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Füllkrug sind die Chancen nicht in den Schoß gefallen (Spieltage)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Montag, 03.06.2024, 22:59 (vor 593 Tagen) @ markus

Füllkrug hat drei Toptorchancen gehabt. An den Pfosten kann so ein Ball immer mal gehen (wobei das zusätzlich sehr abseitsverdächtig aussah), der Anschlusstreffer war dann leider Abseits und der Kopfball hätte besser ins lange Eck gehen sollen.

Da frage ich mich: Ist das nur Pech oder ist das vielleicht der Unterschied zwischen einem guten Bundesligakicker und absoluter Weltklasse? Jemand mit Weltklasseformat würde vielleicht nicht im Abseits stehen und ins lange Eck köpfen. Und ja, mir ist bewusst, dass wir keinen 100 Mio. Stürmer holen können. Aber am Ende ist dann vielleicht die individuelle Qualität mitentscheidend, um so ein Finale gewinnen zu können.

Aus dem Finale sind mir vier Szenen mit Füllkrug vor dem gegnerischen Tor präsent.

Szene 1:

Ein hoher / eher halbhoher Pass kommt von der linken Außenlinie auf den links parallel zur Sechzehnmeterraumlinie postierten Füllkrug. Der Ball ist nicht leicht anzunehmen; Füllkrug gelingt es diesen herunterzupflücken, er dreht sich und kommt so hinter den Ball und legt dem aus dem linken Halbraum in der 16m-Raum stoßenden Brandt auf. Nicht der beste Winkel für Brandt, aber er ist unbedrängt und kann flach ins lange Eck schlenzen. Vielleicht zögert er einen Augenblick zu lang, er wird noch etwas gestört, der Ball ist zu unplatziert und geht am langen Pfosten vorbei.

Nach meiner Einschätzung eine passend und gut gelöste Situation, in der ein Mittelstürmer aus der High Society des Fußballs vielleicht anders, aber nicht besser agiert hätte.

Szene 2:

Nach Balleroberung erfolgt ein Steckpass in die linke Strafraumhälfte. Der an der Abseitskante in Höhe der Sechzehnmeterraumlinie lauernde Füllkrug erkennt die Situation, läuft (wahrscheinlich / möglicherweise aus einer knappen Abseitsstellung heraus) genau richtig links diagonal in den Strafraum und zieht den Ball mit links halb im Fallen flach am herauskommenden Courtois entgegen dessen Laufrichtung vorbei ins lange Eck. Der Ball geht an den Innenpfosten, von dort aber nicht über die Torlinie, sondern trudelt wieder ins Spielfeld.

So wie ich es sehe macht das kein anderer Mittelstürmer besser. Den halben Zentimeter, der über Tor oder Abpraller zurück ins Spielfeld entscheidet, hat auch kein Lewandowski, Kane, Mbappé oder sonstwer im Fuß.

Szene 3:

Aus dem linken Halbfeld wird mit links eine lange Flanke in den rechten vorderen Strafraum geschlagen. Der im rechten Halbfeld positionierte Füllkrug erkennt die Situation, startet rechtzeitig im Rücken des Gegenspielers, wählt den richtigen Laufweg in den Strafraum und kommt mit einem Flugkopfball an die Flanke. Aus einer solchen Situation hat er schon Tore gemacht, allerdings zentral vor dem Tor und nicht nach außen versetzt. Der Winkel zum Tor ist etwas ungünstig. Dennoch bringt Füllkrug den Ball mit Wucht und platziert aufs Tor ins kurze Eck. Dort steht allerdings Courtois, der die Flanke lange genug hat beobachten können, um die Optionen des Kopfballschützen einschätzen zu können. Folgerichtig steht er im kurzen Eck.

Einen solchen Flugkopfball mit Wucht und Präzision aus der Position ins lange Eck zu bringen schaffen mMn selbst die besten Mjttelstürmer nur selten. Das Risiko den Ball nicht richtig zu treffen ist deutlich höher, als den Ball voll mit der Stirn ins kurze Eck zu platzieren.

Szene 4:

Eine Flanke mit links von der linken Strafraumlinie zentral an den Fünfmeterraum, wo Füllkrug richtig positioniert ist und den Ball einköpft, allerdings aus einer knappen Abseitspositon heraus.

Mein Fazit:

Die genannten Szenen sind Füllkrug nicht in den Schoß gefallen. Er ist in jeder dieser Szenen richtig positioniert. Er erkennt jedesmal die Situation eher als sein jeweiliger Gegenspieler. Er entwischt jedesmal seinem jeweiligen Gegenspieler. Er wählt jedesmal den richtigen Laufweg. Den Ball verarbeitet er jedesmal sauber und trifft die richtige Entscheidung. Jedesmal kommt er in Abschlussposition und jedesmal bringt er den Ball aufs Tor bzw, zum Mitspieler.

Dass es immer knapp wird mit einer Abseitsstellung ist bei jedem Mittelstürmer so, da immer hart an der Abseitskante gearbeitet wird.

Füllkrug hat in jeder dieser Szenen alles richtig gemacht. Knappe Abseitsstellungen passieren immer und Innenpfosten ist halt Innenpfosten.

Ein Mittelstürmer, der in jeder Situation die falsche Entscheidung getroffen hätte, keinen Ball aufs Tor bekommen hätte, dafür aber einen Ball falsch getroffen hätte, der dann dreimal abgefälscht über die Torlinie gekullert wäre, würde möglicherweise bejubelt und nicht hinterfragt werden.

Das Problem sehe ich persönlich einerseits eher darin, dass Füllkrug falsch eingesetzt wird. Als Wandspieler taugt er mAn nur bedingt, auch wenn er da einen ganz ordentlichen Job verrichtet. Er sollte in meinen Augen öfter in Abschlusspositionen gebracht werden. Was allerdings voraussetzt, dass unser Spiel zur Kreierung von Torchancen optimiert werden sollte.,


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