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Die dritte Trainer-Vorstellung in einem Jahr? NATÜRLICH etwas ganz besonderes! (BVB)

CHS, Lünen / Dortmund, Sonntag, 08.07.2018, 16:31 (vor 2948 Tagen) @ horstenberg

Ein ganz guter Artikel. Für mich ist auch völlig offen, wohin der BVB in der nächsten Saison driftet (dass er wirklich gesteuert wird, kann man nur hoffen, daran habe ich aber den Glauben verloren).

Danke für dein Lob, aber deine Standpunkte kann ich nicht teilen.

1. Nach Jürgen Klopp ist in die Trainerfrage keine Ruhe eingekehrt. Wir hatten jetzt ein drei-Trainer-Jahr, wie sie eigentlich nur schlecht gemanagte Clubs haben. Deswegen wird jetzt allgemein Skepsis herrschen, wenn ein neuer Trainer kommt. Die Neugier nimmt von mal zu mal ab.

Nach Klopp kam Tuchel und hat hier zwei Jahre gearbeitet. Nur so zur Einordnung. Wenn du ein Drei-Trainer-Jahr anführst (eigentlich nur ein zwei Trainer-Jahr, aber egal), dann kann ich dir aus eigenem erlebten sagen, es geht schlimmer. Und dabei meine ich noch nicht einmal 2001 mit der Rettung von Sammer und Lattek. Ich sage dazu nur "Vorstand, Trainer, Tippenhauer raus" zu. Oder diverse Spielerrevolten, wo z.B. mal der Trainer und der Vorstand gehen musste, aber der Spieler bleibt.

Ganz nebenbei, wenn an dem Trainer kein Interesse bestanden hätte, warum war das Meidenzentrum voll und warum standen da so viele Kameras?

2. Die BVB-Euphorie ist weg. Klopp hat dem Verein wieder Leben und Seele eingehaucht, jetzt sieht es danach aus: Er hat beides auch wieder mitgenommen. Die Reaktionen hier auf die Götze-Doku zeigen mir deutlich, dass viele mit den Jahren 2011-2014 und insbesondere dem Götze-Abgang nie anständig abgeschlossen haben.

Klopp hat sicherlich vieles gemacht, aber nicht alles. Leben und Seele gab es vorher und danach auch. Er sorgte für gute Entscheidungen und, vor allem, für sportlichen Erfolg. Doch Erfolg ist halt nicht alles, wie man an seinem Nachfolger sehen kann.

3. Das Management zeigt Ermüdungserscheinungen. Watzke und Zorc wissen, dass sie jetzt nicht sooo erfolgreich gearbeitet haben nach dem Klopp-Abgang. Sie stellen gerade den dritten Trainer in einem Jahr vor. Da geht dann nicht viel mehr als Sprechblasen-Absonderung.

Ermüdungserscheinungen gibt es bestimmt. Aber das Problem hast du eben, wenn du zwei bzw. drei Jahrzehnte die Geschehnisse beim BVB lenkst. Und an der PK würde ich die Ermüdung nicht sehen. Immerhin war drei Tage vorher eine PK, wo zumindest zwei da vorne mehr sagen mussten als am Freitag.

4. Allgemein steht zu befürchten, dass das mediale und allgemeine Interesse am Fußball in Deutschland deutlich zurückgehen wird. Zu vielerlei Gründen gesellt sich das Abschneiden Deutschland bei der WM. Dazu ist die Bundesliga heute so langweilig wie nie zuvor.

Da widerspreche ich dir. Interesse war da. In den letzten Jahren gehe ich zwar nicht so häufig zu PKs, aber da sind in der Regel nicht so viele Journalisten wie am Freitag. Ich würde sogar tippen, es waren mehr da als am Dienstag, trotzdem wurde weniger gefragt.

Alles in allem: Die PK-Atmosphäre hat die SG-Redaktion gut beobachtet. Leider spricht einiges dafür, dass es in Zukunft nicht viel besser wird. Hauptsache, im Stadion schmeckt die Currywurst!

Ich habe im Gegensatz schon die Hoffnung, dass sich beim BVB vieles ändern wird. Nur geht das nicht von heute auf morgen. Apropo Currywurst, die gab es nicht im Stadion sondern im Pressebereich, daher mein Bezug dadurch.

Gruß

CHS


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