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Watzke: "Bremens Senat befindet sich auf dem Holzweg" (Fußball allgemein)

schweizer666 @, Schweiz, Donnerstag, 05. Dezember 2019, 01:20 (vor 2 Tagen) @ Torwartfehler
bearbeitet von schweizer666, Donnerstag, 05. Dezember 2019, 01:34

Watzke: "Bremens Senat befindet sich auf dem Holzweg" Watzke kritisiert die Entscheidung des Bremer Senats die Polizeikosten für BL-Spiele an die BL-Vereine weiterzugeben. Ich finde das im übrigen auch nicht zielführend, den die Fans werden die ca. 2 € mehr bezahlen und die Vereine reichen die Kosten weiter. Im Endeffekt wird es immer teurer sich BL-Spiele anzuschauen und die gehen nur 90 Minuten und nicht wie andere Veranstaltungen mehrere Stunden.


Das Problem liegt doch viel tiefer. Die Abwälzung der Kosten auf Veranstalter ist nur Symptombekämpfung. Die Ursachen lässt die Politik weiter unbehelligt wuchern, das wäre ja mit ernsthafter, anstrengender Arbeit verbunden.


Was genau lässt die Politik unbehelligt wuchern?


Die Ursachen dafür, dass es immer noch Menschen gibt, welche Aufgrund vermeidbarer Ausgangslage eine fehlgeleitete Aggressionsbewältigung an den Tag legen und wegen denen es überhaupt solche massiven Sicherheitsaufgebote auf solchen Grossveranstaltungen benötigt.

Es ist seit über 50 Jahren wissenschaftlich bekannt auf welche soziologischen Probleme unsere Gesellschaft zusteuerte. Ist wie mit der Umweltzerstörung, "lassen wir mal so weiterlaufen uns betrifft es ja dann nicht mehr". Wahrscheinlich ist es halt einfacher, sich 50 Jahre lang mit der Definition der Gesellschaft auf Grund fehlender empirischer Erhebungen herumzuschlagen, als mit der eigentlichen Problematik an sich.


Wenn es wissenschaftlich bekannt war, dann gibt es dazu sicherlich eine Studie oder Aufsatz? Bitte etwas genauer, welche Wissenschaftler/Studie hat 1969 die soziologischen Probleme von heute vorausgesagt.

Mein Guter, da zwingst du mich aber ganz schön meine grauen Zellen anzustrengen, ist lange her dass ich mich zuletzt damit (am Rande) beschäftigt habe. Ich mag mich nur noch erinnern dass ich zum ersten Mal im Zusammenhang mit den Frankfurter Soziologietagen 1969 darauf aufmerksam wurde, und in Folge dessen mich kurz mit der "Kritischen Theorie" auseinandersetzte, deren grundsätzliche Denkweise in Max Horkheimers frühen Schriften aus den 1930-er Jahren ihren Ursprung hatte. Vereinfacht formuliert ist ihr Grundgedanke, „dass die Grundform der historisch gegebenen Warenwirtschaft, die inneren und die äusseren Gegensätze der Epoche in sich schliesst, in verschärfter Form stets aufs Neue zeitigt und nach einer Periode des Aufstiegs, der Entfaltung menschlicher Kräfte, der Emanzipation des Individuums, nach einer ungeheuren Ausbreitung der menschlichen Macht über die Natur, schliesslich die weitere Entwicklung hemmt und die Menschheit einer neuen Barbarei zutreibt“.

Den letzten Teil musste ich aus Wikipedia abschreiben da ich mich nur noch an den Kern aber nicht den genauen Wortlaut erinnerte. Wenn man sich mal umsieht treiben wir doch genau wieder darauf zu. Und werden wir auch immer und immer wieder, wenn sich nicht grundsätzlich etwas in unserer Gesellschaft ändert. Klar ist es etwas abstrakt und um viele Ecken rum gedacht. Aber man muss sich doch fragen - ich unterstelle dir jetzt einfach dass du ein ehrbarer und anständiger Mensch bist - würden sich ausnahmslos alle an solchen Veranstaltungen wie du und ich verhalten, bräuchte es kein Sicherheitsdispositiv oder? Allerhöchstens um Parkplatzeinweisung durchzuführen. Also warum geht das dann nicht? Es ist eine gesellschaftliche Frage und Entwicklung, und dafür mache ich direkt unsere Politiker verantwortlich, welche da ja schön mitverdienen am Ursprung (soziale Ungerechtigkeit, fehlende glaubhafte gesellschaftliche Perspektiven etc.) und auch nicht wirklich an einer Lösung der Probleme interessiert scheinen. Meiner Meinung nach drücken sich in unseren Breitengraden die Gewaltausbrüche noch hauptsächlich im Sportumfeld aus, da dort noch das klassische "Wir" Gefühl auftritt. In anderen Ländern brennen regelmässig Autos oder ganze Viertel, die haben bereits schon weiterreichende gesellschaftliche Probleme.

 

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