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Textor und der Geheimrat (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Montag, 03.02.2025, 20:53 (vor 373 Tagen) @ Ulrich

Das klingt schon so nach einem Superschurken.


Textor wäre dafür auch ein passender Name.

;-)


Johann Wolfgang Textor, möglicherweise ein Vorfahre.

Jedenfalls der Großvater Johann Wolfgang von Goethes.

Geboren am 11.. Dezember 1693 in Frankfurt am Main, gestorben am 6. Februar 1771 ebenda. Reichs-, Stadt- und Gerichtschultheiß und kaiserlicher Rat in Frankfurt.

Ganz so integer wie man im ersten Moment vielleicht denkt und der Dichterfürst seien Großvater beschrieb war der vielleicht auch nicht. Hat seinen Schwiegersohn Goethe wegen politischer Streitigkeiten und schwerer Vorwürfe auf einer Tauffeir mit einem Messer beworfen, worauf dieser ihm dann mit einem Degen Mores lehren wollte. Der Pfarrer konnte Schlimmeres verhindern.

Sein Kritiker Senckenberg nannte Textor korrupt, eitel und maßlos.

Würde irgendwie passen…


Goethe scheint interessante Vorfahren gehabt zu haben ;-)

Wenn ich mich richtig erinnere, dann war der Großvater väterlicherseits ursprünglich Schneider und hatte sich in seinen jüngeren Jahren länger in Frankreich aufgehalten, wo er vieles gelernt hatte. In Frankfurt hat er zunächst als Schneider viel Geld verdient, um dann später plötzlich auf Gastwirt umzusatteln.

Johann Wolfgang von Goethe allerdings hat wohl wenig über ihn berichtet. Eventuell war er dem Enkel nicht nobel genug.

Goethes Großvater väterlicherseits stammte aus dem Thüringischen, war strenger Lutheraner und hat in der Tat in Frankreich das Schneiderhandwerk gelernt, passenderweise übrigens in Lyon. Wegen verstärkter Repressalien gegen Protestanten hat er Frankreich verlassen (müssen) und kam so nach Frankfurt. Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete er erneut und seine zweite Frau brachte den seinerzeit wohl renommiertesten Gasthof Frankfurts an der Zeil mit in die Ehe, versehen mit einem großen und gut bestückten Weinkeller. Auch einige Weinberge gehörten dazu. Er baute daraus eine sehr erfolgreiche Weinhandlung auf.

Er war als Schneider in Frankfurt sehr erfolgreich, weil seine Schnitte das gewisse französische Etwas hatten. An die Zunftordnung hielt er sich allerdings nicht so genau, was ihm dann auch immer wieder mal Ärger einbrachte. Als Gastronom war er ebenfalls sehr erfolgreich, vor allem wie erwähnt als Weinhändler. Sein Enkel hat ihn übrigens durchaus öfters erwähnt. Dieser war sich seiner Herkunft sehr bewusst und hat sie keinesfalls geleugnet.

Aus der Linie den mütterlichen Vorfahren des Geheimrats kamen auch noch gastronomische Einflüsse und ein großer Weinbezug hinzu.

Ich bin übrigens ein großer Verehrer des Geheimrats. Nicht nur ein dichterisches Genie, auch ein wissenschaftlich höchst interessierter und aktiver Mann. Zudem ein großer Freund des Weins und der Liebe, ohne die er es nicht wert fand zu leben. Sicherlich hat er als junger Mann wohl auch einmal einen Rausch gehabt und es vielleicht ein wenig in der Liebe übertrieben. Aber als Erwachsener hat er immer dem Genuss den Vorzug vor der Völlerei gegeben, beim Wein und in der Liebe.

Johann Wolfgang von Goethe wusste eben, was gut war.


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