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Abgesänge auf Spieler am 2. Spieltag und Bias (BVB)

Blarry, Essen, Samstag, 24.08.2019, 00:07 (vor 2461 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de

Bevor der Abend hier endgültig unterm Stammtisch endet, möchte ich doch einige Beobachtungen zur Beurteilung einzelner Spieler und zur dahinterstehenden Methodik äußern.

Zuerst einmal fand heute Abend ein Fußballspiel statt. Eins, dessen Ablauf und damit einhergehende Emotionen wie Diskussionen wir vor zwölf Monaten fast jedes Wochenende erlebt haben: Wut und Enttäuschung über die erste Phase des Spiels, gefolgt von einer erleichterten Euphorie nach erfolgreichem Abschluss, die aber immer noch mit mahnender Erinnerung an die ersten 60 Minuten oder so garniert war.

Diese Aufteilung in zwei grundverschiedene Spielphasen ist Teil des Plans, den wir seit einem Jahr bei praktisch jedem Spiel auf den Rasen bringen wollen. Das hat Brandt im Interview vorhin etwas verklausuliert so ausgedrückt, dass Favre in der Halbzeit zur Geduld mahnte, Köln würde noch Körner lassen. Und unter dieser Zweiteilung des Spiels sind die Spieler, die in den einzelnen Phasen eingesetzt und eingewechselt werden, auch zwingend zu beurteilen.

Seht es mal aus einem anderen Blickwinkel. In der historischen Kriegsführung war die schwere Reiterei über Jahrhunderte die entscheidende Truppengattung, der Angriff der Kavallerie der entscheidende Wendepunkt jeder Schlacht. Jedoch wurde die Reiterei praktisch niemals schon zu Beginn der Schlacht eingesetzt (Und nein, Jon Snow hat in S08E03 alles falsch gemacht, was er falsch machen konnte mit dem idiotischen Verheizen der Dothraki; der Mann ist als Taktiker wie Stratege eine hoffnungslose Vollnulpe). Stattdessen kamen zu Beginn die "entbehrlichen" Truppen zum Einsatz: Plänkler, Strafbataillone, Söldner, Glücksritter, Bauern. Da ging es nur darum, den Gegner auszumerzen, seine Schlachtaufstellung durcheinanderzubringen, ihn vorzubereiten für die Kavallerie. Und wenn sich früh eine Entscheidung anbahnte, wurde die Reiterei als wertvollste und teuerste Einheit mitunter gar nicht erst eingesetzt.

Ihr erkennt, worauf es hinaus geht? So wenig, wie man einen schwer gepanzerten Reiter auf seinem Gaul mit einem Bauernlümmel mit Mistgabel in der Hand vergleicht, sollten wir die Leistungen von (heute) Weigl, Schulz und Hazard nicht eins-zu-eins denen von Brandt, Hakimi und Larsen gegenüberstellen. Die spielten allesamt in unterschiedlichen Phasen des Spiels, in unterschiedlichen Spielsituationen. Die zweite Gruppe von Anfang an spielen zu lassen hätte an den ersten 60 Minuten nicht zwangsläufig etwas geändert, zumal heute ja insgesamt drei Neulinge gespielt haben, die die taktischen Hintergründe von Favres Matchplan noch nicht lückenlos verstehen können.

Mit dem im Sinn erkennt man vielleicht auch die Maßnahme in der Rückrunde, Götze als Starter mit Paco als später Einwechslung spielen zu lassen. Ein Mario Götze, der den Ball und den Gegner laufen lässt, lutscht dem Gegner viel Akku leer als Paco, der sich grundsätzlich passiv hält und auf Torgelegenheiten lauert. Andere Spieler, anderes Einsatzprofil, unterschiedliche Spielzeit erfordern andere Bewertungskriterien. Alles andere ist weder sachdienlich noch fair.


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