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Es ist kein Bundestrainer-Problem. Es ist ein Vereinstrainer-Problem. (Spieltage)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Sonntag, 10.09.2023, 15:50 (vor 858 Tagen) @ nico36de

Sehe ich genauso! Und ich finde das vor allen Dingen deswegen absolut unverständlich, als dass jedem Sportler bekannt ist, dass die richtige Einstellung und das Spiel zusammen als Mannschaft es möglich macht, auch spielerisch sehr viel bessere Teams zu schlagen.

Dazu muss ein Trainer dann aber auch in der Lage sein, eine Mannschaft zu bilden. Das funktioniert nur dann, wenn man ein Spielsystem findet, das zu den Spielern passt und das die auch gemeinsam umsetzen können. Davon kann ich bei der Nationalmannschaft unter Hansi rein gar nichts erkennen. Genauso wenig wie in den letzten drei Spielen des BVB.

Ich sehe auch ein Problem darin, dass der einzelne Spieler nicht unbedingt automatisch weiß, wie sich sein Nebenspieler verhält. Wo er steht, welchen Laufweg er wählt, in welchen Fuß er angespielt werden muss.

van Gaal, Kloppo, Heynckes, Guardiola, auch Tuchel haben Spielsysteme entwickelt, in denen der einzelne austauschbar war. Letztlich ist es bei Union und Fischer nicht anders.

Natürlich hatte Großkreutz nicht die fußballerische Klasse eines Piszczek, aber er konnte ihn doch immerhin so ersetzen, dass sich keine Schwachstelle ergab. Weil Großkreutz die fuballerische Grundidee begriffen hatte und wusste, wie er sich bei Pressing und Gegenpressing zu verhalten hatte und wie sich seine direkten Nebenspieler verhalten. Es gab Spiele, da haben limitierte Fußballer wie er und Schmelzer auf der linken Seite ein Weltklassepärchen wie Lahm und Robben komplett aus dem Spiel genommen und noch etwas für die Offensivbewegung tun konnten.

So etwas ist für einen Auswahltrainer nicht zu schaffen, da dies enormen Trainingsaufwand bedeutet. Sicherlich gibt es hinsichtlich der ‚Blockbildung‘ in der Geschichte der DFB-Auswahl auch viel Legendenbildung, aber es ist schon hilfreich, wenn ein Auswahltrainer auf ‚eingespielte‘ Mannschaftsteile zurückgreifen kann. Einzelne andere, dazu kompatible Spieler können ergänzt werden.

Wobei ‚kompatibel‘ essentiell ist. Unter Löw hat es längere Zeit für den ganz großen Wurf auch deshalb nicht gereicht, weil mit den Spielern von Bayern und dem BVB Spieler aus Teams mit sehr unterschiedlichen Spielideen im Zusammenspiel nicht zueinander passten. Löws Spielidee war relativ stark an der Bayerns angelehnt und letztlich mussten sich die BVB-Spieler dem anpassen. Was im Prinzip nur Hummels schaffte. Mit Boateng bildete er dann eine Weltklasseverteidigung.

Nach Kloppo und Guardiola verloren sich die Spielideen bei Bayern und dem BVB mehr und mehr und Löw konnte (und wollte) seine nicht ändern bzw. anpassen. Nach der Blamage 2018 wurde dann ohne Plan auf ‚Umschaltfußball‘ gesetzt, obwohl der Zug international bereits wieder in eine andere Richtung fuhr. Unter Flick wurde es nicht anders.

Schaut man sich allein die Abwehr der Bayern an, dann spielt dort mittlerweile kein deutscher Spieler mehr. Der einzige Mannschaftsteil, wo Flick auf eine ‚Blockbildung‘ zurückgreifen konnte, war das zentrale/defensive Mittelfeld. Kimmich/Goretzka hatte er in seinem zweiten Bayerjahr dort etabliert, was sich allerdings als unpassend herausgestellt hat. Bei Bayern und in der Nationalmannschaft.

Habe ich aber keine Möglichkeit zur ‚Blockbildung’ mehr und fehlt den führenden Bundesligaclubs eine passende Spielidee, an der ich mich orientieren kann, dann muss ich diese selbst vorgeben. So einfach wie möglich muss diese sein, denn großartig einstudieren kann ich die notwendigen Abläufe hierzu nicht. Wenn man so will ein Kompromiss auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner.

Jeder Spieler muss dann natürlich auf der Position eingesetzt werden, auf der er am stärksten ist. Havertz z.B. ist kein Mittelstürmer und sollte diese Position auch nicht spielen. Wenn Kimmich auf der RAV-Position aufgestellt wird, dann sollte er auch dort seine Aufgabe wahrnehmen. Etc. Ein ‚Pflichtenheft‘ gehört halt auch dazu.

Ein Pragmatiker ist jetzt gefragt, der auf ganz einfachem Niveau die Einzelteile neu zusammensetzt.


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