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Der Fußball am Dienstag & Mittwoch - Thread (Spieltage)

koom, Mittwoch, 07.02.2024, 10:04 (vor 709 Tagen) @ Abseits

Weltklassespieler als Trainer waren lange verpönt. Bevor ein Ex-Profi als Trainer verpflichtet wurde, hat man lieber den D-Jugendtrainer von RB Salzburg geholt. Für Deutschland und die Generation Andy Breme nachvollziehbar. Ist Xabi Alonso eine Ausnahme?

Da gibt es keine klare Aussage. Es gibt eine Menge früherer Weltklassespieler, die beschissene Trainer geworden sind. Es gibt auch eine Menge Rumpelfußballer, die Weltklassetrainer wurden. Da gibt es kein Muster, es hängt von den beteiligten Personen ab. Da gibt es auch wenig, was man von aussen beurteilen könnte, ob und welcher Topspieler der nächste Toptrainer wird.

Nehmen wir mal Xavi, der zweifelsohne absolute Weltklasse als Spieler war, aber als Trainer _erst mal_ gescheitert ist. Vielleicht war die Aufgabe da auch zu groß, zu viele Nebengeräusche, wer weiß? Vielleicht reden wir in 5 Jahren vom Weltklassetrainer Xavi. Überraschend wäre es nicht, aber Stand heute?

In Deutschland haben wir wohl auch das Problem, dass wir in den 90ern sehr stark waren. Die Mannschaft hatte beste Edelkicker gehabt, dominierte aber vor allem durch Körperlichkeit und "Charakter". Der Leitwolf-Fußball. Dieses Ideal, mit den Brehmes, Matthäus & Co. prägt heute die Medienlandschaft und auch sehr viele Fans und hat dann oft auch die Meinungshoheit im Diskurs. Die fachliche Arbeit bei den Trainern war lange sehr verpöhnt ("Professor" Rangnick), zuletzt setzte man dann im großen Stil auf Hipster wie Kohfeld und Nagelsmann, die sich von Klopp (IMO falsch) inspirieren liesen und eine neue Stilrichtung begründen wollten, Made in Germany.

In Deutschland setzt man seit Klopps großen Erfolgen dann immer sehr auf solche "Trainerblasen" in der Hoffnung auf Gewinn/Erfolgmaximierung. Und wundert sich dann, warum Vereine mit konservativer oder ganzheitlicher Trainerarbeit (siehe Ballbesitz bei Leverkusen/Stuttgart oder auch die gut gemachte Defensivarbeit von Union in der vergangenen Saison - und natürlich immer Streichs unspektakulär gute Arbeit) ihnen den Rang ablaufen.

Wenn man Vereinen einen Tipp geben wollte: Legt euch intern eine solide Trainingskenntnis an. Sportvorstand, Geschäftsführer, Management: Alle sollten den Fußball etwas tagesergebnis-unabhängig verstehen und bewerten können. Wie wird trainiert, macht das Sinn? Dann kann man sich bei der Trainerwahl auch weniger blenden lassen von schneidigen Verkäufern oder dem Stallgeruch.


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