schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
A- A+
schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
Startseite | FAQ | schwatzgelb.de unterstützen
Login | Registrieren

Der Eintracht Frankfurt - BVB - Analysethread (BVB)

Alones, Sonntag, 22.09.2019, 21:40 (vor 2435 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de

Seit der letzten Meistersaison bekommen wir unsere Defensivschwäche nicht mehr in den Griff. Völlig egal, wer da nun in der Verteidigung spielt, man bekommt einfach keine Stabilität rein. Letzte Saison hat man Diallo, Akanji, Witsel & Delaney geholt, um genau diese Schwäche abzustellen. Diese Saison sind noch Hummels & Schulz hinzugekommen. Trotzdem gibt es keinerlei Verbesserung. Im Gegenteil: aktuell wird es sogar noch schlimmer. 7 Gegentore in 5 Spielen sind einfach nur absurd hoch für einen vermeintlichen Meisterschaftskandidaten.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, woran das liegt? Schwer zu beantworten. Aber ich habe schon stark den Eindruck, dass einige Offensivspieler nicht wirklich Lust aufs Verteidigen haben. Es wäre jedenfalls zu billig, die ganze Schuld bei den Abwehrspielern abzuladen. Es fehlt insgesamt die Stabilität und wenn nicht jeder Spieler dazu bereit ist, auch nach hinten mitzuarbeiten, bekommt man eben zwangsläufig irgendwann Probleme. Es fehlt jegliche Balance in unserem Spiel. Hinzu kommt dann noch eine unglaubliche große Standardschwäche, wobei das heute mal kein Faktor war.

Des Weiteren tun wir uns schwer damit, wenn der Gegner körperlich dagegen hält. Bis auf Delaney, Witsel & Hummels ist da niemand dabei, der auch mal einen Zweikampf sucht und versucht seine Mitspieler mitzureißen. Akanji müsste grundsätzlich auch so ein Spieler sein, aber im Moment ist er viel zu fehleranfällig. In diesem Punkt vermisse ich echt die alten Klopp Zeiten, als Spieler wie Bender, Großkreutz oder auch Schmelzer sich wie die Verrückten auf ihre Gegenspieler gestürzt haben. Was mir momentan machen, ist in Schönheit zu sterben. Im Ballbesitz sieht das natürlich schon phasenweise ganz ansehlich aus, aber sobald der Gegner mal etwas robuster spielt, kommen wir damit nicht klar.

Zu guter Letzt konnte man heute wieder die alte Krankheit beobachten, dass man sich nach eigener Führung zurückzieht. Erst einmal schön, dass man überhaupt in Führung geht und nicht ständig einem Rückstand hinterherlaufen muss. Aber das bringt trotzdem nicht sonderlich viel, wenn man danach meint, jegliche Offensivbemühungen einstellen zu können. Wir laden die Gegner regelrecht ein, wieder am Spiel teilzunehmen, anstatt auf das nächste Tor zu spielen. Inbesondere bei Auswärtsspielen lässt sich dieses Verhalten des Öfteren beobachten. Da frage ich mich schon, was das soll? Keine Ahnung, ob es da eine Anweisung von außen gibt oder ob nach einer Führung unbewusst ein paar Prozentpunkte heruntergefahren wird. So oder so, muss man das endlich mal abstellen.

Insgesamt gibt es nicht die eine Antwort für die Probleme in unserem Spiel. Es ist eine Mischung aus fehlender Konzentration, Mentalität (auch mal den eigenen Schweinehund in dreckigen Spielen zu überwinden), taktischen Fehlern und möglicherweise auch eine Qualitätsfrage. Wobei es nicht sein kann, dass wir gegen Gegner wie Barca hochmotiviert spielen und uns dann nicht gegen Union oder die Eintracht 100% motivieren können. Dementsprechend ist die Qualität schon da, aber eben nicht die Konstanz, bzw. der Wille solche Leistungen auch im Ligaalltag abzurufen. Sehr enttäuschend. Denn auch dieses Problem haben wir nun schon seit Jahren.

Zum Schluss noch ein paar Worte zu Favre: Der Trainer hatte jetzt 3 Vorbereitungen Zeit, soetwas wie ein tragfähiges Defensivkonzept zu entwickeln. Das ist ihm bislang nicht gelungen und es gibt wenig Anzeichen dafür, dass sich daran noch etwas ändern wird. Offensichtlich kann oder will die Mannschaft die Anweisungen des Trainers nicht umsetzen. Eine stabile Defensive ist jedoch Grundvoraussetzung dafür, wenn man auch mal wieder Titel gewinnen will. Mit Favre wird uns das wohl nicht mehr gelingen. Schade, denn seine fachliche Fähigkeiten bestreitet niemand. Nur scheint er mit seinen Methoden sowie seinem Ansatz nicht so recht zur Mannschaft zu passen. Leider scheint ihm auch die Flexibilität zu fehlen, etwas an seinem System zu ändern, wenn nötig. Diese Saison wird man jetzt noch mit Favre durchziehen müssen, da ein Trainerwechel kaum zu einer echten Verbesserung führen wird. Nach der Saison scheint es mir allerdings nicht sehr unwahrscheinlich, dass es für Favre nicht weitergeht.


Antworten auf diesen Eintrag:



gesamter Thread:


1575759 Einträge in 16908 Threads, 14397 registrierte Benutzer Forumszeit: 23.05.2026, 22:35
RSS Einträge  RSS Threads | Kontakt | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung | Forumsregeln