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moderner Fußball - Stimmung allgemein (Fußball und Sport allgemein)

magic82, Heinersreuth, Mittwoch, 23.03.2022, 13:16 (vor 1401 Tagen)

Sorry, dass ich dafür ein Thema aufmache, aber mich würde interessieren wie ihr so dazu steht.
Ich bin jetzt 40 und habe von 5 bis Mitte 30 Fußball gespielt. Nicht hochklassig, nicht immer erfolgreich, aber mit Leidenschaft. Ich habe den lokalen Fußball verfolgt, mich auf die neue Saison gefreut und natürlich professionellen Fußball geschaut. Ich bin seit ich ca. 7 bin BVB Fan.
Da ich aus Nordbayern komme, war mir die Rivalität mit den blauen immer relativ wurscht. Von den umliegenden Bayernfans wurde ich immer zu einem Vergleich genötigt, aber auch der FCB war mir letzlich egal. Für mich lag der Fokus auf dem BVB. Natürlich habe ich als Fan EMs und WMs verfolgt und jeden Samstag Sportschau geschaut und war relativ gut informiert über die BL und den internationalen Fußball.
Unvergessen ist 2002 - Dede - Ewerthon - Meisterschaft, oder mein allererster Stadionbesuch in Dortmund am 30.04.2011 - 2:0 gegen Nürnberg - Meisterschaft - Party in der Stadt.
Aber die letzten Jahre merke ich, wie mein Interesse für den Fußball schwindet. Corona hat eine Menge dazu beigetragen. Durch die leeren Stadien war das Feeling irgendwie weg. Dann die ganze Posse um Superligen und WMs alle zwei Jahre. Das Geschäft Fußball wurde noch mehr zum Geschäft.
Früher habe ich WM und EM neutral als Fußballfan verfolgt, teils sogar hier und da mal gewettet. Heute konsumiere ich das, aber es kickt mich irgendwie nicht mehr so.
Mir ist es auch passiert, dass ich Dienstag oder Mittwoch eine Push Nachricht erhalten habe und gemerkt habe "oh, der BVB spielt ja heute". Also irgendwie entfremdet sich der Fußball von mir oder ich mich von ihm. Aktuell verfolge ich nur noch den BVB. Ich schaue mir nichtmal Konferenz oder Sportschau an. Aber auch da hat sich was verändert. Früher hatte ich quasi einen Lieblingsspieler und wenn der weg war, dann hatte ich einen neuen. Der letzte War Shinji. Seit der Weg ist gibt es keinen "an dem ich hänge". Keinen wo ich wirklich sage, wenn der geht wäre ich absolut traurig. Irgendwie ist die Emotion nicht mehr wie früher.
Ich beschäftige mich früher schon, aber aktuell intensiver, mit der NFL, finde mehr Spass an Flagfootball als Alte Herren Fußball spielen oder auf dem Bolzplatz kicken.

Habt ihr ähnliches erlebt? Was kann man tun? Warten bis in den Stadien wieder Normalität einkehrt und man sich wieder anfixen lässt?

moderner Fußball - Stimmung allgemein (post-covid)

FourrierTrans, Freistaat Sauerland, Donnerstag, 24.03.2022, 11:44 (vor 1400 Tagen) @ magic82
bearbeitet von FourrierTrans, Donnerstag, 24.03.2022, 12:03

Deine Beschreibung passt ziemlich gut zu mir selbst. Alter, Fußballhintergrund und die Entwicklung eben dieser. Ich kann nicht genau sagen, inwiefern diese Entwicklung auch schlicht einem fortschreitenden Alter geschuldet ist (mit Anfang/Mitte 30 ist das Leben dann nun doch auch etwas anders, als mit Anfang/Mitte 20), allerdings muss ich den Punkt "Fußball" für mich persönlich auch in einer gesamtgesellschaftliche Entwicklung sehen.

Vorab sei gesagt, dass ich all die Entwicklungen in Gänze wertfrei im Raum stehen lassen möchte und die Beschreibung nur für mich persönlich gilt.
Ich bin ländlich aufgewachsen und habe dort immer noch einen Großteil meiner Freunde, lebe aber seit vielen Jahren (bisher noch) in Dortmund. Man kann durchaus sagen, dass ich familiär und freundschaftlich von langjährigen und festen Beziehungen umgeben bin. Dennoch ertappe ich mich immer häufiger dabei, insbesondere in der Zeit seit/nach Covid, dass ich das Gefühl habe, in einer Gesellschaft zu leben, die mir und meinem Wesen völlig fremd ist und sich extrem oberflächlich anfühlt. In der Stadt noch stärker, als auf dem Lande. Die oben beschriebene soziale Umgebung macht es mir dann aber leicht, dieser Gesellschaft zu "entfliehen" oder sie einfach als gegeben hinzunehmen.

