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Neu auf schwatzgelb.de: Immer noch Meisterrennen (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Dienstag, 09.04.2019, 19:43 (vor 2695 Tagen) @ BukausmTal

Erfreulich unaufgeregter Beitrag.
Die schlechte Abwehrarbeit bei Standards hat uns (nicht nur) in München sicher einen entscheidenen Schlag versetzt.
Das Slapsticktor beim 2:0 war dann fast schon das endgültige KO.

Und es ist eben nicht so, dass diese Schwäche nicht offensichtlich gewesen wäre. Favre selbst hat darauf hingewiesen, dass man zuviele vermeidbare Tore kassiert habe. Die Frage ist für mich, was konkret im Training unternommen wurde, um diesen Missstand zu korrigieren, ich bin mir sicher, dass daran gearbeitet wurde. Aber da es für jeden sichtbar keinen Erfolg gezeitigt hat, muss hier entweder die entsprechende Intensität im Training gesteigert werden oder gar eine grundsätzliche Änderung her.


Gerade wenn man sich als Mannschaft viel vorgenommen hat und dachte, man könnte das Spiel für sich entscheiden, kann so ein Spiel eine fürchterliche Eigendynamik bekommen, wenn der Plan nach ein paar Minuten direkt zerstört ist.
Die ganzen Diskussionen um Willen und kämpferischer Einstellung gehen am Ziel vorbei. Unsere Mannschaft hat in dieser Saison oft genug bewiesen, dass es an Willen und Einstellung nicht fehlt. Und mit Sicherheit wollte sie auch in München alles geben.

In einem anderen Post hatte ich auf die erste Halbzeit des Hinspiels verwiesen, in der die Bayern uns nicht nur in gleicher Intensität an die Wand gedrückt haben, sondern dies auch fußballerisch taten. Die Bayern waren mMn im Hinspiel spielerisch besser als im Rückspiel. Unsere Mannschaft war den Bayern in dieser ersten Halbzeit deutlich unterlegen. Vieles was man den Spielern nun nach dem Rückspiel vorwirft (was sich insbesondere auf die erste Halbzeit bezieht), hätte man ihnen auch nach der ersten Halbzeit des Hinspiels vorwerfen können. Hat man aber nicht. Weil es eben nicht 0:4, sondern 0:1 zur Halbzeit stand. Das aber nicht, weil die Spieler mit dem Messer zwischen den Zähnen gekämpft hätten, sondern weil die Bayern ihre Chancen schlicht sträflich nicht genutzt haben. Im Rückspiel hatten wir einen gefährlichen Konter, den wir aber nicht verwerten konnten. Im Hinspiel waren es im Prinzip in der ersten Halbzeit auch nur ein wirklich gefährlicher Konter, den aber auch nicht nutzen konnten. Interessant finde ich es dabei, dass die Bayern ihre Torchancen aus dem Spiel heraus kreiert haben (diese aber lediglich einmal nutzen konnten) und unsere Abwehr bei Defensivstandards funktioniert hat. Ich wage etwas provokativ die Behauptung, dass bei einer konsequenteren Nutzung ihrer Torchancen und einer entsprechenden deutlichen Führung der Bayern zur Halbzeit die Kommentare wohl etwas anders gelautet hätten, als es dann tatsächlich der Fall war. Da hieß der Tenor dann in etwa so: ‚Man muss schon zugeben, dass die Bayern in der ersten Halbzeit deutlich besser waren und wir sehr viel Glück hatten‘. Die Chance auf eine zweite Halbzeit, in der man einiges korrigieren konnte, haben wir im Rückspiel nicht bekommen, weil die erste Halbzeit bereist mit einem vorentscheidenden Ergebnis endete. Und das lag eben auch daran, dass wir uns deutlich schlechter bei Defensivstandards verhalten und die Bayern ihre Chancen konsequenter genutzt haben.


Die schlechte Abwehrarbeit bei Standards gehört in den kommenden Wochen auf den Prüfstand. Man muss aber auch bedenken, dass ein Problem, das der fehlenden Zuordnung auch mit den ständig wechselnden Personalsituationen verknüpft ist. Vielleicht fehlt uns für das Ziel der Meisterschaft diese Saison das Glück, von Verletzungen verschont zu bleiben. Wie sollen sich Automatismen entwickeln, wenn sich die Mannschaft oft von alleine aufstellt?

Die wechselnde Besetzung in der Defensive mag bei der Schwäche hinsichtlich der Verteidigung gegnerischer Standards eine Rolle spielen, aber ich glaube eher eine untergeordnete. Es sind ja letztlich immer die gleichen Spieler, die in der Defensive auflaufen, auch wenn der eine oder andere immer wieder ersetzt wird. Bürki beispielsweise spielt immer und trotz seiner Top-Saisonleistung sollte mMn auch sein Verhalten bei Ecken z.B. auf den Prüfstand. Auch erscheint mir unsere Defensivorganisation besonders bei Ecken anfällig, die auf den kurzen Pfosten gespielt werden. Auch das Thema Besetzung der Pfosten sollte diskutiert werden.

Wobei man zum jetzigen Zeitpunkt in der Saison auch nicht alles grundlegend ändern kann. Wenn wir bei Ecken im Raum verteidigen, wird man jetzt nicht einfach so auf Manndeckung umstellen können. Es wird also hauptsächlich darauf ankommen, dass was man tut konzentrierter und damit besser auszuführen. Dabei ist die gesamte Mannschaft gefragt. Warum war z. B. beim Tor von Martínez der Rückraum nicht von uns besetzt? Verteidigung von Standards ist nicht allein eine Angelegenheit der Defensive inkl. Torwart.


Noch sind die Seppels nicht Meister.
Schaffen wir vor den letzten beiden Spieltagen, dass es bei dem einen Punkt Minus bleibt, ist noch alles offen.
Bayern wird auch nicht immer so konzentiert und effektiv spielen wie letzten Samstag.

Es muss uns wurscht sein, wie die Bayern nun ihre Spiele gestalten und welche Ergebnisse sie erzielen. Das können wir nicht beeinflussen. Einzig und allein die Konzentration auf uns selbst ist nun wichtig. Nur wenn wir in jedem Spiel 100% konzentriert spielen und unsere Fehler bei der Verteidigung gegnerischer Standards minimieren, werden wir das Meisterschaftsrennen offen halten können. Wie es dann auch immer enden wird.


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