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Erwartungshaltung (Spieltage)

quincy123, Sonntag, 01.05.2022, 11:18 (vor 1342 Tagen) @ CHS

Der ganze Thread hier ist schon schwierige Kost: Wir sind ziemlich sicher Vizemeister und die meisten Texte lesen sich so, als wären wir knapp dem Abstieg entgangen.

Wo kommt diese Erwartungshaltung eigentlich her? Und warum soll Rose nun schuld sein?

Hier mal die Punktausbeute der letzten Jahre jeweils nach dem 32. Spieltag:

- 2022: 63 Punkte, 80 Tore, 50 Gegentore
- 2021: 58 Punkte, 69 Tore, 44 Gegentore
- 2020: 66 Punkte, 82 Tore, 37 Gegentore
- 2019: 70 Punkte, 76 Tore, 42 Gegentore
- 2018: 55 Punkte, 62 Tore, 42 Gegentore
- 2017: 60 Punkte, 67 Tore, 36 Gegentore

Mit drei Siegen mehr hätten wir die meisten Punkte jemals zu diesem Zeitpunkt, wären aber auch kein Meister (es sei denn, wir hätten beide Spiele gegen Bayern gewonnen). Die Vielzahl an Gegentoren war da natürlich das Dilemma.

Laut Transfermarkt liegt der durchschnittliche Marktwert eines Spielers vom BVB bei ca. 17 Millionen - bei den Bayern sind es 31 Millionen. Wir liegen in der Tabelle eigentlich genau dort, wo wir hingehören. Vergessen sollte man auch nicht, dass wir in beiden Spielen gegen Bayern nicht gerade Glück mit dem Schiri hatten. Gerade das Hinspiel war, wie auch im Jahr zuvor, für mich der "motivatorische Genickbruch" für die Mannschaft. Es scheint jedes Mal so, als würde diese Enttäuschung den Glauben an "was großes" immer wieder komplett zerstören.

Ansonsten hatten wir dieses Jahr hier und da schon auch sowas wie Glück - die Punktausbeute ist sicherlich sogar nen Tick zu hoch, in Anbetracht der gezeigten Leistung, aber unter Platz 3 wären wir sicherlich dennoch nicht gerutscht.

Also - woher der Frust?

Ich finde, dass das alles irgendwie recht gut erklärbar ist: Im Pokal kann man halt mal rausfliegen. Gegner unterschätzt, dumm gelaufen. In der CL hätten wir natürlich die Vorrunde überstehen müssen - Gegner unterschätzt, dumm gelaufen. Euro-Leauge? Na, die gewinnen wir dann aber easy... (unsere) erste Runde, Gegner unterschätzt, dumm gelaufen.

Wenn man Mannschaft und Trainerteam was vorwerfen will, dann sicherlich, dass einige Gegner auf die leichte Schulter genommen wurden. Insgesamt war das keine gute Saison, aber auch längst nicht so schlecht, wie sie hier von vielen gemacht wird.

Die Probleme in der Abwehr und dem def. Mittelfeld liegen ja auf der Hand. Mit Süle und (hoffentlich) Schlotterbeck sollten wir hier einen Schritt in die richtige Richtung machen. Dann holen wir vielleicht ein paar mehr Punkte - zur Meisterschaft ist es dennoch ein weiter Weg (wobei ich die Hoffnung nicht aufgebe, dass man das komplette Wirken eines Salamidingsbums erst in 1-2 Jahren in voller Blüte erleben wird).

Ganz objektiv betrachtet - insbesondere in Anbetracht des finanziellen Aufwands - war die Saison der Bayern schlechter als unsere. Das macht es nur bedingt besser, zeigt aber auch, dass die Erwartungen hier inzwischen echt hoch sind.

Wenn es ein richtig gutes Jahr gewesen wäre, hätten wir vielleicht den Pokal geholt und wären eine, maximal zwei Runden in der CL weiter gekommen. Aber mit dieser Abwehr, den nicht erfüllten Erwartungen (in Schulz, Brandt etc) und den Verletzungssorgen - das hätte wahrlich schlimmer enden können.

Rose ist mir nun auch nicht wirklich sympathisch, aber der Glaube daran, dass das mit Terzic merklich besser ausgegangen wäre, fehlt mir.

Kein gutes Jahr, aber längst kein Weltuntergang.


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