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Passspiel City (Spieltage)

Ingo, Europa, Mittwoch, 26.10.2022, 11:34 (vor 1173 Tagen) @ Will Kane

Klar, da steckt ganz viel Kohle drin, aber die Qualität des Passspiels von City ist schon brutal gut und außergewöhnlich. Die hatten ja teilweise zwei, drei Minuten den Ball in den eigenen Reihen und wir wären nur mit einer alles-oder-nichts-Grätsche dazwischen gekommen. Weil jeder einzelne Ball in der optimalen Schärfe so punktgenau kommt, dass der Passempfänger den Ball sofort weiterspielen kann. Kein umständliches Anstoppen, kein Ball-auf-den-richtigen-Fuß-legen, die Kugel läuft wie an der Schnur gezogen.

Selbst hohe Flankenwechsel an die Seitenlinie sind ziemlich beeindruckende Qualitätsmerkmale. Bei uns (ohne unsere Leistung jetzt schmälern zu wollen) passiert es da öfters, dass der empfangene Spieler hochspringen muss und den Ball oft genug nur mit der Schädeldecke ins Aus verlängern kann. Bei City kommen die Bälle auch über 30 Meter so punktgenau, dass der Mitspieler die mit der Brust annehmen kann. Ohne dabei springen zu müssen.

Hat natürlich etwas damit zu tun, dass man da so einen exzellenten Kader hat, dass man völlig ohne Qualitätsverlust munter durchwechseln und Spieler wie de Bruyne auf der Bank lassen kann - aber man leistet da mit dieser Startruppe auch richtig gute Arbeit und man merkt, dass man da nicht einfach nur 20 große Namen verpflichtet hat, die das schon irgendwie schaukeln werden.


Ein ganz entscheidendes Element dafür ist das Positionsspiel. Beeindruckend, wie diszipliniert Manchesters Spieler kollektiv ihre Positionen verschieben und so stets Anspielstationen schaffen. Hier sehe ich im Vergleich bei uns ein großes Defizit. Und das ist etwas, was erstmal nichts mit Technik und Passschärfe zu tun hat. Könnte, oder besser, müsste man dringend dran arbeiten als BVB.


Unser mangelhaftes Positionsspiel ist seit längerem ein Kritikpunkt.

Das Problem ist allerdings bei vielen Teams gegeben, die auf das ‚schnelle Umschaltspiel‘ setzen. Dies erfordert zwar in der Defensivbewegung schon ein genaues Positionsspiel, ist die Offensivbewegung aber von Balleroberung und schnellem Spiel nach vorne geprägt, kommt es mehr auf die Laufwege der Mitspieler an. Muss man allerdings im eigenen Ballbesitz das Spiel aufbauen und dann auch noch gegen einen tiefstehenden Gegner, dann fehlt solchen Teams meistens ein solches exaktes Positionsspiel.

Ein solches Positionsspiel für sich allein ist ja auch nur eine Grundvoraussetzung für ein Spiel gegen einen entsprechend agierenden Gegner. Hinzu muss eben auch das adäquate Passspiel kommen. Das erfordert nicht nur die dafür geeigneten Spieler, sondern auch intensivste Trainingsarbeit. Ein langer Weg.

Für beides ist allerdings auch der grundsätzliche Wille aller Beteiligten nötig, nicht nur daran ‚zu arbeiten‘, sondern dies auch wirklich zu implementieren. Und zwar aus Überzeugung.

Nicht jeder Gegner spielt gegen uns wie der VfB. Wenn dies so wäre, müsste man sich über Positions- und Passspiel wenig Gedanken machen. Nur leider ist dem nicht so.

Eine Zukunftsaufgabe, die nicht auf die allzu lange Bank geschoben werden sollte.

Für mich ist das gegen jeden Gegner ein relevantes Thema. Und für uns vor allem eine Defensivproblematik. Überlassen Gegner uns den Ball und machen Druck, kommen wir nicht aus den Puschen und bringen uns regelmäßig in Probleme. Für mich ist sinnbildlich, wie nah uns Gegner bei eigenem Anstoß stellen.


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