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Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Dienstag, 31.12.2019, 13:35 (vor 2441 Tagen) @ Sascha

Da hast Du sicherlich prinzipiell recht, doch bei den größeren Clubs mit Ambitionen schaffen es zumeist nur die absoluten Toptalente auf ‚Mangelpositionen‘ sehr früh in die Startelf. Auch bei Clubs, die gegen den Abstieg spielen, setzt man meist auf ‚Erfahrung‘.

Kimmich hat sich bei Bayern durchgesetzt, weil man ihn als Nachfolger von Lahm auf der Position des RAV gesehen hat. Diese Chance hat er genutzt. Da er mittlerweile im defensiven Mittelfeld spielt, haben die Bayern auf der RAV-Position wieder ein Problem und beschäftigen sich mit einer entsprechenden Neuverpflichtung bzw. es wird diskutiert, Kimmich wieder auf dieser Position spielen zu lassen.
Mit Adrian Fein hatten die Bayern ebenfalls ein großes Talent, sogar aus der eigenen Jugend. Allerdings auf einer zwar sehr wichtigen zentralen Position (defensives Mittelfeld), und dass bei einer ganz anderen Konkurrenzsituation. Fein hätte als 19jähriger keine Chance im Bayernmittelfeld gehabt. Man hat ihn in sehr jungen Jahren an Jahn Regensburg ausgeliehen, dann kurzzeitig in der U23 eingesetzt, um ihn dann zum HSV erneut in die zweite Liga auszuleihen. Dort hat er sich in kurzer Zeit zum Stammspieler und Leistungsträger entwickelt. Mittlerweile stehen die Chancen für ihn gar nicht so schlecht, als ernsthafte Option für das defensive Mittelfeld zu Bayern zurückzukehren.

Auch beim 1. FC Heidenheim erhalten junge Talente aus den Nachwuchsabteilungen größerer Clubs, die auf Leihbasis dort spielen, als Stammspieler Spielpraxis unter einem fähigen Trainer.

Es ist ja nicht so, dass junge Talente bei uns keine Spielpraxis erhalten würden. Es ist unser ‚Geschäftsmodell‘, (sehr) junge Talente von z.T. Topclubs aus ganz Europa zu uns zu holen und ihnen hier Spielpraxis zu geben. Entwickeln sie sich wie erhofft, werden sie zu einem hohen Preis weiterverkauft. Das ist natürlich ein Spagat zwischen erfolgreichem Geschäftsmodell und Ambitionen im nationalen und internationalen Wettbewerb. Es werden sich auch daher immer einige Talente durchsetzen und andere eben nicht. Für Talente, die seit längerem in unserem eigenen Nachwuchs heranreifen, wird es dadurch allerdings umso schwerer, einen Profivertrag zu erhalten und sich dann auch noch im Profikader durchzusetzen. Vielleicht wird Moukoko ein Gegenbeispiel, so wie das Ausnahmetalent Götze ein Senkrechtstarter war.

Gezielte Verleihpraxis könnte hier ein gangbarer Weg für Talente wie Raschl sein. Ein Jahr Spielpraxis unter Frank Schmidt in der zweiten Liga in Heidenheim bringen solche Spieler wahrscheinlich weiter als ‚nur‘ am Training des Profikaders des BVB teilzunehmen. Unsere bisherige Verleihpraxis scheint mir allerdings eher darauf ausgelegt zu sein, ‚überzählige‘ Spieler irgendwie unterzubringen. Verleihen ist bestimmt kein Allheilmittel, aber diese Möglichkeit scheint mir noch nicht optimal genutzt zu werden für junge Talente aus den eigenen Nachwuchs.


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