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Felix Neureuthers Reportage: Wer braucht noch dieses Olympia (Fußball und Sport allgemein)

bastlke, Kempten, Dienstag, 01.02.2022, 12:22 (vor 1451 Tagen) @ boristhespider

Hm, weiß auch nicht. Die Sportler sollen also ein Zeichen setzen.

Alle von uns können ein Zeichen setzen, indem wir uns diesen Kram einfach nicht mehr anschauen.
Die Medien - grade die öffentlich-rechtlichen - könnten ein Zeichen setzen, indem sie diesen Kram nicht mehr übertragen.

Aber solange es die gewünschten Einschaltquoten gibt, werden die Medien dieses Zeichen eher nicht setzen. Und weiter viel Geld für die Übertragungsrechte ausgeben und die Werbeplätze für viel Geld verkaufen.

Und die Einschaltquoten gibt es, weil eben die Mehrheit des Zuschauer dieses Zeichen nicht setzt.
Und man sich Eishockey, Rodeln oder Biathlon dann eben doch mal reinzieht. Und in den Nachrichten wird jeden Tag über die Medaillen berichtet.

Ich finde, man macht es sich leicht, wenn man das Zeichen setzen an die Sportlerinnen delegiert. Oh wow, die haben sich hingekniet, dann kann ich ja mit gutem Gewissen weiter glotzen.

Wir könnten auch ein voll krasses Zeichen setzen, indem wir die Produkte der Sponsoren boykottieren. Glücklicherweise fällt einem bei Heineken der Boykott auch gar nicht schwer (nur als Beispiel, keine Ahnung ob die Sponsor sind).

Solange wir uns die Übertragungen aus Sotschi, Beijing, Qatar usw anschauen, wird der Zirkus auch weitergehen.

Was ändert sich denn im Hinblick auf das IOC, wenn wir die olympischen Spiele nicht mehr anschauen? Ich denke gar nichts. Die IOC vergibt die Spiele an die Länder die sich am Erkenntlichsten zeigen sowie autoritär geführt werden. Da wird nicht das "Volk" gefragt, seit ihr dafür oder dagegen.Da entscheidet der Machthaber. So geschehen in Russland oder China. Oder Katar.

Im Hinblick auf die Sportler wäre es vermutlich kontraproduktiv die Spiele nicht zu schauen. Gerstern wurde ein Bobfahrer interviewt, der meinte das er 150.000 € erst einmal im Jahr vorfinanzieren und ins Risiko gehen muss, und dann hofft durch Siegprämien und Werbeverträge ein gutes Geschäft zu machen. Leben kann er davon aber nicht. Der gute Mann fährt wohlgemerkt bei Olympia mit.

Das Problem ist doch, wie bei der FIFA auch: Letztendlich wollen die Sportler Ihrem Sport nachgehen, und werden von der IOC/FIFA als Produkt verkauft. Die müssen halt dort hin wo die IOC möchte. Ablehnen ist für viele keine Option, Sie können es sich nicht leisten. Also wird die Kröte geschluckt und mitgemacht.

Einige gut verdienende Spitzensportler können meiner Meinung sehr wohl Ihrem Unmut kund tun und klare Kante zeigen. Stell dir vor bei der Siegerehrung trägt jemand einen entsprechenden Slogan unter seiner Jacke, und zeigt diesen dann, wenn hunderte Millionen vor dem Fernseher sitzen.


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