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Erwin Kostedde (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Freitag, 08.03.2019, 21:24 (vor 2681 Tagen) @ Ulrich

"Erwin Erwin noch einmal, es war so wunderschön." So schallte es gelegentlich von der Süd. Leider kam er später in die Schlagzeilen, weil er eine Spielbank überfallen haben soll. Der" Braune Bomber" kam für 800.000 DM von Hertha BSC.
Er hat es immerhin in die deutsche Nationalmannschaft geschafft.


Hatte einen Aktionsradius wie ein Kanaldeckel. Aber seine Tore hat er gemacht. ‚Erwin ist wieder da’ wurde da öfter skandiert, nach dem Song ‚Tarzan ist wieder da’ von Willem. Otto stand auf ihn. Hat ihn dann später ja noch zu Werder geholt. Erwin wird folgendes Zitat zugeschrieben: „Ich will nie mehr arbeiten, sondern nur noch am Tresen stehen und saufen“...


Ich habe ihn einmal, als er bei Bremen spielte, bei einem Freundschaftspiel bei uns "auf dem Dorf" gesehen. Erwin Kostedde wirkte wie die Nabe an einem Wagenrad. In der Tat null Aktionsradius, aber er verteilte die Bälle rund um sich zu, die Pässe waren die Speichen. Und wenn er attackiert wurde, reichte ein halber Schritt und der (Bezirksliga-)Spieler rutschte ins Leere.

Entweder du hast das Gefühl für Ball und Bewegung, oder die hast es nicht. Man kann vieles erlernen, vieles einüben und durch stetes Training optimieren und perfektionieren - das grundlegende Gefühl für Ball und Bewegung nicht. In den letzten Jahrzehnten ist die athletische Ausbildung der Spieler ständig fortgeschritten und das Spiel wesentlich dynamischer, schneller und laufintensiver geworden. ‚Stehgeiger’ haben im heutigen Fußball keine Chance mehr, Dennoch bleiben die Unterschiece zwischen denjenigen, die den Ball zum Freund haben, und denjenigen, die ihre Stärken in anderen Bereichen haben.


Später, als er beim VfL Osnabrück bzw. danach in Oesede spielte, hat er im Media-Markt in Belm gearbeitet und war dort in der Abteilung für Haushaltsgeräte. Das war aber vor dem Zeitpunkt, zu dem er fälschlich (von einem Schalke-Anhänger?) beschuldigt worden war, einen Raubüberfall begangen zu haben.

Üble Geschichte. Wenn ich mich recht erinnere schlampige Polizeiarbeit. Letztlich kam Kostedde aus der Sache heraus, aber die Angelegenheit hat ihm wohl den endgültigen Tiefschlag versetzt. Vorher hatte er sein gesamtes Vermögen an einen betrügerischen Anlageberater verloren.


Der Mann hatte wohl einen großen Teil seines Lebens unter üblen rassistischen Angriffen zu leiden. Angeblich auch während seiner Zeit beim BVB.

Die Besatzungskinder, wie man sie damals nannte, hatten es bestimmt nicht leicht. Wobei es recht unterschiedlich war, je nach Wohnort und sozialem Umfeld. Ich habe einige kennengelernt in meinem bisherigen Leben. Nicht wenige hatten von Kindesbeinen an Ausgrenzung und Diskriminierung erfahren, andere so etwas wie eine behütete Kindheit erlebt. Letztere haben Diskriminierung auch erfahren, allerdings oft erst im Erwachsenenalter, als sie ihre vertraute Umgebung verlassen haben und woanders hingingen.

Ob Kostedde in seiner Zeit beim BVB Diskriminierungen ausgesetzt war, weiß ich jetzt nicht. Er war allgemein sehr beliebt, was natürlich Diskriminierung nicht ausschließt.


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