Ich erinnere mich an eine wunderschöne Kindheit, die davon geprägt war, sich mit Freunden und Kindern der Nachbarschaft draußen aufzuhalten. Nahezu immer. An der Ruhr, im Freibad, auf dem Fußballplatz. Die Bolzplätze waren immer belegt, sei es in Dortmund wenn ich den besten Kumpel besucht habe (unsere Müttern kannten sich schon seit unserer Geburt) oder eben auf dem Lande. Es war immer voll, man musste sich stets arrangieren. Im Zweifel haben wir auf der Straße bzw. dem Asphalt gepöhlt. Mir fällt seit einigen Jahren auf, dass Bolzplätze immer verwaist sind, wenn ich an einem vorbeikomme (egal ob im Ruhrgebiet oder im Sauerland). Zudem sieht man die Entwicklung im Amateurjugendsport (zumindest auf dem Lande in den Kreisen Unna, Soest, MK und HSK), bei dem sich teilweise 3-4 ehemals eigenständige Vereine zusammentun, um überhaupt noch eine U19, U17 oder noch jünger stellen zu können. Ich habe aktiv 14 Jahre Fußball gespielt, da war es absolut normal, dass jeder etwas größere Verein (z.B. in einer Gemeinde mit 7-8k Einwohner) immer eine zweite Mannschaft hatte. Also quasi A2 oder B2 (damals hieß das noch A-Jugend, B-Jugend...). Ähnliche Entwicklungen berichten mir allerdings auch Freunde oder Bekannte, die von anderen Sportarten kommen, Beispiel Handball. Die Leistungszentren gibt es natürlich weiterhin, aber ich frage mich, was die große Masse an Kindern macht. Gefühlt sehe ich auch nie Kinder draußen, nicht eimal im Sommer. Reines Gefühl, kann ich nicht mit Beweisen untermauern.
Wenn ich in die eigene Familie schaue, von der ich behaupten würde, dass die Kids da noch recht gut in einem sozialen (Vereins-)Leben eingebettet sind, kann man erkennen, wie das Leben der Kids tendenziell aussieht. Hierbei kein Vorwurf an die Eltern, mir scheint das einfach eine gesellschaftliche Entwicklung zu sein, aber es ist unfassbar, wie viel Leben sich in der digitalen Welt abspielt. Wir haben auch mal gezockt, wir haben auch Smartphones und Facebook, aber ein Blick auf die jüngere Generation ist da echt beängstigend. Ich habe kürzlich mitbekommen, dass es wohl so eine Art Youtuber gibt, die schlicht andere Gamer beim zocken kommentieren. Die sind dadurch so berühmt, einer davon nennt sich "Paluten", dass sie bereits Millionen angehäuft haben. Mit simplen Werbeverträgen oder Merchandising von z.B. Plüschtieren, die dann direkt 50 Euro kosten. Vielleicht gibt es hier User, die von ihren Kids ebenfalls mit dieser Welt konfrontiert werden. In den Schulen der Kids aus meiner Familie, scheint das der letzte Schrei zu sein. Also die sitzen da wirklich, neben der ganzen digitalen Kommunikation via Whatsapp und co., vor dem Screen und schauen sich diese Videos an, wo jemand sich selbst filmt und kommentiert, was ein anderer Gamer an seinem Screen gerade tut. Und diese Person ist so "fame", dass sie von sich Plüschtiere und anderen Kram für "teuer Geld" verkauft. Für mich ist das komplett schizoid, ich komme da nicht mehr mit. Mit Mitte 30.

Aber auch die Erwachsenengesellschaft hat sich verändert, meinem Gefühl nach. In der Industrie wird massiv ins Homeoffice verlagert (zumindest die ganzen Office-Jobs), Tendenz eher steigend, irgendwann sicherlich auch bei den kleineren Unternehmen. Das hat viele Vorteile, gar keine Frage, und ja auch ich freue mich darüber, eben nicht mehr um 6 Uhr aufzustehen, um pendeln zu müssen. Aber man taucht auch hier stundenlang in eine digitale Welt ab. Möglicherweise wird das in der Automobilindustrie exzessiver betrieben, als in anderen Branchen, aber ich (obwohl eher fertigungsnah) verbringe die meiste Zeit vor Teams und diskutiere mit Leuten, die ich teilweise monatelang (manche seit 2 Jahren) oder noch nie im echten Leben gesehen habe. Man springt von einem Meeting ins nächste, macht eine weitere Board PPT und eine Datenauswertung und dann ist der Tag rum. Fast wie in der Matrix. Trotz aller Annehmlichkeiten muss ich sagen, wenn man sich mal zurücknimmt und das Ganze von außen betrachtet, ist das schon ziemlich strange. Es gab Zeiten, da hat man sich ans Whiteboard gesetzt, Worskhops gemacht und hat sich mit dem Team in Shanghai oder Mexiko getroffen. Man hatte echte persönliche, menschliche Kontakte.

Um den Dreh zu deiner Frage wieder zu bekommen: im privaten Umfeld sehe ich das auch. Da haben seit Corona dann doch viele Veranstaltungen nicht mehr so den drive, mancher wird doch zu "faul" um sich aufzuraffen, Freitagabends was zu unternehmen. Die alten Stadionbande sind auch zu vielen verflogen in den vergangenen zwei Jahren. Hinzukommen die ewig täglichen Katastrophen und Krisen. Ukraine, Klimawandel, ein Wirtschaftssytem welches nicht mehr nachhaltig funkioniert. Ich glaube es muss sich sehr viel ändern in unserer Gesellschaft, um nicht irgendwann in einer Mischung aus "1984" und "Brave New World" zu leben. Just my feeling.

moderner Fußball - Stimmung allgemein (post-covid)

magic82, Heinersreuth, Montag, 28.03.2022, 16:50 (vor 1396 Tagen) @ FourrierTrans

vielen Dank für den ausführlichen Beitrag.
Ich habe auch schon überlegt ob es am Alter liegt. Aber als das "Feuer" noch mehr da war, war ich auch schon Mitte, Ende 30 und hatte Frau und Kinder.
Da wars halt so, dass man wenns ging 15:30 Konferenz gehört hat, oder dann abends die Sportschau geschaut hat. Das war dann "Papas Zeit".
Es war klare Kommunikation mit der Frau: "heute ist Champions League / Pokal, ich schaue im Wohnzimmer" Da wurde drum rum geplant. Auch im Sommer immer mal nen Kicker kaufen, was passiert beim BVB, was passiert in der Liga...
Das ist plötzlich verschwunden. Ich hoffe inständig, dass
a) wieder Zuschauer im Stadion mich wieder anfixen
b) der Kader, die ganze Haltung sich positiver verändert, damit es einem auch leichter fällt sich wieder zu begeistern und sich den TV-Slot quasi zu reservieren.

moderner Fußball - Stimmung allgemein

Jan80, Lünen, Donnerstag, 24.03.2022, 07:02 (vor 1400 Tagen) @ magic82

Ich kann das nachvollziehen. Ich habe seit Anfang der 90er so gut wie jedes BVB Spiel gesehen und war auch ab und zu im Stadion. Die letzten Jahre bröckelt mein Interesse aber gewaltig. Die Liga ist langweilig und das Niveau ist niedrig. Der Fußball, den unser BVB dieses Jahr spielt, ist auch nicht gerade überwältigend. Die großen Emotionen fehlen einfach meistens. Dazu muss ich feststellen, dass ich große Teile unseres Kaders nicht nur als völlig überbezahlt, sondern auch eher als unsympathisch empfinde. Gerade die gehypten Talente kann ich mir nicht so richtig ziehen. Mit 20 mehrfacher Millionär sein ist eventuell nicht gerade förderlich für den Charakter.
Ich denke Corona hat die Stimmung rausgenommen und dadurch den Fokus mehr auf das Team und das Spiel gelenkt. Das ist halt wie wenn der Schnee schmilzt und man dann sieht wo die Scheiße liegt.

moderner Fußball - Stimmung allgemein

Kappadozianer, Dortmund, Mittwoch, 23.03.2022, 22:44 (vor 1400 Tagen) @ magic82

Bei mir persönlich spielen schon einige Punkte, die du genannt hast eine Rolle(Entwicklung des modernen Fußballs, VAR, etc.), es ist aber ein anderer Punkt bei mir vorherrschend, der sich schon seit langem immer weiter ausprägt, und zwar dass mir Sport allgemein einfach nicht mehr ansatzweise so wichtig ist wie früher, ich bin quasi "herausgewachsen" und habe mit dem Älterwerden gemerkt, dass mir viele andere Dinge im Leben wichtiger sind als Sport im Allgemeinen und Fußball im Speziellen. Es ist halt "nur" Unterhaltung, Zeitvertreib, und da habe ich auch noch andere Interessen. Meine schwere Erkrankung hat diesen Effekt sogar nochmal verstärkt, aber es ging schon lange vorher los. NFL interessiert mich heutzutage noch ein bisschen mehr als Fußball, aber das wird hauptsächlich daran liegen, dass ich erst seit 12, 13 Jahren Football-Fan bin, beim Fußball sind es 40, es hat sich einfach schon mehr abgenutzt. Und wenn man dann dazu auch noch immer wieder verärgert ist über den derzeitigen Kader des BVB und die teils lustlosen Darbietungen, für die die Spieler trotzdem X Millionen im Jahr kassieren, dann macht es das natürlich nicht besser. Dazu wahrscheinlich auch noch ein wenig Sättigung, weil man miterleben durfte, wie der BVB so ziemlich alle Titel mal gewonnen hat(war damals 1997 z.B. in München im Stadion). Also bei mir kommt da einfach viel zusammen. Schaue mir immer noch gerne BVB-Spiele an, aber das Herz hängt einfach nicht mehr so dran wie früher. Und wenn wir scheiße spielen und/oder verlieren wird halt irgendwann ausgemacht, abgehakt und sich mit was anderem beschäftigt. Ich denke, so ist einfach der Lauf des Lebens. Alles hat seine Zeit.

VAR

MirkoWSG, Mittwoch, 23.03.2022, 18:37 (vor 1400 Tagen) @ magic82

Der VAR nimmt einfach viel der Emotionalität wenn man im Stadion ist.
Früher hat man kurz zum Linienrichter geguckt, Fahne unten, ausrasten.
Jetzt ist da dieser Schwebezustand und man weiss nie, ob im Kölner Keller nicht doch noch irgendein Grund gefunden wird das Tor abzuerkennen.
Oft ist es ja auch so, dass sich niemand(!) auf dem Platz oder der Bank beschwert und dann bei der nächsten Unterbrechung plötzlich nach VAR-Intervention ein Elfmeter geschossen werden soll. Ist doch total Banane.

Dazu dann diese bescheuerte Torschützen-Handspiel-Regel und die "der-Kontakt-war-da"-Elfmeter, bei denen der Stürmer von vornherein nichts anderes will als sich irgendwie in die Beine des Verteidigers einzuhaken - das geht einfach in die völig falsche Richtung.

Eine einheitliche Linie fährt man auch nicht, mal gibt man Elfmeter, mal Gelb wegen Schwalbe. Da verliere ich lieber alle paar Jahre mal ein Pokalfinale wegen eines Schiri-Fehlers, als das mir dieses völlig subjektive VAR-Gedöns jedes Spiel kaputt macht.


Als Fernsehzuschauer ist das natürlich was anderes...

VAR

Marc2006, Essen-Kettwig, Mittwoch, 23.03.2022, 20:50 (vor 1400 Tagen) @ MirkoWSG

Naja, ich merke eine ähnliche Entwicklung bei mir wie beim Ersteller des Threads. Es ist aber sicherlich völlig vielfältig, man wird älter, hat eine Familie und Kinder, ist beruflich eingespannt… das zu den persönlichen Dingen. Dann wird bzw. wurde man im TV mit Fussball zugeschissen, man muss mittlerweile grübeln welches Abo man an welchem Wochentag benötigt, man hat in der Coronazeit gemerkt, das es auch ohne Stadion geht und das der BVB dann ja doch nicht so wichtig ist wie einige andere Dinge… es ist einfach diese Vielfalt an kleinen Dingen, die im gesamten eine Entwöhnung verursachen.
Aber was ich für mich klar sagen kann, es hat bei mir absolut nix mit dem VAR zu tun. Der ist da und fertig… bei mir trägt dieser aber nicht (zumindest nicht bewusst) zu den oben genannten Dingen bei.

think small

Henry, Mittwoch, 23.03.2022, 17:18 (vor 1401 Tagen) @ magic82

Wieso nicht einfach 90 Minuten Bratwurst, Bier, Borussia?

Wenn ich im Block stehe und Borussia siegen sehen will, kann ich all das ganz problemlos vergessen. Kein Katar, keine Millionengehälter, keine Sportpolitik, keine Trikotbettler, kein Eventstadionsprecher, kein Ööörlinghype oder sonstwas werden mich davon abhalten, auszurasten wenn jemand das Ding über die Linie drückt.

Habe in den letzen zwei Jahren jedes Spiel mitgenommen für das ich Karten bekommen konnte (DK Südtribüne) und bin heiß wie Frittenfett auf das erste Mal 80.000!

think small

istar, Mittwoch, 23.03.2022, 19:30 (vor 1400 Tagen) @ Henry

Wieso nicht einfach 90 Minuten Bratwurst, Bier, Borussia?

Wenn ich im Block stehe und Borussia siegen sehen will, kann ich all das ganz problemlos vergessen. Kein Katar, keine Millionengehälter, keine Sportpolitik, keine Trikotbettler, kein Eventstadionsprecher, kein Ööörlinghype oder sonstwas werden mich davon abhalten, auszurasten wenn jemand das Ding über die Linie drückt.

Habe in den letzen zwei Jahren jedes Spiel mitgenommen für das ich Karten bekommen konnte (DK Südtribüne) und bin heiß wie Frittenfett auf das erste Mal 80.000!

