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Spox: BVB spendet einen Millionenbetrag an Yad Vashem (BVB)

Tom Frost, Dienstag, 02.04.2019, 15:18 (vor 2584 Tagen) @ Alones

Ich sehe das nicht so positiv. Yad Vashem wird gerne von Rechtsextremen benutzt, um ihr Gewissen (falls sie überhaupt so eins haben) reinzuwaschen: "Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem steht vor einer schwierigen Entscheidung: Soll sie extrem rechten Politikern den Zutritt verwehren oder nicht? Anlässlich des Besuchs von Italiens Vizepremier Matteo Salvini ist Yad Vashem mit dem Vorwurf konfrontiert, sich als "Waschmaschine" herzugeben. Politiker, die sonst mit ausländerfeindlichen oder antisemitischen Parolen auf Wählerfang gehen, könnten sich hier einen Persilschein holen."

Des Weiteren wird Yad Vashem auch für politische Ziele instrumentalisiert:

"Die Gedenkstätte lässt sich von der Politik missbrauchen: von den Besuchern aus dem Ausland, die diese Visite als eine Art Unbedenklichkeitsbestätigung für ihre oft rassistische und nationalistische Politik im eigenen Land benutzen; und von Premier Benjamin Netanjahu, der diese Politiker stets gleichlautend als "große Freunde Israels" begrüßt. Der Antiislamismus eint. Netanjahu, der der nach eigener Definition rechtesten Regierung Israels vorsteht, lädt sie ein, weil er sich durchaus berechnend im Gegenzug Unterstützung für seine Anliegen erwartet, etwa für die Verlegung von diplomatischen Einrichtungen nach Jerusalem oder für Maßnahmen gegen Iran."

Weitere Gäste neben Salvini waren u.a. schon Duterte und Orban.

Quelle: sueddeutsche.de/politik/yad-vashem-antisemitismus-1.4249859

Und nun leistet der BVB eine Millionenspende an eine staatliche isrealisch-zionistische Institution. Mitten im Wahlkampf. Mitten in einer Zeit, in der der Nahostkonflikt mal wieder eskaliert. So wichtig der Kampf gegen den Antisemitismus ist, er darf auch nicht auf Kosten von Islamophopbie gehen. Und solange Yad Vashem von solchen Gestalten wie Netjanhu, Orban & Co. politisch instrumentalisiert wird, die ansonsten durch rassistisch-nationalistische Töne auffallen, würde ich persönlich keinen einzigen Cent dahin spenden. Warum nicht einfach nach Auschwitz-Birkenau spenden? Dort sind mir solche Auswüchse eher nicht bekannt. Das hätte mir deutlich besser gefallen. So bleibt für mich einfach ein Geschmäckle zurück.

Man kann grundsätzlich jede Art von Spende und finanzieller Unterstützung hinterfragen.
Spendet man in ein armes Land, entbindet es die dortige Regierung ein Stück von der Pflicht, sich um bestimmte Probleme selbst zu kümmern. Brunnenbau in Afrika z.B.. Ich war selbst mal mit einem Hilfsprojekt in Afrika und bin dennoch in dieser Frage nicht eindeutig positioniert.
Gebe ich einem Obdachlosen einen Euro wird daraus vielleicht (!) das nächste Bier bezahlt, andererseits ist es eine Geste, die den Status als Übersehener innerhalb der Gesellschaft minimal ändert.
Es gibt in sich schlüssige Argumentationen, die komplett gegen Spenden zielen, ohne empathielos zu sein.
Ebenso gibt es gute Gründe, nicht nur in akuten Situationen zu spenden.

Dass Yad Vashem von manchem Politiker als Ort der Reinwaschung gewählt wird, setzt für mich nicht den grundsätzlichen Charakter der Gedenkstätte herab, aber auch das kann man anders sehen.

Muss jeder selbst wissen und ist eine Grundsatzentscheidung. Ich freue mich über die Entscheidung, sie hat in meinen Augen Signalwirkung und setzt auch ein starkes Zeichen an alle Fans und Mitglieder.
Einzig die Höhe verwundert mich etwas, aber hier fehlt mir auch der Vergleich zu sonstigen Spenden.


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