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Franz Beckenbauer verstorben (Fußball und Sport allgemein)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Montag, 08.01.2024, 22:13 (vor 754 Tagen) @ DomJay
bearbeitet von Will Kane, Montag, 08.01.2024, 22:19

Der Kaiser ist verstorben, Ruhe er in Frieden

Der Kaiser. Der Franz.

Wird er für mich immer bleiben.

Ich hatte das Glück, seine Karriere von seinem ersten Spiel als Profi an verfolgen zu dürfen. Vom ersten Augenblick an, als ich ihn mit dem Ball am Fuß gesehen hatte, habe ich Franz Beckenbauer bewundert. Dieser Stil, diese Eleganz, diese Ballbehandlung. Der Ball und er - das war mehr als Freundschaft, das war ein Liebesverhältnis. Und da kannte der Franz sich aus…

In Deutschland wurde er in den auswärtigen Stadien oft gnadenlos ausgepfiffen, gerade (aber nicht nur) im Ruhrgebiet. Obwohl er aus sehr bescheidenen Verhältnissen kam, aber viele mochten seine Leichtigkeit und Eleganz als Fußballer nicht. Mit einer leichten Körpertäuschung drei Gegenspieler ins Leere laufen lassen, den Ball lässig mit dem Außenrist millimetergenau an den Mitspieler gebracht, das Trikot nie verschmutzt - das schmerzte viele so, dass sie seine Art der Präsenz auf dem Platz als Arroganz empfanden.

Für viele Fußballanhänger war Berti Vogts der Liebling. Beckenbauer und Vogts kamen beide aus sehr bescheidenen Verhältnissen, beide waren Aufsteiger. Der eine ein Fußballarbeiter, dem vieles schwerfiel, der andere ein Fußballkünstler. Die Leichtigkeit des Seins hatte in Deutschland lange einen sehr schweren Stand.

Aus der ‚Ausputzer‘-Position hat er den ‚Libero‘ kreiert und geprägt. Wahrscheinlich das Innovativste, was Deutschland bis heute dem Weltfußball gegeben hat. Als zentraler/defensiver Mittelfeldspieler war Beckenbauer Weltklasse, als Libero fand er zu fußballerischer Größe.

Dabei geschah seine Entscheidung für den Positionswechsel auf dem Spielfeld nicht zuletzt aus Eigennutz. Hatte er doch schnell begriffen, dass es im Mittelfeld ordentlich auf die Knochen gab, was einem ‚freien Mann’ hinter der Abwehr so leicht nicht passierte.

In der Nationalelf hingegen gab es kein Vertun - Beckenbauer stand über allem. Zuschauer, die ihn am Wochenende vorher noch ausgepfiffen hatten, klatschen ihm nun respektvoll zu. Ein fußballerischer Volksheld wie
Uwe Seeler war er nie, aber wohl kein anderer deutscher Fußballer wurde mehr bewundert als Franz Beckenbauer. Und das im In- und Ausland. Der Franz war im Ausland populär und oft bekannter als der jeweilige Bundeskanzler.

Der Franz war ein Sonntagskind. Als Spieler, als Teamchef, als Botschafter des deutschen Fußballs. Und letztlich auch im privaten Leben. Pelé, Bobby Charlton und anderen Legenden des Weltfußballs war er freundschaftlich verbunden. Er wusste auch immer die Leistung Gerd Müllers für Club und Nationalmannschaft richtig zu würdigen. Ebenso die Arbeit, die Katsche Schwarzenbeck auf dem Platz für ihn geleistet hat.

Für immer Der Kaiser.

Möge er in Frieden ruhen.


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