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Werders Schwäche bei Defensivstandards nutzen (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Samstag, 28.09.2019, 00:47 (vor 2430 Tagen) @ Arel

Ich denke auch, dass bei offensiven Standards für uns etwas möglich ist. In den vergangenen Spielen hat teilweise ja nicht so viel gefehlt, dass zumindest eine gute Chance entsteht.
Noch eine andere Frage: Ich habe erst heute den vierten Teil von Inside Borussia gesehen und da war zu sehen wie Zorc im Gespräch mit dem Chef der Scouting-Abteilung (meine ich) im Vorfeld der Verpflichtung von Brandt diesen als möglichen Verbindungsspieler zwischen Mittefeld und Offensive sehen. Bisher wurde er ja kaum so eingesetzt (außer mit Abstrichen gegen Köln). Du hattest ja neulich schon mal geschrieben, dass du den 8er-Bereich bei uns nicht ausreichend besetzt siehst. Könnte Brandt hier Abhilfe schaffen, wenn er vielleicht besser bei uns in Tritt gekommen ist? Und wäre es nicht auch eine Option ein 4-3-3 mit Brandt und Delaney auf den Halbpositionen zu spielen? Nur so als Gedankenspiel, da ich deine taktischen Einschätzungen immer gerne lese.

Sorry, wenn ich erst spät antworte, bin aber noch nicht so lange wieder zuhause.

Mit dem Ausfall von Hummels fehlt uns sicherlich der gefährlichste Spieler für die entsprechenden Situationen. Am ehesten traue ich persönlich es Delaney zu, diese Rolle zu übernehmen.

Ein/e 4-3-3 - System/Formation hat gegenüber anderen Systemen/Formationen den Vorteil, dass es wohl am besten sämtliche Räume auf dem Spielfeld abdeckt. Das bedeutet aber auch, dass die Abstände zwischen den Spieler größer sind, ganz gleich wie ich dieses System auch interpretiere. In anderen Systemen/Formationen wird bewusst zumindest partiell auf die Abdeckung bestimmter Räume verzichtet, um z.B. im Zentrum eine größere Kompaktheit zu erreichen. Der Vorteil der besseren Raumabdeckung steht somit dem Nachteil größerer Abstände gegenüber, die zu Ballverlusten führen können. Um dies zu verhindern, müssen diese Abstände so gering wie möglich gehalten werden, um auch immer Passoptionen für den ballführenden Spieler zu haben. Gleichzeitig muss ich das richtige Timing für das Öffnen des Spiels haben. Ein klein wenig kann man das mit dem Spielen einer Ziehharmonika vergleichen. Dem Mittelfeld, insbesondere den beiden Achtern kommt dabei eine besonderes Bedeutung zu, da diese Spieler permanent sowohl offensiv wie defensiv denken und agieren müssen. Barcelona mit Busquets, Xavi und Iniesta oder Real mit Casemiro, Kroos und Modric haben z.B. dieses Wechselspiel zwischen Kompaktheit und Öffnen über Jahre hinweg nahezu perfekt praktiziert. Auch bei der deutschen Nationalmannschaft war dies bei der WM 2014 mit Schweinsteiger, Kroos und Khedira der Fall.

Die Frage ist, ob wir in der Lage wären, entsprechend spielen zu können und ob Delaney und Brandt auf den Achterpositionen spielen könnten, mit Witsel auf der Solo-6. Einmal davon abgesehen, dass die Positionierung von Reus oder ungeklärt wäre, hätte ich bei einer entsprechenden Konstellation Bauchschmerzen. Witsel kann ich mir in dieser Rolle aufgrund seiner Ball- und Passsicherheit und seines taktischen Defensivverhaltens sehr wohl vorstellen in der zentralen Position und Delaney als box-to-box - Spieler auf der 8 ebenfalls. Brandt hielte ich auf der 8 in dieser Konstellation für ein Risiko. In der Offensivbewegung traue ich ihm genau diesen Part des Verbindungsspielers zu, er könnte auch in den Zehnerraum vorstoßen und die Offensivspieler entsprechend einsetzen. Aber ihm fehlt nach meinem Eindruck das defensive Denken und die entsprechenden defensivtaktischen skills für diese Position. Man könnte natürlich Delaney als Absicherung für ihn agieren lassen, aber dann würde der Vorteil eines 4-3-3 da absurdum geführt, da er quasi als zweiter 6er spielen würde und Räume ungenutzt blieben bzw. nicht abgedeckt würden.

Es wird öfters darauf verwiesen, dass Bosz bei Leverkusen Brandt habe zentral spielen lassen und dass dies sehr erfolgreich war. Bei genauerer Betrachtung war dies nur möglich, weil Bosz seinen Offensivspielern Brandt und Havertz im wahrsten Sinne des Wortes den Rücken frei gehalten hat. Eine Art 3er-/4er-Kette im Wechselspiel (auf einer der Außen agierte ein Spieler als eine Art wingback, z.B. Weiser) und davor eine beinharte Doppelsechs. Da konnte Brandt gut aus der Tiefe heraus agieren, weil diese Tiefe von anderen Spielern permanent abgesichert war. Ich persönlich würde nicht viel davon halten, wenn wir speziell für Brandt eine solche Absicherung installieren würden und damit unser Spiel komplett ändern müssten.


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