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Wieso müssen da jetzt 500 Polizisten in Vollmontur aufs Feld sprinte (Spieltage)

CF, Dienstag, 28.05.2024, 09:26 (vor 600 Tagen) @ Braumeister

Nein. Zum Jahresende wird bei Beamten das Zeitkonto auf die Wochenarbeitszeit gekappt. Das sind bei mir in BW 41 Stunden. Alles was ich mehr auf meinem Zeitkonto habe wird Systemseitig von alleine gekappt.
Stichtag ist hier meist im März. Da man als Streifendienstbeamter im städtischen Bereich eigentlich nie pünktlich das Revier verlässt, sondern in der Praxis häufig bis eine Ablöse kommt beispielsweise bei einem Unfall, einer Leiche oder sonstigen Alltagseinsätzen steht, baut man auf das Zeitkonto pro Jahr zwangsläufig mehr als die 41 Stunden auf. Wenn man die dann nicht rechtzeitig frei macht (was wegen Personalmangel häufig nicht geht), muss man sie auf das Mehrarbeitskonto übertragen.

Neben dem normalen Zeitkonto habe ich ein Mehrarbeitskonto.
Das wird automatisch nach 3 Jahren gekappt.
Gleichzeitig muss ich in einem Monat mindestens 5 Mehrarbeitsstunden haben, damit es am Monatsende nicht von alleine verfällt und die Mehrarbeit muss auch noch angeordnet sein. Habe ich in einem Monat nur 4,5 Überstunden werden die einfach gestrichen.

So gehen x Stunden der Beamten schon flöten, bevor sie überhaupt ins Mehrarbeitskonto übertragen werden.


Ich weiß wovon ich spreche, ich mache das beruflich.
Das ganze ist eines der Lieblingsthema der Gewerkschaften, interessiert aber niemand, da es ja nur die verwöhnten Polizeibeamten betrifft.

Klar, die Arbeitsbedingungen sind teilweise so schlecht, dass wir kaum noch geeignete Azubis finden, aber solange die Polizeiführung und Politik lieber 2 Hunterschaften bei der Relegation auf den Platz rennen lässt, bekommt die Öffentlichkeit da halt ein falsches Bild.

Und ja, mir geht es als Beamter im öffentlichen Dienst finanzielle sehr gut und ich mache den Beruf gerne - aber im Schnitt verfallen mir pro Jahr über 40 Stunden seit ich dabei bin. Ich bin also pro Jahr eine Woche umsonst im Geschäft. Habe eine 41 Stunden Woche, bekomme kaum nennenswerte Zulagen im Schichtdienst, werde mindestens 1* im Jahr von jemandem angespuckt und könnte mindestens 1* pro Monat jemand, eher jede Woche jemanden Anzeigen wegen Beleidigung, was ich meist nicht mache, da ich verstehe dass die Menschen ihren Frust an mir als Uniformträger und nicht persönlich ablassen. Wenn ich dann aber getriggert werde von wegen Beamte machen absichtlich Überstunden, seien Faul oder ähnliches, dann platzt mir da bissel der Kragen, weil ineinem Umfeld das nicht der Fall ist.

Bei Kollegen im ländlichen Bereich ist das sicherlich anders, aber die Alternative wäre, dass man dort noch weniger Polizeipräsenz hat, als man eh schon hat, was gesellschaftlich sicher nicht gewollt ist.

Und bei Kollegen die dauerhaft bei der Bereitschaftspolizei stationiert sind, ist es auch nochmal anders. Dort sind überwiegend Berufsanfänger die da ziemlich verbannt werden, weil es kaum planbare Freizeit gibt.

Danke für die Klarstellung, die leider dann nötig ist, wenn Leute aus dem Fach - wie du - auf Theoretiker treffen wie deine Vorredner. Man man man... Es gibt Leute, die haben einfach eine Meinung und fertig. Nix dahinter.


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