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Kanes Deutsch.. (Spieltage)

Pfostentreffer, Dienstag, 26.05.2026, 16:01 (vor 20 Stunden, 23 Minuten) @ nico36de

Und was würde es bringen, wenn du in einem fremden Land bist und 2 Sätze kannst? Und wem?


Niemandem nichts.

Aber darum geht es nicht.

Für dich vielleicht nicht. Für die Person, die mit 30 oder älter eine neue Sprache lernen muss, vermutlich schon. Das erfordert allerdings einen Perspektivwechsel.

Aus meiner Sicht sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, die Sprache des Landes zumindest grob zu beherrschen, in dem man lebt.

Das etwas deine Sicht ist, ist kein gutes Sachargument. Aus meiner Sicht ist es keine Selbstverständlichkeit (damit wären wir argumentativ bereits bei einm Patt), sondern offensichtlich gibt es zig Millionen Menschen auf der Welt, die nicht die Spache(n) des Landes sprechen, in dem sie leben. Zudem gibt es viele Gründe, warum man keine Sprache lernen kann / möchte.

Und es gibt Länder, da gibt es 4 oder 5 Amtssprachen. Soll man die dann alle lernen? Vor allem, wenn man nach 3 oder 4 Jahren wieder weg ist?

Gerade im Ruhrpott kenne ich Menschen, die 50 Jahre hier leben und kein Deutsch sprechen. Und trotzdem ein schönes Leben führen. Was sagst du denen?

Will man das nicht, zeigt das nur, dass einem Integration in das Land am Allerwertesten vorbeigeht.

Auch das empfinde ich als wahnsinnig eingeschränkte Sichtweise. Mir fallen spontan 1000 Gründe ein, warum man eine Sprache nicht lernen möchte. Als allererstes der riesige Aufwand, besonders wenn man nur kurz-mittelfristig an einem Ort bleibt und dann weiter zieht. Besonders wenn es so eine schwere Sprache wie die deutsche ist, besonders für Leute, die überhaupt noch nie eine Sprache gelernt haben und erstmal überhaupt lernen müssen, wie man eine Sprache lernt, wie unser Harry. etc. Und wenn man nur eine beschränkte Zeit bleibt, warum sollte man sich dann so stark integrieren anstatt einfach sein eigenes Ding zu machen?

Ein moralisches Gegenargument wie "aus der Sicht von mir / einigen anderen ist es aber eine Selbstverständlichkeit" schlicht kein valides Argument für eben eine Selbstverständlichkeit. Wenn man es genau nimmt, sogar ein Gegenargument, denn es impliziert ja, dass es noch andere Sichtweisen gibt.


Beim tollen Harry ist das nichts anderes als bei denjenigen, die hier schon lange leben und immer noch kein einfaches Gespräch führen können.

Das sehe ich eben nicht so. Jede Geschichte ist individuell und hängt von vielen Faktoren ab.

Wobei Kane gegenüber einem sonstigen beruftstätigen Einwanderer mehr Zeit und zudem ganz andere Möglichkeiten hätte, die Sprache zu lernen.

Absolut, in dem und anderen Punkten ist es für ihn leichter. Er hätte es auf vielen Ebenen viel leichter: Er hat kein Problem mit seinem Aufenthaltsstatus oder Arbeitserlaubnis, Geld bis zum abwinken und ist kein Analphabet, wie bspw. eine der Damen aus dem Pott die ich oben erwähnt habe, sie hat nie eine Schule besucht. Von ihr jetzt mit 70 zu verlangen, sie soll deutsch lernen, nur um die moralischen Vorstellungen anderer zufrieden zu stellen, finde ich sehr unverhältnismässig.

Auf anderen Ebenen hat er es schwerer als andere, (wahrscheinlich) noch nie eine andere Sprache gelernt, in einem Einsprachigen Land aufgewachsen, dann auch noch in einem, mit deren Sprache er auf der ganzen Welt klar kommt, logischerweise geringe Motivation durch kürze geplante Aufenthaltsdauer, Deutsch ist deutlich schwieriger zu lernen als viele andere westeuopäische Sprachen etc.

Es ist also sehr stark von den individuellen Umständen abhängig, ob es für die Person den extremen Aufwand rechtfertigt, eine neue Sprache zu lernen. Und oft alles andere als eine Selbstverständlichkeit oder Integrationsverweigerung.


Ich finde so Typen einfach nur armselig, unabhängig von ihrem Job und bei Sportlern auch unabhängig vom Verein.

Das wiederum finde ich total ok, dass du das so empfindest. Du fällst mit einem moralischen Argument ein moralisches Urteil. Ich teile das sehr harte Urteil nicht ansatzweise und würde auch nicht diese extreme Pauschalisierung mitgehen, aber das ist auf jeden Fall konsistent.

Ich hatte auch nicht das Gefühl, dass z.B. Alonso, Guardiola oder Trap durch ihr sicherlich nicht perfektes Deutsch unangenehm aufgefallen waren.

In der Grundaussage würde ich dir nicht widersprechen und sehe es auch so.

Aber: die Beispiele sind zu 2/3 nicht ganz so günstig gewählt:-)

Über Pep's "super super super" und andere misslungene Phrasen bspw. wurde sich jahrelang im ganzen Land lustig gemacht, Trap's Pressekonferenz mit "Flasche leer" etc. dürfte das Hauptbeispiel sein, warum Spieler ohne perfektes Deutsch lieber Interviews geben in einer Sprache, die sie sicherer beherrschen und vermutlich das berühmteste "unangenehme Auffallen" von schlechtem Deutsch in der deutschen Medien-Öffentlichkeit der letzten Jahrzehnte. Mir fällt zumindest spontan kein "unangenehmeres Auffallen weil deutsch nicht so gut" ein. Dir?


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