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tz: Goretzka darf gehen (Fußball und Sport allgemein)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Dienstag, 11.07.2023, 23:15 (vor 932 Tagen) @ koom

Mit Goretzkas Auftreten neben dem Fußballplatz habe ich persönlich genauso Schwierigkeiten wie mit seinem Auftreten auf dem Spielfeld (insbesondere mit dem der letzten zwei Jahre).


Das ist legitim. Bin auch kein Fan von Agentursteuerung, aber im Zweifel finde ich jemanden, der sich halbwegs klar und korrekt äussert, besser, als jemand, der bullshit labert (und kolportieren lässt). Anders gesagt: Lieber Goretzka als Kimmich (medial).

Das sehe ich losgelöst von den genannten Beispielen anders. Da haben wir halt unterschiedliche Sichtweisen. Was ja auch gut so ist.

Defensivorganisation, Aufbauspiel oder strategisch-vorausschauendes Spiel gehören nicht zu seinen Stärken. Auch als box-to-box-Achter ist er weniger geeignet, da seine Raumorientierung gerade defensiv problembehaftet ist. Offensiv dagegen kann er eine Waffe sein. Eigentlich ist Goretzka in meinen Augen ein Spieler für das zentrale offensive Mittelfeld, der allerdings Tiefe benötigt, um seine Stärken einzubringen. Dynamik, Wucht, Schuss (gerade von außerhalb des Sechzehnmeterraumes), Kopfball. Eher kein Spieler für eine Ballbesitzmannschaft, eher für ein Umschaltteam.


Sehe ich sehr ähnlich. Ich würde nie ausschließen, dass man sich nicht noch weiterentwickeln kann, aber das ist vielleicht heute kaum noch zu sehen. Mit 24 ist ein Spieler im Grunde durch und wird wohl nichts wesentlich anderes machen. Die Fälle wo Schweinsteiger vom Rechtsaussen zum DM wurde u.ä. sind sehr sehr rar geworden. Ich habe da auch die Hoffnung weitgehend aufgegeben von Kimmich als Sechser, Havertz als Mittelstürmer.

Zumindest sind diese Fälle selten geworden, für ausgeschlossen halte ich sie allerdings nicht.

Havertz ist definitiv kein Mjttelstürmer; in einem Zweimannsturm kann er aber durchaus gut funktionieren. Seine Stärken kommem allerdings richtig zum Tragen, wenn er tiefer spielt. Arteta dürfte das erkannt haben und Havertz auch bei Arsenal entsprechend einsetzen.

Kimmich dürfte bei Bayern zukünftig nominell weiter auf der Sechserposition aufgeboten werden und de facto weiter als Achter agieren. Nur wird man einen Spieler aufbieten, der hinter ihm agieren wird, wenn es ihn wieder nach vorne drängt. Das könnte sogar Laimer sein. Auch kein Sechser, aber einer, der seine Aufgaben erfüllt. Nicht die Lösung, die Tuchel wahrscheinlich vorschwebt, aber auch nicht die schlechteste. Einen Sechser à la Thiago können sich auch die Bayern nicht schnitzen. Aber warten wir mal ab, was da eventuell noch kommt.

Man sollte vielleicht nicht einen Chefcoach isoliert sehen. Als Chef muss man nicht alles besser oder genauso gut beherrschen wie seine Mitarbeiter.


Natürlich nicht. Aber man kennt das: Wenns hart auf hart kommt, entscheidet der Chef. Ich vermute auch stark, dass hinter Adeyemis und Cans Positionsänderungen vornehmlich Reutershahn stand. Und wiederum auch, dass Terzic da nicht ganz mit dem Herzen dabei ist bei diesen Einstellungen. Wie so viele "moderne junge Trainer" scheint er nicht viel auf defensive Absicherung zu geben und richtet alles nach vorne und hektisch aus. Deswegen muss es wohl der eine Sechser im ganzen Kader tun...

Nach wie vor kann ich Terzić in seiner Qualität als Trainer nicht richtig einordnen und bin daher auch in einer entsprechenden Einschätzung zurückhaltend.

