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Raus mit Applaus (BVB)

Sascha, Dortmund, Mittwoch, 06.03.2019, 07:27 (vor 2686 Tagen) @ Wickiborusse

Weiss ich auch nicht. Vielleicht Lösungen, die uns in den letzten Spielen abgingen. Das Spiel war doch eine Blaupause gegen Nürnberg und Augsburg. Tottenham hat sich hinten reingestellt und war damit erfolgreich

Ja, natürlich sind sie damit erfolgreich. Weil es einfach extrem schwer ist, gegen eine Mannschaft zu spielen, die sich am eigenen Strafraum einigelt. Da hätte auch der "Brecher" à la Haller gestern nichts dran geändert, weil die Räume total eng sind. Gut, man kann für solche Spiele Jan Koller reaktivieren und stumpf 90 Minuten lang Flanken aus dem Halbfeld reinprügeln, aber auch das garantiert keinen Erfolg.

Gegen defensiv massiv und konzentriert stehende Gegner hat nahezu jede Mannschaft enorme Schwierigkeiten. Selbst die Bayern kriegen es diese Saison oft nur mit Problemen hin, solche Mannschaften zu bespielen und sind weit davon entfernt, Spiele wie gegen Augsburg oder Freiburg so souverän zu gewinnen wie unter Henyckes und Guardiola.

Warum sie es da konnten? Weil sie dafür eben Einzelspieler haben, die qualitativ den absoluten Unterschied ausmachen. Auf links war es Ribery, auf rechts Robben, die dort mit ihren individuellen Qualitäten diese Abwehrblöcke auseinander reißen konnten. Dazu dann zentral mit Thiago ein Spieler, der den Ball auch über große Entfernung punktgenau verteilen kann (so ein Spieler geht uns meiner Meinung nach total ab). Dass sie es diese Saison nur selten schaffen, hängt für mich auch mit Alter und Verletzungsanfälligkeit von Robben, Ribery und mit Abstrichen Coman ab.

Und natürlich hat das große Barca in den Hochzeiten über solche Defensivreihen gelacht, weil Xavi, Iniesta und Messi allein solche Ausnahmefußballer waren/sind, dass sie mit ihrer Spielweise jeden Gegner der Welt aushebeln konnten.Das ist aber ein Qualitätsniveau, das wir aus finanziellen Gründen nie erreichen werden. Insofern werden wir in solchen Spielsituationen immer Schwierigkeiten haben und das Glück des Führungstreffers benötigen.

Was nicht heißt, dass wir es nicht besser machen können. Für mich liegt das Grundübel nicht in der Spielanlage oder dem fehlenden Kopfballungeheuer vorne drin, sondern im Passspiel. Ich komme immer wieder darauf zurück, dass wir uns dort verbessern und schneller spielen müssen. Die Bälle kommen zwar mittlerweile zum Großteil in den Fuß, aber gerade im Aufbau oft viel zu langsam. Wenn der Ball aber nur müde über den Rasen kullert, hat der Gegner immer die notwendige Zeit, sich auch zu stellen. Da muss viel mehr Schärfe rein, um auch mal schnell die Seiten zu wechseln und den Gegner auseinander zu ziehen. Mir fehlen auch Elemente wie schnelle Flankenwechsel. In der Regel wird der Ball auf dem Weg von einer Seite zur anderen von beiden Außenverteidigern, beiden Innenverteidigern und dem defensiven Sechser berührt. Damit lässt man dem Gegner auch zuviel Zeit, sich Meter für Meter richtig zu verschieben.


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