Jo, genau so.

Ich kann auch den ganzen Mist,Corona,Krieg oder auch persönliche Probleme oder was auch immer, komplett ausblenden,wenn Borussia spielt.

Es ist auch irgendwie lustig.Seit 1989 geh ich ins Stadion. In der Zeit hab ich einen Haufen Leute gesehen,die irgendwann keinen Bock mehr hatten, ändere Prioritäten gesetzt haben oder was weiß ich für Gründe hatten,nicht mehr zu kommen.

Der größte Knaller war ein früherer Kumpel,der sich hat scheiden lassen und dann meinte,er bräuchte jetzt keine Ausrede mehr,um rauszugehen.

Alles okay soweit.

Aber heute kommt dann regelmäßig die ganz große Entfremdungsarie.

Leute,wenn ihr keinen Bock mehr habt,lieber Amisport gucken wollt oder dicken Jungs in bunten Hemden beim Pfeile werfen zusehen wollt,dann macht das doch einfach.

Ist doch nicht schlimm.

think small

vokke ⌂, dortmund, Mittwoch, 23.03.2022, 18:38 (vor 1400 Tagen) @ Henry

Ganz genau. So mache ich das auch. Dazu noch Kumpels treffen. Ein herrlicher Tag mit dem BVB. Alles andere kann ich dabei ausblenden.

moderner Fußball - Stimmung allgemein

Netsrak55, Mittwoch, 23.03.2022, 17:05 (vor 1401 Tagen) @ magic82

Ganz klar der fehlende Wettbewerb. 10 Jahre der selbe Meister ist Gift für jede Liga. Gefühlt 10 Jahre der selbe Vizemeister auch.

Dazu noch die Spieltagszerstückelung. Ich gucke nicht Köln gegen Augsburg. Hab ich auch früher nie. Gib mir 7 Spiele am Samstag 15:30 und ich guck mir wieder die Sportschau an.

Ich muss zugeben das ich aktuell nichtmal den Kader von BVB aufzählen könnte.

Macht von mir aus endlich ne Superleague mit z.B. 32 Teams.

moderner Fußball - Stimmung allgemein

breisgauborusse, Mittwoch, 23.03.2022, 16:23 (vor 1401 Tagen) @ magic82

Es gibt doch diverse Gründe warum der Fußball an sich an Leidenschaft für den Fan abgenommen hat.
- Gehälter sind im abnormalen Bereichen
- in den letzten beiden Jahren hatte jeder ganz andere Probleme. Probleme die man zuvor so nicht kannte.
Was den BvB im speziellen Betrifft:
- weniger Spieler die sich mit dem Verein oder mit dem Umfeld identifizieren
- es ist eine komplett andere Spielergeneration. Der BvB ist „nur“ noch zu einem Sprungbrett geworden.
- Geld regiert den Fußball mehr denn je. Vereine wie RB kommen einfach so in die Bundesliga. Es interessiert einfach keinen wie der Fan an sich darüber denkt
- es gibt den einen Serienmeister und dadurch wird es logischerweise langweiliger.

Jeder muss für sich schauen wie er damit umgeht. Diese ganzen o.g Punkte haben bei mir zumindest dazu geführt, dass ich nicht mehr wie ein verrückter im Stadion oder zu Hause komplett abdrehe.

moderner Fußball - Stimmung allgemein

BDN130671 ⌂ @, Hagen, Mittwoch, 23.03.2022, 15:03 (vor 1401 Tagen) @ magic82

Bis vor kurzem hätte ich das unterschreiben können. Die Fernsehbilder von leeren Stadien und auch mein einziger Besuch in der Pandemie, am ersten Spieltag dieser Saison, haben meine Leidenschaft deutlich erkalten lassen. Dann sitze ich Sontag vor der Glotze, sehe erstmals wieder ein Fußballspiel aus einem voll besetzten Stadion und höre dann on-top dieses verflixte „Mer stonn zu Dir, FC Kölle“ aus zigtausend Kehlen und … fange aus dem Nichts an zu heulen. Da wird einem erst einmal klar, was einem 2 Jahre gefehlt hat. Die ganzen Jahre auf der Südtribüne lassen sich wohl doch nicht ohne weiteres wegwischen.

moderner Fußball - Stimmung allgemein

Hatebreed, Mittwoch, 23.03.2022, 14:30 (vor 1401 Tagen) @ magic82
bearbeitet von Hatebreed, Mittwoch, 23.03.2022, 14:33

Was kann man tun?

Deine Midlife-Krise wird vorüber gehen.

Bei mir war es übrigens auch so :)

Meine Kinder spielen jetzt selbst Fussball und ich engagiere mich jetzt da im Verein und wir gehen Oberliga gucken. Bin selber jetzt gespannt, wie es mit dem BVB bei mir weitergeht, denn 3-4 Tage pro Monat werde ich sicherlich nicht mehr dafür hergeben, um den BVB zu begleiten wie vor der Pandemie.

moderner Fußball - Stimmung allgemein

koom, Mittwoch, 23.03.2022, 13:57 (vor 1401 Tagen) @ magic82

Habt ihr ähnliches erlebt? Was kann man tun? Warten bis in den Stadien wieder Normalität einkehrt und man sich wieder anfixen lässt?

Das ist eine Möglichkeit.

IMO erleben das recht viele, auf vielen Ebenen. Das hat nicht nur was mit Corona zu tun (oder jetzt zusätzlich mit Krieg), sondern generell meist die allgemeine Sehnsucht zu tollen Momenten in der Vergangenheit. Deswegen trenden ja die 90er oder 80er durch Film, Funk und Fernsehen, um das zu triggern. Wie die etlichen neu aufgelegten Serien oder Filme unserer Kindheit.

Das Problem ist: Das kommt nicht wieder. Der Unschärfefilter der Kinderaugen ist weg, wir sehen die Dinge, wie sie sind. Auch, weil seitdem so viel mehr Wahrnehmbarkeiten existieren, Meinung gemacht wird 24/7. Sei es Twitter, Instagram, Facebook oder das Forum hier, oder in allen Medien. Wir wissen viel mehr über unsere "Helden" und meistens ist das nicht so prickelnd, was man dann so erfährt.

