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Neu auf schwatzgelb.de: Ihr habt den Schuss nicht gehört (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Montag, 23.09.2019, 12:24 (vor 2435 Tagen) @ Talentförderer

Wieviele Teams spielen denn mit Fünferkette? Das ist kein modernes Spielsystem und wird zudem die relativ wenigen Torschüsse nochmal arg reduzieren. Dann wäre 1:0 tatsächlich das Maximalziel.

Nur weil bestimmte Systeme/Formationen gerade en vogue sind, heißt dies nicht unbedingt, dass sie anderen überlegen sein müssen. Meist ist eine neue Entwicklung eine Reaktion auf eine entstandene Situation. Ob diese dann zielführend ist, muss sich erst beweisen. Jede Entwicklung wird irgendwann eine Gegenentwicklung auslösen und wundersamerweise wird der Fußball dabei seltenst neu erfunden.

Jedes System lässt sich offensiv wie defensiv interpretieren. Und jedes System ändert sich je nach Ballbesitz. Ein 4-2-3-1 z.B. benennt die Offensivausrichtung. Bei gegnerischem Ballbesitz wird es zu einem 4-4-2. Unser Pressing unter Klopp in den Meisterjahren haben wir immer im 4-4-2 gespielt und in der Defensivformation wurde es schon einmal zum 4-1-4-1. Nur kommt niemand auf den Gedanken, dieses System nach der Defensivformation zu benennen. Will man ganz korrekt sein, müsste man von 4-2-3-1 offensiv/4-4-2 defensiv sprechen. Ist halt ein wenig umständlich. Spreche ich von einem 5erketten-System, betone ich die Defensivformation. Die Offensivformation wäre eine 3er-Kettenformation. Also z.B. 3-5-2 offensiv/5-3-2 defensiv. Ich halte es wie vor einiger Zeit schon einmal ausgeführt für sinnvoller, einheitlich die Offensivformation für die Systembenennung zu wählen.

Das 4-2-3-1 wurde Mitte der 00er-Jahre in Spanien etabliert und dann sukzessive in anderen Länder übernommen. Was am Ende dazu führte (wie bei jedem System), dass die Vorteile mit einem solchen System zu spielen, geringer werden. Auch stellen sich die Gegner darauf ein, sodass ich zu entsprechender Reaktion gezwungen werde. Guardiola führte deshalb in Barcelona die 3er-Kette ein, um einen Spieler im Mittelfeld mehr zu haben und somit dort eine Anspielstation mehr als der Gegner. Er ließ dies allerdings in einem 3-4-3 spielen, dass in der Defensivformation zu einem 4-4-2 wurde, also nicht zu einer 5er-Kette. Überhaupt führte es Guardiola ein, je nach Spielsituation und Erfordernis das System während eines Spiels anzupassen. Da wechselte eine 4er- mit einer 3er-Abwehrkette, würde aus einem 3er- ein Einmannsturm, aus einem 3er-Mittelfeld ein 4er- oder 5er-Mittelfeld. Hauptziel war es zumeist, den Gegner aus seinen Positionen in einer konsequenten Abwehrformation mit zwei Viererketten herauszulocken.

‚Modern’ oder ‚unmodern‘ kann eine Formation somit nicht sein, nur passend oder unpassend. Favre hat übrigens in seiner Zeit bei Nizza mehr als ein Viertel seiner Spiele dort mit einer 3er-Kette bestreiten lassen, vor allem zu Beginn seiner Tätigkeit dort. Theoretisch wäre ein 3er-Kettensystem durchaus auch bei uns denkbar, praktisch allerdings wohl kaum. Die Dreierabwehrkette muss nicht zwangsläufig mit Innenverteidigern besetzt sein. Die Halbverteidigerpositionen können auch mit geeigneten Außenverteidigern besetzt werden. Alaba hat dies bei Bayern einige Male übernommen, Piszczek käme bei uns z.B. dafür infrage. Insgesamt sind wir allerdings mMn hier zu dünn besetzt, um diese Formation über einen längeren Zeitraum spielen zu lassen.


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