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Mittelstürmer (BVB)

MisterHit, Montag, 09.04.2018, 16:08 (vor 2832 Tagen) @ Will Kane


Also 1966 war das schon sehr flexibel, was Lothar Emmerich als Mittelstürmer gespielt hat. Multhaup hatte das richtige Händchen für den Traumsturm Held, Emmerich, Libuda. :-)


Da war Emma seiner Zeit aber auch schon deutlich voraus. Längere Zeit noch war das Standardmodell der Nummer 9 doch eher die Kante mit Bumms und/oder Eisenschädel, auch die zahlreicher werdenden Ausnahmen bestätigten diese Regel. Wäre interessant, diesen Traumsturm unter heutigen Bedingungen zu sehen, genauso wie Gerd Müller, Ian Rush oder Kenny Dalglish :-)


Ich weiß gar nicht, ob das tatsächlich generell so war. Legendäre Mittelstürmer wie Sindelar, Kocsis, Vavá oder Charles galten als technisch beschlagen, kombinationsstark, rochierend, auf die Flügel ausweichend und ins Mittelfeld zurückfallend, mitspielend. Den Typus ‚spielender Mittelstürmer‘ hat es immer gegeben. Vielleicht in der einen Fußballkultur mehr, in der anderen weniger. Aber auch Kenny Dalglish war eher hängende Spitze. Bei Gerd Müller lässt man sich vielleicht von der schieren Zahl seiner Tore, seinem Zweikampfverhalten im Strafraum und der Legende vom ‚typischen Müllertor‘ täuschen. In einer Retroanalyse ist einmal herausgearbeitet worden, das ‚kleines dickes Müller‘ stark in das Kombinationsspiel der Bayern eingebunden war und seine meisten Aktionen außerhalb des Strafraums hatte.

Zeitliche Vergleiche sind immer problematisch. Unter „heutigen Bedingungen“ hieße dann auch, dass diese Spieler entsprechend trainiert wären. Gerade Athletik, Fitness, Geschwindigkeit haben sich doch extrem verändert. Das rein Fußballerische nicht, und auch taktisch wird heute nicht alles neu erfunden. In der Fußballhistorie findet sich alles wieder. So wie in der Mode... ;-) Deshalb glaube ich schon, dass diese Spieler auch heute herausragend wären.

Mein fußballerischer Traum wäre übrigens die 58er und 70er Teams Brasiliens unter heutigen Bedingungen... :-)

Ich hatte Gerd Müller, Kenny Dalglish und Ian Rush auch eher als Ausnahmen gemeint. Gerade kleines, dickes Müller wurde und wird ja immer noch unterschätzt; wie Du richtig sagst, war er kombinationsstark und weit mehr als ein Knipser.
Sindelar und Co. habe ich leider nicht mehr live erlebt, ein Großteil meiner fußballerischen Sozialisation hat zudem auf den britischen Inseln stattgefunden und über weite Strecken auch in der 2. und 3.Liga in Deutschland, da war der von mir etwas klischeehaft dargestellte Typus tatsächlich häufig zu finden. Aber im Grunde hast Du natürlich recht, es gab schon früher sehr beschlagene und flexible Stürmertypen (wie es übrigens auch in Schottland sehr lange die Tradition des kombinationssicheren Kurzpassspiels gab, von dem heutige TV-Kommentatoren leider keine Kenntnis mehr haben und stets von kick-and-rush faseln).

Wenn man Mannschaften klonen könnte - Brasilien 70 wäre es wert, die habe ich staunend im TV verfolgt. Westdeutschland um diese Zeit war aber auch nicht zu verachten :)


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