Und das nagt an all dem schönen Bild. Selbst Fans eines Vereins untereinander haben jetzt viele Gruppen, die nicht nur in Sachen "Einsatz" sich unterscheiden, sondern auch (sport-)politische Differenzen haben. Also egal auf welcher Ebene man schaut, ist es kaum noch ein "wir", weil da nichts zusammenpasst, zusammengehört und oftmals auch nicht zusammengehören will.

Profi-Fußball ist grundsätzlich Unterhaltungsbranche. IMO ist es vergleichbar, ein Fan vom BVB oder vom MCU (Marvel Cinematic universe) zu sein. Letzteres hat deutlich mehr Kontrolle über seine Stories und Show-elemente, während bei ersteren zumindest hier und da das Narrativ noch von außen beeinflusst wird. Aber man versucht es trotzdem, ihm eine "Marke" und Anschein aufzudrücken.

Fußball grundsätzlich ist toll.

moderner Fußball - Stimmung allgemein

AGraute, Mittwoch, 23.03.2022, 13:56 (vor 1401 Tagen) @ magic82

Diese Überlegungen gab es hier schon häufiger.
Hatte hier schonmal ein paar Gründe geschrieben.

- kaum Wettbewerb
- Kommerzialisierung in allen Bereichen
- statt versprochener Demut werden weiterhin wahnwitzige Ablösen und Gehälter gezahlt
- Plastikclubs
- unzählige Anstoßzeiten
- mehrere TV-Abos sind notwendig
- das Gefühl von parteiischen Schiris
- aufgrund fehlender Fans kaum "Feeling" auf der Couch
- Übertragungen via Stream
- Qualität der "Journalisten" und "Experten"
- weniger Bindung aufgrund kürzerer Verweildauer der Spieler und Trainer
- Sonderrolle des Profifußballs während der Pandemie
- alles was mit dem DFB zu tun hat
- ...

- inzwischen muss sicherlich noch Inflation ergänzt werden. Wenn Fans überlegen, ob sie sich die Karten aktuell leisten können und Spieler gleichzeitig im neuesten Designerfummel rumlaufen oder für Instagram posieren werden die Missverhältnisse noch offensichtlicher.
- Evtl. erschwerte Anreise durch A45
- zunehmende Einmischung von Staaten
- UEFA plant laut NY Times neue Regeln fürs financial Fairplay. es soll ein prozentuales Verhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben vorgeschrieben werden. x% von unendlich bleibt jedoch unendlich.

gefühlt kann man den ganzen Tag die Liste weiterführen.
Positive Punkte zu finden wird deutlich schwieriger.
Dennoch freue ich mich auf die restlichen Saisonspiele im Westfalenstadion und versuche möglichst wenig pessimistisch an die Sache heranzugehen.


Gespannt bin ich auf die Kündigungszahlen der Dauerkarten. Gemeckert wird schnell, aber ob dann wirklich mehr als in der Vergangenheit frei werden kann ich mir schlecht vorstellen. Mal sehen.

moderner Fußball - Stimmung allgemein

Candamir85, Siegen, Donnerstag, 24.03.2022, 07:44 (vor 1400 Tagen) @ AGraute

- inzwischen muss sicherlich noch Inflation ergänzt werden.
- Evtl. erschwerte Anreise durch A45

Das sind bei bei mir tatsächlich die Hälfte der K.o.-Kriterien.

Gespannt bin ich auf die Kündigungszahlen der Dauerkarten. Gemeckert wird schnell, aber ob dann wirklich mehr als in der Vergangenheit frei werden kann ich mir schlecht vorstellen. Mal sehen.

Ich gebe meine Dauerkarte nicht ab, die bekommt erstmal der zwölfjährige Neffe in Dortmund, der ganz heiß aufs Stadion ist. Ich bin allerdings gespannt, ob das anhält.

moderner Fußball - Stimmung allgemein

Mob-Jenson, Siegen, Donnerstag, 24.03.2022, 10:07 (vor 1400 Tagen) @ Candamir85

- inzwischen muss sicherlich noch Inflation ergänzt werden.
- Evtl. erschwerte Anreise durch A45


Das sind bei bei mir tatsächlich die Hälfte der K.o.-Kriterien.

Gespannt bin ich auf die Kündigungszahlen der Dauerkarten. Gemeckert wird schnell, aber ob dann wirklich mehr als in der Vergangenheit frei werden kann ich mir schlecht vorstellen. Mal sehen.


Ich gebe meine Dauerkarte nicht ab, die bekommt erstmal der zwölfjährige Neffe in Dortmund, der ganz heiß aufs Stadion ist. Ich bin allerdings gespannt, ob das anhält.

Man wird sehen wie die Lage unter Vollauslastung Samstag 15:30 Uhr auf der 45 ist. Je nach Fahrtzeit (Spritpreise nicht vergessen) überlegt man sich dann vielleicht doch auf jedes zweite Spiel zu verzichten und nimmt dann eher mal einen angebotenen Bus in Anspruch.

moderner Fußball - Stimmung allgemein

Mob-Jenson, Siegen, Mittwoch, 23.03.2022, 14:22 (vor 1401 Tagen) @ AGraute

Diese Überlegungen gab es hier schon häufiger.
Hatte hier schonmal ein paar Gründe geschrieben.

- kaum Wettbewerb
- Kommerzialisierung in allen Bereichen
- statt versprochener Demut werden weiterhin wahnwitzige Ablösen und Gehälter gezahlt
- Plastikclubs
- unzählige Anstoßzeiten
- mehrere TV-Abos sind notwendig
- das Gefühl von parteiischen Schiris
- aufgrund fehlender Fans kaum "Feeling" auf der Couch
- Übertragungen via Stream
- Qualität der "Journalisten" und "Experten"
- weniger Bindung aufgrund kürzerer Verweildauer der Spieler und Trainer
- Sonderrolle des Profifußballs während der Pandemie
- alles was mit dem DFB zu tun hat
- ...

