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Neu auf schwatzgelb.de: Erneuter Rassismus-Vorfall: Leere Worte statt Taten beim BVB (BVB)

AGraute, Donnerstag, 13.10.2022, 10:25 (vor 1417 Tagen) @ magic82

Aber man könnte der jungen Generation mal etwas über Werte, über Zusammenhalt, Solidarität und für etwas einstehen beibringen.

Genau das ist für mich auch der Punkt.
Der BVB hat den Jugendspielern gegenüber einen Bildungsauftrag. Die Persönlichkeitsentwicklung ist neben den fussballerischen Fähigkeiten der größte Teil der Ausbildung.
Die Teenager oder jungen Erwachsenen stecken in wichtigen Jahren ihres Lebens.

Am Wochenende haben sich BVB-Fans (vermutlich Vereinsmitglieder) im Zug von Dortmund nach Münster Nazis gegenüber offen positioniert und wurden daraufhin körperlich angegangen. Diese Fans haben definitiv mehr die gesellschaftlichen und die Vereinswerte verstanden und gelebt. In einem Raum, aus dem ich nicht flüchten kann, mich offen gegenüber (vermutlich betrunkenen) Nazis zu positionieren verdient größten Respekt. Ich war nicht in der Situation dabei, aber jeder kann es sich vorstellen. Die Möglichkeit der körperlichen Auseinandersetzung war sicherlich nicht gering. Es gab keinen geordneten Rahmen. Die Nazis konnten betrunken oder sonst wie nicht bei klarem Bewusstsein sein. Sie hatten eventuell Messer oder andere Waffen dabei.

Kamara wurde von Vazquez in geordnetem Rahmen, während eines sportlichen Wettkampfs, rassistisch beleidigt. Der BVB ist Hausherr, alle Gegebenheiten sind bekannt. Die Hemmschwelle hier 'Nein zu Rassismus' zu sagen, ist verschwindend gering.
Die einzige Unbekannte ist die Sanktion der UEFA. Das Risiko war dem BVB anscheinend zu groß - zumal die sportliche Situation in der Gruppe ohnehin bescheiden war.

Ich finde es grundsätzlich falsch die Spieler entscheiden zu lassen, da es überhaupt keine Überlegung geben sollte. Man könnte ihnen höchstens eine 'Scheinentscheidung' lassen. Falls sie auf Protest fällt, kann man stolz sein. Falls sie auf Weiterspielen fällt, überstimmt man und bespricht im Laufe der Woche die Beweggründe.

Als Vater eines Supertalents würde ich es mir in Zukunft zweimal überlegen, ob mein Sohn beim BVB richtig aufgehoben ist. Nicht weil ich offenen Rassismus wie bei Lazio befürchte, sondern weil der BVB anscheinend Werte anders als ich gewichte.


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