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DOinK, Köln, Montag, 10.04.2023, 23:33 (vor 1225 Tagen) @ Kruemelmonster09

Am Tag des Anschlags war ich im Stadion, wir waren schon früh da. Froh, einen guten Parkplatz zu haben, voller Vorfreude. Dann die ersten Meldungen, Gerüchte. Freunde, die wissen wollten, ob es uns gut geht. Das eigene Gefühl, das diffus war. Seltsame Gedanken, die wir uns gemacht haben: wäre man im Falle eines Falles sicherer, wenn man Richtung Spielfeld rennt, oder besser zu den Ausgängen? Ungläubig haben wir die Meldungen verfolgt, sind dann - wie Tausende andere auch - raus aus dem Stadion. Sehr diszipliniert, aber immer mit einem Seitenblick. Sieht das alles ok aus, sind Dinge ungewöhnlich? Sich in der anonymen Menge zu bewegen, war beruhigend und beängstigend zugleich.
Auf der Rückfahrt nach Köln haben wir die Meldungen weiter verfolgt. Das Schreckliche, aber auch das Besondere am Fußball. Unter #bedforawayfans wurden Übernachtungen realisiert. Wir haben hin- und her diskutiert. Ist es richtig, am nächsten Tag spielen zu lassen? - Wir hätten uns eine andere Entscheidung gewünscht.
Trotzdem haben wir noch in der Nacht entschieden, am Folgetag wieder zu fahren. Trotzig, aber auch ein bisschen aus Solidarität mit dem Team.
Das Ergebnis war total egal. Wir haben uns in unserem Block seltsam verbunden gefühlt mit den Leuten, die wir schon am Vortag gesehen haben.
Nach dem Spiel mussten wir unter dem Stadion hindurch raus, wegen einer „indifferenten Lage“ am Ausgang. Ich erinnere mich, dass wir alle schweigend gegangen sind, aber total diszipliniert, kein Gedränge, kein Geschubse, keine doofen Witze. Als hätten Fremde aufeinander geachtet.
Seitdem bin ich angespannter, aufmerksamer. Auf dem Weg zum Stadion, darin und auch sonst in Menschenmengen.
Mitgenommen habe ich auch, dass die meisten Menschen besonnen und ruhig reagieren - und dass ich das auch versuche.
An dem Tag des Anschlags und am Folgetag hätte sicher wenig gereicht, um Panik zu erzeugen. An allen anderen Tagen braucht es vermutlich auch nicht viel.
Dennoch habe ich das Gefühl von Verbundenheit auch als besonders erlebt.
BVB-Fan war ich schon viele Jahre vorher.
Dennoch ist an diesem Abend eine besondere Zusammengehörigkeit mit „meinem Team“ entstanden.
Sorry, lang.


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