- inzwischen muss sicherlich noch Inflation ergänzt werden. Wenn Fans überlegen, ob sie sich die Karten aktuell leisten können und Spieler gleichzeitig im neuesten Designerfummel rumlaufen oder für Instagram posieren werden die Missverhältnisse noch offensichtlicher.
- Evtl. erschwerte Anreise durch A45
- zunehmende Einmischung von Staaten
- UEFA plant laut NY Times neue Regeln fürs financial Fairplay. es soll ein prozentuales Verhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben vorgeschrieben werden. x% von unendlich bleibt jedoch unendlich.

gefühlt kann man den ganzen Tag die Liste weiterführen.
Positive Punkte zu finden wird deutlich schwieriger.
Dennoch freue ich mich auf die restlichen Saisonspiele im Westfalenstadion und versuche möglichst wenig pessimistisch an die Sache heranzugehen.


Gespannt bin ich auf die Kündigungszahlen der Dauerkarten. Gemeckert wird schnell, aber ob dann wirklich mehr als in der Vergangenheit frei werden kann ich mir schlecht vorstellen. Mal sehen.

Damit hast Du so ziemlich alles aufgezählt, was in Summe einige (wie viele werden wir sehen) vom Stadionbesuch und generellem Interesse am Profifussball abhalten wird.
Ich sehe jetzt einfach mal das Positive: es wird eine reinigende Wirkung haben.

Und b) ich freue mir einen Loch in den Bauch - auch wenn ich schon einige Spiele wieder am Buckel habe - am 02.04. in einem vollbesetzten Bus mit den ganzen Kackbratzen teils über Land zu tuckern um dann in frühlingsschwangerer Atmosphäre am Tennisheim und bei Steffis ein Bier zu schlürfen und mich dann schimpfend in die verkackte Schlange am Südosteingang quetschen zu müssen.

moderner Fußball - Stimmung allgemein

Laehsche, Mittwoch, 23.03.2022, 14:35 (vor 1401 Tagen) @ Mob-Jenson

Ich geb dich Kackbratze...

moderner Fußball - Stimmung allgemein

Mob-Jenson, Siegen, Donnerstag, 24.03.2022, 10:08 (vor 1400 Tagen) @ Laehsche

Ich geb dich Kackbratze...

Halt einfach 2 Plätze und für mich ein Bier frei!

moderner Fußball - Stimmung allgemein

Smeller, Dortmund, Mittwoch, 23.03.2022, 13:47 (vor 1401 Tagen) @ magic82

Im Grunde genommen musst du Fußball wieder mit vollen Stadien erleben und dich dann fragen, ob die Entfremdung immer noch da ist. Was für Konsequenzen du daraus ziehst, ist allein dir überlassen.

Ich persönlich habe unglaublich Bock darauf wieder ins Westfalenstadion zu gehen, wenn das Ding voll ist. Am besten direkt gegen die Dosen und die Brause aus dem Stadion brüllen.

moderner Fußball - Stimmung allgemein

herrNick, Mittwoch, 23.03.2022, 13:35 (vor 1401 Tagen) @ magic82

Aber die letzten Jahre merke ich, wie mein Interesse für den Fußball schwindet. [gekürzt] Das Geschäft Fußball wurde noch mehr zum Geschäft.
Ich beschäftige mich früher schon, aber aktuell intensiver, mit der NFL

Wenn Du Dich intensiver mit der NFL beschäftigst und Dich das interessiert, glaube ich nicht, ob wirklich die Kommerzialisierung der Hauptgrund für Dein schwindendes Fußball-Interesse ist. Kommerzialisierter als die großen US-Sportarten geht ja im Prinzip nicht.

moderner Fußball - Stimmung allgemein

magic82, Heinersreuth, Mittwoch, 23.03.2022, 13:40 (vor 1401 Tagen) @ herrNick

das habe ich mich auch schon gefragt. Vielleicht liegt es daran, dass die NFL von Anfang an das kommerzielle Produkt war. Das man wusste auf was man sich einlässt, wohingegen beim Fußball das anfangs noch nicht so (offensichtlich) ausgeprägt war.

moderner Fußball - Stimmung allgemein

FliZZa, Sersheim, Mittwoch, 23.03.2022, 13:44 (vor 1401 Tagen) @ magic82

das habe ich mich auch schon gefragt. Vielleicht liegt es daran, dass die NFL von Anfang an das kommerzielle Produkt war. Das man wusste auf was man sich einlässt, wohingegen beim Fußball das anfangs noch nicht so (offensichtlich) ausgeprägt war.

Ist bei mir auch so.
Allerdings im Eishockey.
Da ist es mir im Grunde auch fast egal, dass mein Verein an Anlehnung an den ersten Hauptsponsor bennant wurde, die Liga "Penny-DEL" heißt oder die Spieler rumlaufen wie Litfaßsäulen.

moderner Fußball - Stimmung allgemein

Chappi1991 ⌂ @, Mittwoch, 23.03.2022, 13:39 (vor 1401 Tagen) @ herrNick

Aber die letzten Jahre merke ich, wie mein Interesse für den Fußball schwindet. [gekürzt] Das Geschäft Fußball wurde noch mehr zum Geschäft.
Ich beschäftige mich früher schon, aber aktuell intensiver, mit der NFL


Wenn Du Dich intensiver mit der NFL beschäftigst und Dich das interessiert, glaube ich nicht, ob wirklich die Kommerzialisierung der Hauptgrund für Dein schwindendes Fußball-Interesse ist. Kommerzialisierter als die großen US-Sportarten geht ja im Prinzip nicht.

Nicht unbedingt. Trikotwerbung gibt es da zum Beispiel nicht. Wenn man im amerikanischen TV die Spiele guckt oder ins Stadion geht, dann hat man natürlich Kommerz pur. Aus deutscher Sicht gar nicht mal so sehr.

moderner Fußball - Stimmung allgemein

Muli, Siegen;Block 12, Mittwoch, 23.03.2022, 13:32 (vor 1401 Tagen) @ magic82

Wir sind einfach Opfer der sportlichen Diskrepanz zwischen den ganz großen und dem Rest der abgehangen wurde. Der BVB hat sich zwischen den Global-Playern und dem Rest der Liga in einer finanziellen Nische manifestiert, die jeglichen sportlichen Wettbewerb ad absurdum führen.
CL spielt man in 4 von 5 Jahren immer, aber die Meisterschaft wirklich spannend gestalten kann man in maximal 1 von 5 Jahren. Der sportliche Wettbewerb ist de facto tot.

