Willkommen im BVB-Forum

Der Club Brügge - BVB Analysethread (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Donnerstag, 05.11.2020, 18:11 (vor 2176 Tagen) @ pactum Trotmundense

Dies gilt insbesondere für die Defensivarbeit im Strafraum. Brügge hat gestern z.B. nicht allzuviel hohe Flanken in den Strafraum geschlagen. Wenn dies dann doch der Fall war, hatten wir außer Akanji keinen weiteren Spieler im Abwehrzentrum, der im Luftzweikampf klären konnte.


Da muss ich widersprechen. Als ich Witsel in der Abwehr sah hatte ich auch direkt die Befürchtung, dass die Lufthoheit nicht sein Ding sein würde, weil ich ihn gefühlt nie in der Luft gesehen habe. Deswegen habe ich genauer hingeschaut. Es gab nur drei Situationen, wo Witsel einen Luftzweikampf zu führen hatte. Alle drei hat er für sich entschieden. Ich war etwas verblüfft, aber auch erfreut. Aber warum hätte es auch nicht so sein sollen? Witsel ist 1,86cm groß. Genauso wie Bellingham und Brandt. Der Rest unserer Jungs im Mittelfeld ist kleiner.

Wie diese Luftzweikämpfe einzuordnen sind, ist vielleicht Ermessenssache. Wenn Intensität und Qualität der Hereingaben und der Gegenspieler steigen, sehe ich persönlich Witsel eher nicht als Alternative im Abwehrzentrum. Die reine Körpergröße allein ist da weniger wichtig als Sprungkraft und vor allem Timing, und das bei Gegnerkontakt.

Witsel vermeidet auf seiner angestammten Position eher das Kopfballspiel. Nur wenn es unumgänglich ist, dann sieht man es von ihm. Und dann ist es etwas anders als ein Luftzweikampf in der Box gegen den gegnerischen Mittelstürmer. Ich bleibe da bei meiner geäußerten Skepsis.

Dass er von den zur Verfügung stehenden Alternativen die beste Opfion war, steht für mich allerdings auch außer Frage.

Dass Witsel in diesen Situationen auch nicht das geschickteste Stellungsspiel zeigte, war sicherlich der ungewohnten Position geschuldet.


Das wäre ein Punkt an dem man arbeiten kann. Allerdings war dieses Manko kleiner als ich es befürchtet hatte. Nach dem Spiel war mir dann klar, warum Favre Witsel in die Abwehr steckte und nicht Delaney oder Dahoud.

Dass ich Witsel zutraue, das notwendige Niveau im Stellungsspiel in der Innenverteidigung erreichen zu können, hatte ich auch angemerkt.

Es blieb Favre eigentlich nur die Wahl zwischen Witsel und Delaney. Dahoud wäre da mMn keine Option gewesen. Delaney hatte neulich bereits einen Einsatz in der IV, wenn auch in der Dreierkette als linker Halbverteidiger (wenn ich mich recht erinnere). Seine entsprechende Leistung war eher wenig überzeugend. Aber nicht nur deshalb war es die richtige Entscheidung von Favre, Delaney im defensiven/zentralen Mittelfeld zu positionieren. Er ist schon seit einiger Zeit für mich ein Schlüsselspieler auf dieser Position.

Er wäre mMn bei seiner Erfahrung und Qualität als Spieler auch durchaus in der Lage, dies deutlich zu verbessern. Aber Defensivkopfballspiel in der Innenverteidigung dürfte nach meiner Ansicht für Witsel ein Manko bleiben, das gegen eine dauerhafte Einnahme dieser Position durch ihn spricht.


Ich sehe das Manko eher in seinem Offensivdrang. Grundsätzlich das, was wir auch in der Abwehr gebrauchen können, aber eben gefährlich.

Ob ihm der Offensivdrang im Wege stehen würde, weiß ich nicht. Ich hatte eher den Eindruck, dass er sich das eine oder andere mal aus In enverteidigerposition hat herauslocken lassen; sei es in Richtung Außenpositionen oder auch ins Mittelfeld hinein. Das kann gegen einen anderen Gegner ins Auge gehen. Er hat es dann korrigiert, als er es realisiert hatte.

Wie gesagt, gegen bestimmte Gegner und bei entsprechenden Ausfällen in unserer Innenverteidigung kann er mMn durchaus eine Alternative sein, wie er es ja auch gestern gezeigt hat. Gegen Gegner mit höher Qualität nicht nur im Strafraumspiel wären nach meiner Einschätzung zwei gelernte Innenverteidiger dann doch die bessere Variante.


Antworten auf diesen Eintrag:



gesamter Thread: