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Neu auf schwatzgelb.de: Tönnies hat nichts verstanden - und wir? (BVB)

Knolli, Mittwoch, 29.01.2020, 09:51 (vor 2415 Tagen) @ Sascha
bearbeitet von Knolli, Mittwoch, 29.01.2020, 10:00

Ich halte das für mich persönlich so, dass ich den Spieler vom Menschen in den meisten Fällen einfach trenne. Ausnahmen natürlich Leute wie Subotic, wo es ganz offensichtlich ist, dass es sich um einen extrem korrekten Typen handelt.

Dasselbe übrigens bei Künstlern oder Schauspielern. Ich habe mit Sicherheit schon zig Filme gesehen, in denen Schauspieler mit fragwürdigem Weltbild mitgespielt haben, und trotzdem kann ich diese genießen. Weil ich in dem Moment, in dem ich einen Film konsumiere, einzig und allein den Schauspieler und seine Leistung als solchen sehe. Ich liebe beispielsweise auch bestimmte Videospiele ganz explizit wegen deren Soundtracks, von denen ich weiß, dass sie aus der Feder eines bekennenden, japanischen Rassisten stammen. Ich trenne aber das Produkt vom Künstler bzw. vom Mensch hinter diesem. Für mich wird ein audiovisuelles/künstlerisches Produkt nicht von einer Sekunde auf die andere schlecht, weil ich erfahre, dass dessen Schöpfer ein A-loch ist.

Das MUSS man natürlich nicht so machen und ich verstehe jeden, der sagt, er könne dies auch gar nicht. Völlig okay.

Und so kann ich auch Haalands Tore bejubeln und ihn als Spieler, als Sportler, feiern, der für meinen Verein gute Leistungen erbringt. Der Mensch dahinter, mit seinen Fehlern und Ansichten ist mir erstmal ziemlich egal. Werde ihn ja vermutlich niemals persönlich kennenlernen, also warum sollte ich mir dazu eine Meinung bilden? Wenn ich mir bei jedem neuen BVB-Spieler erstmal Gedanken machen müsste, ob ich den auch gut finden darf, würde ich ja durchdrehen.

Und ich finde deshalb auch nicht, dass Haaland sich jetzt irgendwie rechtfertigen oder erklären muss. Das muss er mit sich selbst und seinem Gewissen ausmachen. Es ist doch reichlich naiv zu glauben, dass es sich bei Sportlern bzw. generell bei Leuten in der Öffentlichkeit generell um Leute mit astreinen Ansichten handelt. Glaube, da sind wir alle inzwischen auch ein wenig von Social Media geblendet, wo man sich in eine Bubble aus größtenteils gleichgesinnten begibt und ein wenig verlernt, andere Meinungen bzw. Idioten auszuhalten.


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