Das alles gepaart mit dem Selbstverständnis, was einige durch jahrelanges Bayern-Verfolger und "dieses Jahr aber wirklich"-Gebrabbel an Tag legen, hat uns in diesen sportlich Luftleeren Raum befördert, aus dem der BVB ohne einschneidende Wettbewerbsveränderung oder massivsten sportlichen und finanziellen Suizid nicht mehr herauskommt.

Manchmal wünschte man sich aktuell, man wäre lieber Fan von der Eintracht oder vom Effzeh geworden.

moderner Fußball - Stimmung allgemein

magic82, Heinersreuth, Mittwoch, 23.03.2022, 13:36 (vor 1401 Tagen) @ Muli

Das ist sicher ein Faktor, aber wie geht man damit um?
Auf Knopfdruck den Verein wechseln kann man ja nicht und die Situation ist nunmal so wie sie ist?
Krass gemerkt habe ich das übrigens beim letzten Pokalsieg. Ich habe mich einerseits wirklich gefreut, gerade nach dem turbulenten Saisonverlauf, aber andererseits hatte ich dieses Gefühl "naja, gibt wichtigeres" in mir

Klopp-Zeit und das Danach...

Goalgetter1990, Mittwoch, 23.03.2022, 13:29 (vor 1401 Tagen) @ magic82

Sorry, dass ich dafür ein Thema aufmache, aber mich würde interessieren wie ihr so dazu steht.
Ich bin jetzt 40 und habe von 5 bis Mitte 30 Fußball gespielt. Nicht hochklassig, nicht immer erfolgreich, aber mit Leidenschaft. Ich habe den lokalen Fußball verfolgt, mich auf die neue Saison gefreut und natürlich professionellen Fußball geschaut. Ich bin seit ich ca. 7 bin BVB Fan.
Da ich aus Nordbayern komme, war mir die Rivalität mit den blauen immer relativ wurscht. Von den umliegenden Bayernfans wurde ich immer zu einem Vergleich genötigt, aber auch der FCB war mir letzlich egal. Für mich lag der Fokus auf dem BVB. Natürlich habe ich als Fan EMs und WMs verfolgt und jeden Samstag Sportschau geschaut und war relativ gut informiert über die BL und den internationalen Fußball.

> Unvergessen ist 2002 - Dede - Ewerthon - Meisterschaft, oder mein allererster Stadionbesuch in Dortmund am 30.04.2011 - 2:0 gegen Nürnberg - Meisterschaft - Party in der Stadt.
[quote]Aber die letzten Jahre merke ich, wie mein Interesse für den Fußball schwindet.
Corona hat eine Menge dazu beigetragen. Durch die leeren Stadien war das Feeling irgendwie weg. Dann die ganze Posse um Superligen und WMs alle zwei Jahre. Das Geschäft Fußball wurde noch mehr zum Geschäft.[/quote]

Zumindest für uns (also BVB Fans) sollte man nicht vergessen, dass dieses Gefühl der Entfremdung und niedrigeren Leidenschaft sehr stark mit der Klopp-Zeit zusammenhängt. Man hatte 7 Jahre etwas, was man als verlängerten Kokain-Rausch beschreiben könnte, alles was danach kam war Verwaltung mit gelegentlichen aber trotzdem schönen Highlights.

Im Forum hatte es mal jemand beschrieben mit "Es ist wie, wenn du dich im Guten von deiner Ultra-Heißen Freundin trennst: Du weißt die Zeit zu schätzen und wirst sie niemals vergessen, weißt aber genau, dass es nie wieder so gut wird und du nie wieder etwas ähnliches bekommen wirst"

Ich bin mir nichtmal sicher, ob das überhaupt vermeidbar war. Ich würde es in unserem Fall aber wie gesagt eher nicht dem "modernen Fußball" zuschreiben.

Klopp-Zeit und das Danach...

MirkoWSG, Mittwoch, 23.03.2022, 18:42 (vor 1400 Tagen) @ Goalgetter1990

Im Forum hatte es mal jemand beschrieben mit "Es ist wie, wenn du dich im Guten von deiner Ultra-Heißen Freundin trennst: Du weißt die Zeit zu schätzen und wirst sie niemals vergessen, weißt aber genau, dass es nie wieder so gut wird und du nie wieder etwas ähnliches bekommen wirst"

Zum Glück habe ich von dieser Zeit noch ein paar Videos auf dem Rechner

Klopp-Zeit und das Danach...

Muli, Siegen;Block 12, Mittwoch, 23.03.2022, 13:35 (vor 1401 Tagen) @ Goalgetter1990

Zustimmung! Die Klopp-Jahre sind quasi in paradox positiv-negativer Weise der Ursprung des Zustands, den ich mit dem "sportlich und finanziell luftleeren Raum" beschrieben habe.

Klopp-Zeit und das Danach...

homer73, Dortmund-Wellinghofen (oder Block 87), Mittwoch, 23.03.2022, 17:38 (vor 1400 Tagen) @ Muli

Zustimmung! Die Klopp-Jahre sind quasi in paradox positiv-negativer Weise der Ursprung des Zustands, den ich mit dem "sportlich und finanziell luftleeren Raum" beschrieben habe.

Dazu noch, dass durch diese Zeit die Bayern quasi angestachelt wurden, sich so zu verstärken, dass sie so domimant geworden sind, wie sie es jetzt sind. (ist ein komplizierter Satz geworden)

Klopp-Zeit und das Danach...

magic82, Heinersreuth, Mittwoch, 23.03.2022, 13:39 (vor 1401 Tagen) @ Muli

auch das mag stimmen, aber danach gab es auch aufs und abs. Es gab den Anschlag, der alle hat zusammenschweißen lassen. Es gab verlorene Finals und spiele z.B. gegen die Bayern wo dann eine Art Jetzt erst Recht Einstellung entstanden ist "nächstes Jahr zeigen wirs den Arschgeigen".
Wenn wir jetzt gegen die Bayern verlieren denke ich mir "naja, wird Gründe haben"

Klopp-Zeit und das Danach...

majae, Muc, Mittwoch, 23.03.2022, 21:15 (vor 1400 Tagen) @ magic82

Wenn wir jetzt gegen die Bayern verlieren denke ich mir "naja, wird Gründe haben"

Resignation. Ist genauso wie mit der Meisterschaft. Letzte Woche noch mit einem Freund drüber gesprochen, der war voller Hoffnung, dass wir es noch packen könnten. Ich weiß nicht, ob ich diejenigen dafür beneiden soll, weil die Saison so wenigstens noch etwas Sinn ergibt oder belächeln, weil sie auch im zehnten Jahr in Folge nicht dazu lernen wollen. Spannung gibt es höchstens noch alle paar Jahre im Pokalfinale, andere Titel sind völlig utopisch, am nächsten war noch die Meisterschaft unter Favre, die wir dann völlig erbärmlich verspielt haben. Klar, Fans anderer Vereine erleben das in ihrem ganzen Fanleben nicht, aber durch die Abo-Vizemeisterschaft gibt es in der Liga auch einfach keinerlei Spannung mehr. Am Ende des Tages (der Saison) ist es völlig wumpe ob wir gegen Freiburg gewinnen oder verlieren.
Dank dem Ende der letzten Saison weiß ich aber auch, dass sich das schnell wieder ändern kann. Es braucht nur ein gemeinsames Ziel, das ambitioniert aber nicht komplett unrealistisch ist, und eine Mannschaft, die diesen Namen verdient hat.

moderner Fußball - Stimmung allgemein

Alex, Block 12, Mittwoch, 23.03.2022, 13:28 (vor 1401 Tagen) @ magic82

Nichts gegen dich aber gefühlt ist das jetzt der xte Thread über Entfremdung vom Fußball in Corona Zeiten.
Ja, ist ein stückweit sicher normal weil andere Dinge mehr in den Vordergrund gerückt sind und man auch selten bis nie im Stadion war.
Ändert sich vielleicht jetzt wieder oder halt nicht.

moderner Fußball - Stimmung allgemein

magic82, Heinersreuth, Mittwoch, 23.03.2022, 13:33 (vor 1401 Tagen) @ Alex

Die Frage war ja, hat das mit Covid zu tun? Oder ist es die Entwicklung an sich. Wie gehen andere damit um?
Es ist nicht so das mir de BVB irgendwie egal wird, aber wenn sie aus der EL rausfliegen, dann rege ich mich nichtmal mehr richtig auf. Ich wundere mich nur und denke "tja, selber schuld" und warte gespannt, welche Ausreden dafür präsentiert werden.

moderner Fußball - Stimmung allgemein

Schnippelbohne, Bauernland, Mittwoch, 23.03.2022, 14:02 (vor 1401 Tagen) @ magic82

Die Frage war ja, hat das mit Covid zu tun? Oder ist es die Entwicklung an sich. Wie gehen andere damit um?
Es ist nicht so das mir de BVB irgendwie egal wird, aber wenn sie aus der EL rausfliegen, dann rege ich mich nichtmal mehr richtig auf. Ich wundere mich nur und denke "tja, selber schuld" und warte gespannt, welche Ausreden dafür präsentiert werden.

Wie andere User auch schon schrieben: Die Frage kannst du nur selbst beantworten. Das Phänomen der teilweisen Entfremdung wurde hier während der Corona-Zeit immer wieder beschrieben. Da wird dir hier niemand was neues erzählen können. Was genau erwartest du daher hier? Dass dich jemand überredet, wieder ins Stadion zu gehen? Wenn dir die NFL inzwischen mehr Spaß macht, dann ist das eben so.
Ich persönlich habe auch während Corona viele Gelegenheiten genutzt, Fußball live zu sehen und werde auch bei Vollbesetzung wieder ins Westfalenstadion gehen. Es kann allerdings sein, dass ich im neuen, aufgeblähten Champions League-Format nicht mehr versuche, jedes Heimspiel zu sehen und mir auch auswärts eher die Rosinen rauspicke, weil es mir ansonsten einfach zu viel wird (Zeit, Geld...). Der Bundesliga werde ich wohl treu bleiben.

moderner Fußball - Stimmung allgemein

Henral, Mittwoch, 23.03.2022, 15:37 (vor 1401 Tagen) @ Schnippelbohne

Die Frage war ja, hat das mit Covid zu tun? Oder ist es die Entwicklung an sich. Wie gehen andere damit um?
Es ist nicht so das mir de BVB irgendwie egal wird, aber wenn sie aus der EL rausfliegen, dann rege ich mich nichtmal mehr richtig auf. Ich wundere mich nur und denke "tja, selber schuld" und warte gespannt, welche Ausreden dafür präsentiert werden.

Wie andere User auch schon schrieben: Die Frage kannst du nur selbst beantworten. Das Phänomen der teilweisen Entfremdung wurde hier während der Corona-Zeit immer wieder beschrieben. Da wird dir hier niemand was neues erzählen können. Was genau erwartest du daher hier? Dass dich jemand überredet, wieder ins Stadion zu gehen? Wenn dir die NFL inzwischen mehr Spaß macht, dann ist das eben so.
Ich persönlich habe auch während Corona viele Gelegenheiten genutzt, Fußball live zu sehen und werde auch bei Vollbesetzung wieder ins Westfalenstadion gehen. Es kann allerdings sein, dass ich im neuen, aufgeblähten Champions League-Format nicht mehr versuche, jedes Heimspiel zu sehen und mir auch auswärts eher die Rosinen rauspicke, weil es mir ansonsten einfach zu viel wird (Zeit, Geld...)
. Der Bundesliga werde ich wohl treu bleiben.


Ich wohne in NL. Die Bundesliga im Allgemeinen und der BVB im Besonderen haben mich immer starker interessiert als die Eredivisie oder Klubs wie Ajax, Feyenoord, PSV, Vitesse (Arnhem ist meine Stadt) und so weiter. In Deutschland wurde besser gespielt und die Atmosphäre dort fand ich attraktiver. Das hat sich in den letzten Jahren für mich im negativen Sinne geändert, in beiderlei Hinsicht.

Ich habe fast den Punkt erreicht dass die Bundesliga mich kaum noch berürht. Der Mangel an Spannung ist fatal und der Unterschied im Spiellevel zwischen Bundesliga und Eredivisie hält sich immer weiter in Grenzen.
Logische Konsequenz: ich besuche jetzt lieber die Spiele in der Eredivisie.

Und für Spannung oder Variation im Ausland konzentriere ich mich immer mehr auf Stadionbesuche in Belgien.

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