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BVB: Reyna und Duranville auf dem Sprung zurück (BVB)

Zaungast, Freitag, 15.09.2023, 13:11 (vor 1056 Tagen) @ Kayldall
bearbeitet von Zaungast, Freitag, 15.09.2023, 13:16

Interessante Ausführung, dennoch bewerte ich deine drei angebrachten Punkte allesamt ganz anders.

1) schlechte Verteilung des Budgets auf den Kader sprich zu viele offensive Aussenspieler (Vertrag verlängert, gekauft) und deswegen kein Geld für ordentliche AV oder noch einen IV.

Zur Anzahl der offensiven Außenbahnspieler gehe ich unter Punkt 2) ein. Das Problem der Außen- und Innenverteidiger sehe ich davon losgelöst.

Außenverteidigung:
Wir sind diese Saison mit drei Außenverteidigern gestartet, die bei uns keine sportliche Perspektive haben: Schulz, Meunier und Morey. Man hat keinen dieser Spieler verkaufen können, sondern lediglich den Vertrag mit Schulz gegen Abfindung auflösen können.
Die Verträge von Meunier, Morey und Wolf laufen kommenden Sommer aus. Einzig Wolf wird man davon versuchen mit mutmaßlich geringeren Bezügen (Stichwort Umlage Handgeld auf bisherigen Vertrag) zu verlängern. Irgendwo war hier zu lesen, dass er sogar bereits um ein Jahr verlängert hat?
Damit sparen wir kommende Saison (vereinfacht) zwei Kaderstellen, zwei Gehälter, eine Abfindung und eine anteilige Umlage des Handgelds ein, ohne merklich an Qualität zu verlieren. Die dann freiwerdenden Ressourcen können 2024 genutzt werden um der Außenverteidigung eine oder zwei Verstärkungen zuzuführen - dieses Jahr war das schlichtweg aufgrund noch bestehender Verpflichtungen nicht möglich. Es sei denn man hätte bspw. für Meunier einen Abnehmer gefunden.
Übrigens, auch kommende Saison stünden bei skizzierten Abgängen mit Bensebaini, Rothe, Ryerson und Wolf noch vier Außenverteidiger unter Vertrag - wenn wir diese Saison irgendwo überbesetzt sind, dann ganz klar in der Außenverteidigung.

Innenverteidigung:
Bella-Kotchap wäre meiner Meinung nach eine ideale Kaderergänzung als Vorgriff auf ein bevorstehendes Karriereende von Mats Hummels gewesen. Ansonsten glaube ich, dass das Thema vierter Innenverteidiger zu hoch gehangen wird. Es ist ein Luxus mit Hummels, Süle und Schlotterbeck über drei hochwertige Innenverteidiger zu verfügen und damit ohne großen Qualitätsverlust auf Ausfälle reagieren zu können. Kurzfristig könnten zudem Bensebaini bzw. Can in der Innenverteidigung aushelfen.
Es ist eine Risikoabwägung, wieviel Geld man bereit ist in einen vierten Innenverteidiger zu investieren. Unter normalen Umständen wird dieser nur sehr wenige Minuten sammeln - schlichtweg weil dieser Mannschaftsteil von Eingespieltheit lebt und dort tendenziell wenig rotiert wird. Auch Real Madrid und Bayern München haben wenig Tiefe in der Innenverteidigung, um mal zwei ganz große Beispiele zu nennen.

2) Aus dem Problem der überbesetzung auf den offensiven Aussen kommt zu wenig Spielzeit für teuer eingekaufte Talente wie Duranville. Wenn er dort nur das xte Rad am Wagen ist, hätte man das Geld auf einer anderen Position besser eingesetzt gehabt.

Ich glaube nicht, dass wir zu viele offensive Außenspieler haben. Nominell sind Adeyemi (21) und Malen (24) erstmal gesetzt, dahinter lauern Bynoe-Gittens (19) und Duranville (17) auf ihre Möglichkeiten. Das sind vier Spieler für zwei Positionen und mit einem Altersdurchschnitt von 20 Jahren brutal viel Jugend.

Die offensive Außenbahn ist eine sehr kräftezehrende Position mit vielen Sprints und schnellen Richtungswechseln. Hier kann über einen Spielerwechsel schnell und einfach ein neuer Impuls gesetzt werden, ohne dass Einfluss auf die Statik des Spiels genommen wird. Ohne statistische Erhebungen zu kennen, würde ich daher behaupten, dass die offensiven Außenbahnspieler diejenigen sind, die am seltensten 90 Minuten durchspielen. Hier werden also gerne drei, vier Spieler an einem Spieltag zu ihren Einsätzen kommen.

Brandt, Reus und Reyna haben alle ihre Stärken im Zentrum. Dennoch ist es wichtig, dass wir mit ihnen potentielle Alternativen für die Außenbahnen haben, um bei einem Ausfall nicht direkt auf unsere Teenager setzen zu müssen. Brandt hat das die ersten Spiele ordentlich gelöst, wird aber im Zentrum benötigt, da sind wir einer Meinung. Reus fehlt es inzwischen deutlich an Geschwindigkeit, so dass ich beide bestenfalls als Aushilfe denn ersthafte Lösung auf Außen wahrnehme.
Wenn Bynoe-Gittens und Duranville nach ihren Verletzungen weit genug sind, liegt es allein an ihnen sich für Einsätze zu empfehlen und ihre Minuten zu nutzen. Die Möglichkeiten gibt der Kader ganz klar her.

3) Besonders im zentralen Mittelfeld fehlt es uns aktuell an Torgefahr und an kreativen Ideen um Räume zu offen oder zu schaffen. Mit Bellingham und Guerreiro verlieren wir zwei extrem gute Techniker und zwei absolute Asse unseres Offensivspiels und das konnten Sabitzer und Nmecha bisher nicht annähernd kompensieren und Bensebaini auch nicht zudem ist der defensiv auch nicht besser als Guerreiro und mit vielen technischen Fehlern bisher. Positiver Aspekt, bisher ist er weniger verletzt zumindest das.

Ein Urteil über die neuen Spieler, finde ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt verfrüht und unpassend. Die Mannschaft hat insgesamt nicht gut funktioniert und das lag sicherlich nicht an den drei Neuzugängen. Im Gegenteil, erste Halbzeit gegen Heidenheim sind einige gute Spielideen aufgeblitzt und dabei hat sich insbesondere Sabitzer sehr positiv hervorgetan.
Von daher ist man meiner Meinung nach gut beraten, wenn man hier keine vorschnellen Schlüsse zieht und den neuen Jungs Zeit gibt, ehe man sie abstempelt. So oder so, sollte man aber weder Guerreiro in der Retroperspektive verklären, noch einen unsinnigen Vergleich zu Bellingham bemühen.


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