flügel als ‚Rennmaus‘ mit Qualitäten hinsichtlich der Hereingaben zu bringen war an taktischen Überraschungsmomenten nicht in petto. Ab er es waren ja auch nur zwei Jahre Zeit für die Umkrempelung des gesamten Spiels gewesen.

Löw hat sich erst während der EM 2008 von der Spielweise unter Klinsmann gelöst und er begann, sich an Spanien zu orientieren. Das ging bis kurz vor der WM 2014. Witzigerwwise war Löw immer dann erfolgreich, wenn er von den eigentlichen Planungen abweichen musste. Vor der WM 2010 zwangen ihn etliche verletzungsbedingte Absagen dazu, vom eigentlichen Plan abzuweichen und eine Art Konterfußball zu spielen. Den mochte er eigentlich nicht, aber es blieb ihm nichts anderes übrig. Und man belegte einen nicht erwarteten 3. Platz. Bei der EM 2012 wollte er den seit 2 Jahren praktizierten Ballbesitzfußball unbedingt durchziehen, traf im Halbfinale dann aber falsche taktische Entscheidungen. Bei der WM 2014 wurde dann wie schon 2010 in der Vorbereitung ein spezifisches Turniersystem einstudiert, mit den WM-Titel als Lohn. Dem Vernehmen nach sollen es Flick, Siegenthaler und Teile der Mannschaft gewesen sein, die Löw dazu gedrängt haben. Und prompt kehrte Löw nach dem Turnier zu dem vorher praktizierten dominanzausübenden Ballbesitzstil zurück. Ohne zu bemerken, dass sich der Trend im Fußball änderte.

Es ist im Fußball halt immer so. Ein Spielstil dominiert, auch aufgrund dafür geeigneter Spieler. Andere Teams eifern dem nach, obwohl sie vielleicht nicht oder kaum über dafür geeignete Spieler verfügen. Irgendwann überlegen sich die Trainer dieser Teams, ob dies der richtige Weg sei oder ob man nicht besser seine Spielweise umstelle. Frankreich ist mit Deschamps diesen Weg gegangen, das war schon bei der WM 14 zu erkennen. Zur WM 2018 hatte man dann den überfallartigen Konterfußball aus einer dichten und tiefen Staffelung heraus perfektioniert. Nichts wirklich neues, aber die richtige Wahl, um gegen ballbesitzorientierte Teams gewinnen zu können. Löw hingegen blieb bei seinem Ansatz, ohne zu merken, dass dieser vollkommen verkrustet war. Das Resultat ist bekannt.

Nun stellt Löw wieder auf eine Spielweise um, die ein anderes Team vorgibt. Und begeht mAn erneut den Fehler, nicht anzupassen, zu adjustieren, auf einen Stilmix hinzuarbeiten. Sondern voll auf die grundlegend geänderte Spielweise zu setzen. Das sieht auch hübsch aus gegen bestimmte Gegner. Aber bereits gegen die Niederlande konnte man sehen, dass nicht jeder Gegner uns den Gefallen tut, so zu spielen, wie wir es gerne hätten. Denn eines ist sicher: Auch gegen den Spielstil Frankreichs wird es in nicht allzuferner Zukunft ein Gegenmittel geben. Wenn Deschamps klug ist, wird er versuchen, die Spielweise seines Teams weiterzuentwickeln. Was zwangsläufig eine Verstärkung und Optimierung der Ballbesitzphasen bedeutet.

Löw war eine bestimmte Phase lang der mMn richtige Trainer für die Nationalmannschaft. Auch wenn er Fehler gemacht hat oder bestimmte Entwicklungen nicht gesehen hat und auch zu überzeugt von seinen Vorstellungen war. Aber das hat er mit allen Trainern gemeinsam, wobei es da unterschiedliche Ausprägungen gibt. Mit dem Gewinn des WM-Titels hätte er zurücktreten sollen. Aber er hat sich durch diesen Titel bestätigt gesehen. Aus meiner Sicht leider ausgerechnet in den falschen Dingen. Er hatte seine Zeit, diese ist mMn aber bereits seit langem abgelaufen. Zumal er auch nicht mehr den Stab um sich hat wie noch 2014.

 

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