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Das Westfalenstadion hat uns den Hintern gerettet (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Dienstag, 11.01.2022, 21:56 (vor 1472 Tagen) @ Klopfer

Wo siehst du da jetzt den Unterschied zu den WM-Stadien 1974 (unter anderem dem Westfalenstadion)?


Das Olympiastadion war zu seiner Zeit schon das weltweit teuerste Stadion, das erste in Deutschland mit Rasenheizung und einem ausgewiesenem VIP-Bereich.

Da konnte der BVB mit seinem minimalistischem Zweckbau, der zudem 16.000 Zuschauer weniger fasste, vorerst nur von träumen.

Die Einnahmen mit diesem Stadion machten den FC Bayern in 70ern zu einem echten Krösus.
Konkurrenten in den 70ern, wie Gladbach, waren damit wirtschaftlich ohne jede Chance, obwohl sportlich absolut ebenbürtig.

SGG
Klopfer

Das Olympiastadion war ein wunderschönes Leichtathletikstadion. Leichtathletik ist eine Sommersportart und im Sommerhalbjahr war es im Olympiastadion auch bei Fußballspielen angenehm. Es sei denn, es ging gerade ein Gewitterguss herunter. Im Winterhalbjahr hingegen war das Olympiastadion für die Zuschauer schlicht ein kalter, zugiger, nasser Aufenthaltsort, den man mehr und mehr mied.

Der FC Bayern nutzte das Olympiastadion ab 1972. Die Dominanz der Bayern von 1972 bis 1974 hatte aber nichts mit dem Stadion und eventueller Mehreinnahmen daraus zu tun. Die Mannschaft bestand z.T. aus Weltklassespielern, die in dieser Besetzung teilweise seit dem Aufstieg 1975 zusammenspielte und die in diesen Jahren schlicht auf ihrem sportlichen Höhepunkt waren. Nach 1974 begann dann der Absturz der Bayern in die gehobene Mittelmäßigkeit der Bundesliga.

Gladbach, Köln, HSV hatten Bayern deutlich hinter sich gelassen. Auch finanziell. Der erste Millionentransfer in der Bundesliga war Roger van Gool, den der EffZeh aus Belgien verpflichtete. Satt, überaltert, über den sportlichen Zenit hinaus, in der Bundesliga nicht mehr motiviert - das war Bayern Mitte der 70er. Und das Stadion wurde immer leerer. Im Europapokal konnte sich die Mannschaft noch motivieren und dann war bei einigen Europapokalspielen das Stadion noch einmal voll. Aber auch das endete 1976.

Als Präsident Neudecker nach einem Spielerstreik zurücktrat und Uli Hoeneß als Manager übernahm, war der Club sportlich gehobenes Mittelmaß und wirtschaftlich aufgrund der hohen Schuldenlast nicht mehr richtig handlungsfähig.

Uns hat das Westfalenstadion zunächst finanziell, dann sportlich den Arsch gerettet. Regionalliga West, Kampfbahn Rote Erde, hohe Verschuldung - das war im Grunde genommen das wirtschaftliche und sportliche Todesurteil. Die kurzfristige getroffene Entscheidung für Dortmund als WM-Spielort ließ im Prinzip nur noch einen solchen Stadionbau zu. Mehr Glück als Verstand, aber die (nicht vom BVB getroffene) beste Entscheidung in der Clubgeschichte.

Es kam die Zweite Bundesliga und mit ihr und dem Westfalenstadion eine neue Fußballbegeisterung in Dortmund. Volles Haus, zumindest gut gefüllt in jedem Heimspiel. Finanzielle Konsolidierung und sportlich ging es auch aufwärts. Wir waren der Krösus der 2. Bundesliga, nicht nur der Nordgruppe. Und konnten uns entsprechend Spieler und Trainer leisten, die für andere Zweitligisten unerschwinglich waren. Mit dem Aufstieg hat es dann noch etwas gedauert, aber als wir 1976 aufstiegen, waren wir finanziell auf dem aufsteigenden und Bayern auf dem absteigenden Ast. Ende der 70er gehörten wir zu den wohlhabendsten Bundesligaclubs.

Dass die Schere zwischen uns und den Bayern dann wieder auseinanderging, hatte andere Gründe als die Stadien.


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