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Nagelsmann: Hamann tritt kryptisch nach (Fußball und Sport allgemein)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Freitag, 31.03.2023, 13:55 (vor 1033 Tagen) @ donotrobme

Didi deutet es ein paar Absätze später an, dass Nagelsmann eher auf taktische Abläufe gesetzt hat, anstatt auf die spielerische Stärke seiner Mannschaft zu vertrauen.
Vielleicht spielt er auf Lewandowski an, der nachweislich die Bayern nicht im Guten verlassen hat.

Es war ja nicht nur Lewandowski, der sich in seiner typischen Spielweise von Nagelsmanns Vorgaben eingeengt gefühlt hat. Er sollte nur noch als reiner Abschlussstürmer fungieren, um den anderen Offensivkräften mehr Raum zu geben.

Daraus, dass er eher ein Spiel ohne ‚echte 9‘ bevorzugt, hat Nagelsmann nach dem Abgang Lewandowskis kein Hehl gemacht. Er präferiert auch einen Offensivspieler mehr auf dem Platz zuungunsten eines Defensivspielers. In einer Art von ‚kreativem Chaos‘ soll dann der Ball mit schnellen Pässen von den im offensiven Zentrum variabel agierenden Offensiven situativ gespielt werden, um die gegnerische Abwehr aufzureißen. Wer dann in günstiger Abschlussposition ist soll abschließen. Da bei diesem Spiel das offensive Zentrum überladen wird, kommt dem Flügelspiel geringere Bedeutung zu.

Nun ist aber gerade das Spiel über die Flügel mit inversiven Offensivaußen und hinterlaufenden Außenverteidigern und einem ‚echten’ zentralen Stürmer, der immer eine große Stärke der Bayern in den letzten über zehn Jahren gewesen. Das gab die notwendige Breite im Spiel für einen in das Offensivspiel eingebundenen zentralen Stürmer. Man hatte die Option der Flanken oder die von auf den kurzen Pfosten gehenden Flügelstürmern. Das fiel unter Nagelsmann zusehends fort; was in dieser Spielzeit nach einem erfolgreichen Start dann zu ersten schwächeren Leistungen und in der Folge schwächeren Ergebnissen führte. Erst auf ‚sanften Druck‘ der Clubführung setzte dann Nagelsmann Choupo-Moting als ‚echte‘ 9 und Coman als echten Winger ein, was dem Offensivspiel mehr Breite und mehr Raum gab. Mit entsprechendem Erfolg.

Was sich nach der WM-Pause allerdings als zunehmende Schwäche (wie schon in der Rückrunde der Vorsaison) herausstellte, war die Maßgabe Nagelsmanns, den Ball (nicht nur) bei Balleroberung sofort schnell vertikal nach vorne zu spielen und mit der gesamten Mannschaft nach vorne zu rücken. Was zu einer zunehmenden Ungenauigkeit im Passspiel, einer zunehmenden Auflösung des Positionsspiels mit z.T. erheblichen freien Räumen im eigenen defensiven Mittelfeld und einer nachlassenden Strukturiertheit des Aufbauspiels führte und worunter die spielerische Klasse der Mannschaft zusehends litt.

Hinzu kommt, dass dieser Fußball Nagelsmanns mit einem hohen physischen Aufwand verbunden ist und auch gegen eigentlich unterlegene Gegner mit ‚Vollgas‘ geführt werden muss. Bei einer langen Saison, in der man in allen Wettbewerben möglichst lange Chancen haben will, kostet dies Körner, die zu Saisonende hin dann fehlen.


Die spannende Frage ist jedoch, ob Tuchel dies anders handhaben wird. Auch Tuchel gilt doch als akribischer Taktiker

Tuchel steht u.a. für einen konstruktiven Spielaufbau sowie präzises, genau getimtes und mit dem richtigen Druck erfolgendes Passspiel. Dies war einmal eine der großen Stärken der Bayern und es wird etwas dauern, bis Tuchel hier die Mannschaft wieder in die Spur bekommen wird.

Er steht auch dafür, Spieler auf den für sie richtigen Positionen einzusetzen und sie individuell besser machen zu können. Wozu auch das akribische Arbeiten mit den einzelnen Spielern gehört.

Wenn seine taktischen Maßnahmen zu den individuellen Stärken der einzelnen Spieler und der Mannschaft als Gesamtheit passen, dann wird er auch keinen Spieler taktisch überfordern.

Prinzipiell legt Tuchel z.B. großen Wert auf ein stabiles defensives Mittelfeld. Hier wird er Überzeugungsarbeit mit den entsprechenden Akteuren in der Mannschaft leisten müssen. Desweiteren bevorzugt er es, das Spiel über die Außenverteidiger nach vorne zu tragen. Was der Kader auch hergibt.


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