Willkommen im BVB-Forum

Diego Maradona ist im Alter von 60 Jahren gestorben (BVB)

Alones, Donnerstag, 26.11.2020, 09:50 (vor 2158 Tagen) @ Sascha

Ist dir das selbst nicht peinlich so über einen toten Menschen zu schreiben, der sicherlich nicht immer die richtigen Entscheidungen getroffen hat. Ich weiß auch nicht ob du Leute kennst aus dem Milieu, da laufen die Dinge ein wenig anders. Wie es in Italien läuft will ich mir gar nicht ausmalen, es gibt zig Dokus dazu.

Maradona wird auf Grund seiner Drogenprobleme nicht immer die Wahl gehabt haben Nein zu sagen, wenn die Leute vor der Tür stehen. Kann man als Charakterschwäche auslegen, aber er ist gewiss nicht der einzige Mensch der den Weg des geringsten Widerstands gegangen ist.

https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/unter-gangstern-baby-mafia-in-italien-100.html


Trotzdem ist die Meinung über Maradona als Person abseits des Platzes nachvollziehbar. Dazu gehört ja auch seine Nähe zu Personen / Regimen, die jetzt nicht unbedingt als lupenreine Demokraten gelten.

Maradona war (leider) vor meiner Zeit, aber er ist mir jetzt eigentlich nie sonderlich negativ aufgefallen. Er war halt ein Wahnsinniger, aber damit hat er in erster Linie nur sich selbst geschadet. Eine der größten Fußballlegenden aller Zeiten. Man muss sich nur mal anschauen, was in Argentinien und Napoli los ist. Schade, dass er seine Drogensucht nie in den Griff bekommen hat. 60 ist heutzutage kein Alter mehr. RIP, Diego.

Was Mafia-Connections etc. angeht, ist es aus der Ferne immer leicht zu urteilen, wenn man die Umstände nicht kennt. Nur gibt es dann schon noch ein paar Graustufen. Im deutschen Elfenbeinturm mag das alles völlig unvorstellbar sein, aber die Mafia ist beispielsweise in manchen Teilen der Welt einfach systemrelevant. So schlimm ein Pablo Escobar z.B. war, so gilt er in Südamerika für viele Menschen bis heute als ein Heiliger, weil er neben einer unglaublich asozialen, auch eine sehr soziale Seite hatte.

Die meisten Leute können sich einfach nicht in andere Lebenswirklichkeiten hineinversetzen. Wer er nach dem Zerfall der UDSSR in vielen Staaten Osteuropas überleben wollte, ist zwangsläufig nicht um die Mafia rumgekommen. Manche Strukturen haben sich bis heute gehalten. Und Süditalien ist sowieso noch einmal ein Thema für sich. Dementsprechend finde ich nicht, dass man jemanden deswegen pauschal verurteilen sollte.


Antworten auf diesen Eintrag:



gesamter Thread: