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St. Pauli-Boss Göttlich regt WM-Boykott an (Fußball und Sport allgemein)

markus, Montag, 26.01.2026, 10:30 (vor 2 Stunden, 0 Minuten) @ istar

Es ist allerdings scheinheilig, einerseits einen WM-Boykott zu befürworten, während man noch vor einem halben Jahr mit Nibelungentreue Klub-WM-Spiele geschaut und jede Kritik daran in Grund und Boden verdammt hat. Als ich darauf hingewiesen habe, dass offenbar doch einige dieses Turnier meiden und die Einschaltquoten entsprechend schlecht sind, haben manche die haarsträubendsten Argumente aus dem Hut gezaubert, warum das in Wahrheit ganz töfte sei und angeblich andere Faktoren wie Streaming, Uhrzeit oder Grillwetter eine Rolle spielten. Einige waren auch der Meinung, dass man unbedingt die 50 Millionen Dollar mitnehmen sollte, damit der wettbewerbsverzerrende Vorsprung zu anderen Bundesligisten am besten noch größer wird.


Jein. Die Entwicklungen in den USA im letzten halben Jahr ist schon rasant. Die Morde durch ICE wie in den letzten Wochen gab es im Sommer noch nicht. Aber auf einem schlechten Weg war Amerika da natürlich auch schon.


Das gab es auch vorher schon (George Floyd). Und dass Donald Trump verrückt ist und über Leichen geht, war ebenfalls schon lange bekannt.


Willst Du bestreiten, dass in Amerika die staatliche Ausübung von Gewalt in den letzten Monaten eine neue Dimension erreicht hat.


Kannst du das belegen? Gibt es eine Statistik, die zeigt, dass staatliche Gewalt in den USA plötz­lich in den letzten Monaten völlig neue historische Spitzen erreicht hat? Ich würde weniger öffentlichkeitswirksame Einzelfälle betrachten, sondern mehr die Gesamtzahlen tödlicher Polizeieinsätze.


Du machst einen großen Fehler wenn du ICE mit normaler Polizei vergleichst. Ersteres ist eine perfekte Kopie der Gestapo, letzteres funktioniert nur mit Gewaltmonopol.


Ich sehe da keinen relevanten Unterschied in der Konsequenz: Wenn ein staatlicher Gewaltakteur jemanden tötet, ist das ein Fall tödlicher Polizeigewalt, ganz egal, ob es ein ICE‑Agent oder ein lokaler Polizist war. Für die Betroffenen macht es keinen Unterschied, welche Abkürzung auf dem Abzeichen steht.

Deshalb finde ich es befremdlich, wenn manche Leute den einen Fall als „nicht boykottwürdig“ ansehen, den anderen aber schon, nur weil es sich um unterschiedliche Behörden gehandelt hat. Tödliche staatliche Gewalt sollte immer gleich ernst genommen werden, unabhängig davon, ob es sich um lokale Polizei oder Bundesbehörden wie ICE handelt.


Es sollte vor allem juristisch und rechtsstaatlich aufgeklärt werden, wie es dazu im Einzelfall gekommen ist. Bekanntlich darf in Amiland so gut wie jeder mit einer Wumme rumrennen und entsprechend häufiger dürfte es zu Schusswechseln kommen.
Das wird aktuell aber schon dadurch behindert und in Frage gestellt, dass die "Heimatschutzministerin" und der POTUS persönlich nicht neutral sind, wie es in einer Demokratie üblich ist, sondern von "Subjekten" und "Terroristen" reden, statt Ermittlungen abzuwarten, zu denen es hoffentlich trotzdem kommt.

Alles richtig. Was mir allerdings weiterhin fehlt, ist eine schlüssige Erklärung dafür, warum die Zustände ausgerechnet erst nach der Klub-WM die entscheidende Boykotthürde überschritten haben sollen.

Ähnlich wie bei Messerattacken in Deutschland sollte man meiner Ansicht nach nicht aufgrund einzelner schlimmer Fälle in Aktionismus verfallen, sondern stets das Gesamtbild betrachten.

Zum Vergleich:
In Deutschland werden in der Regel weniger als 20 Menschen pro Jahr durch die Polizei erschossen.
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/706648/umfrage/durch-polizisten-getoetete-menschen-in-deutschland/

In den USA waren es hingegen bereits unter Obama rund 1.000 Todesfälle pro Jahr, setzten sich unter Trump auf ähnlichem Niveau fort und stiegen unter Biden weiter an.
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1495657/umfrage/polizeiliche-todesschuesse-in-den-usa/

Es handelt sich also um ein strukturelles Problem, das nicht erst seit Kurzem besteht.


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