Weder Kloppo, noch Guardiola oder andere Toptrainer sind one-man-shows. Sie sind die Chefs mit Spitzenmitarbeitern neben sich.


Um dann hier weiterzumachen: Richtig, aber sowohl Kloppo, Guardiola und Tuchel sehe ich als sehr ganzheitliche Trainer. Ich bin mir sicher, dass alle 3 alle Aspekte des Geschehens auf dem Platz intensiv kennen und sehr klar die Abhängigkeiten und Dynamiken verstehen. Auch nur dann kannst du vernünftig einen Spezialtrainer für einen Bereich verpflichten.

Unbenommen.


Stand der Dinge sehe ich Terzic wie einen schlechteren Nagelsmann, aber mit weniger Hang zum taktischen Fanatismus. Terzic fordert auch gerne mal Kontrolle ein, aber auf dem Platz sieht man sehr wenig bis keine Abläufe, die darauf schließen lassen, dass das ein Thema im Training wäre. Bei Nagelsmann konnte man wenigstens den Drang sehen, dass man den Gegner so zerschießt, dass der gar nicht an Offensive denken kann.

Siehe oben.

Was Nagelsmann anbelangt, so steht ihm mAn seine Borniertheit auch in taktischen Fragen im Wege. Immer direkt nach vorne, immer durch die Mitte. Das funktioniert durchaus, allerdings nur bedingt.

Dass Tuchel mit einem Spieler in zentraler Position Probleme hat, dessen taktisches Verhalten defizitär ist, sollte nicht verwundern. Da zu erwarten ist, dass Tuchel nach den ersten Ansätzen in dieser Richtung zu Ende der letzten Saison verstärkt wieder zum Ballbesitzfußball zurückkehren wird, wird Goretzka auch keine große Zukunft haben bei Bayern.


Türlich. Zudem hat Tuchel schon Kimmich, mit dem er Rangeln muss um genau diese Philosophie. Da kann er Goretzka mit seiner medialen Macht wirklich nicht gebrauchen.

Goretzka hat in den letzten beiden Spielzeiten mit wenigen Ausnahmen gezeigt, dass ihm das grundlegende taktische Verständnis für eine tiefe
Position auf dem Spielfeld abgeht. Das diesbezügliche Kleine Einmaleins wird Tuchel ihm nicht beibringen wollen. Und ja, auf mediale Spielchen wird er im Münchner Medienminenfeld auch keine Lust haben.

Wenn man ein Team auf ein Topniveau gebracht hat und dort halten will, dann benötigt man Spieler, die wenig fehlerbehaftet sind. Man kann und muss immer wieder Toptalente einbauen und entwickeln, aber viel Zeit zur Fehlerminimierung kann man keinem Spieler zugestehen.

Goretzka wäre eigentlich ein typischer Fall für Werder unter Otto und Schaaf… ;-)


Stimmt. Wobei das einfach preislich nicht mehr hinhaut. Die "kaputten" Stars damals waren halt vergleichsweise billiger. Goretzka verdient ja gefühlt so viel wie die Hälfte des Union-Kaders zusammen. Der wird nicht für krass viel weniger irgendwo anheuern, damit schließt sich so ein "mittelgroßer" Klub ein bisserl aus. Positionell gesehen wäre Leverkusen vermutlich der wahrscheinlichste innerdeutsche "Bremen-von-damals"-Kandidat.

Mit Leverkusen liegst Du wahrscheinlich richtig, aber dorthin von Bayern zu wechseln ist sicherlich auch ein Imageverlust. Außerdem dürfte Goretzka die dortige Gehaltsstruktur sprengen und allein von daher nicht infragekommen. In der Bundesliga bleibt für ihn ohne allzu großen Gesichts- und Gehaltsverlust fast nur der BVB, eventuell noch Leipzig.

Ansonsten ein PL-Club wie die Spurs oder vielleicht Inter oder Milan.

Bleibt er bei Bayern, dürfte es für den neutralen Betrachter sehr interessant werden… ;-)


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