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WAZ Print - Titelstory geneinsames Freundschaftsspiel (BVB)

Ravenga, In der Ruhr liegt die Kraft, Mittwoch, 04.10.2017, 16:43 (vor 3027 Tagen) @ Foreveralone

Wo sieht man sonst soviele Nickelbrillenträger (wtf)? ;-)


Rüttenscheid :O


Scherz, oder korrekt? :-D

Ernst gemeint. Die Spießerdichte im Essener Süden ist wesentlich krasser als im Dortmunder Süden.

Aber ich weiß, was du meinst und damit hast du auch vollkommen recht.


Dann stehe ich mit diesem Beobachtungen nicht alleine da. Wobei zwischen Bochum Essen mehr Gemeinsamkeiten bestehen als zwischen Dortmund und den beiden Städten,

Grob kann man das so sagen.


Ich habe ha irgendwie das Gefühl, die Leute dort sind lebensbejahender als in unserer Bierstadt.

Verallgemeinern darf man meiner Meinung nach nicht, weil es auch innerhalb der Städte große Unterschiede geben kann. Mal kurz in Stichworten, wie ich das sehe:

Dortmund:
- riesiges Stadtgebiet, deshalb große Lücken zwischen den jeweiligen Vororten und damit auch zur einzig ernstzunehmenden Nachbarstadt Bochum. Umgeben von vielen Satellitenstädten, in denen um 20 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt werden. Dortmund wirkt alles in allem schon recht provinziell, deshalb ist der Vorwurf, Dortmund sei im Grunde gar kein Ruhrgebiet mehr, in gewisser Hinsicht nicht zu 100% falsch. Richtig ist er aber auch nicht.
- Dortmund City ist vom Nachtleben her tot, die Sperrstunde richtet (alternative) Clubs und Kneipen reihenweise zu Grunde. Sowas gibt's in Bochum und Essen nicht. Nach Dortmund kommen vor allem Leute vom Land (Sauerland, Soester Börde, Münsterland) zum Feiern, was sich bemerkbar macht. Dazu tut die Stadt wirklich alles, um auch der letzten alternativen Veranstaltungen das Licht auszuknipsen...
- quasi Bandidos-Monopol als Türsteher (regt mich mit am meisten auf)
- deutliche Nord-Süd-Trennung durch die A40/B1: Der Norden ist eher ärmer, der Süden eher reicher, mit Ausnahmen.
- für eine Stadt mit Uni erstaunlich wenig studentisches Flair.

Bochum:
- kleines Stadtgebiet, welches zwar eng bebaut ist und in andere Städte übergeht, aber auch komplett verbaut ist. Verkehrstechnisch ist Bochum eine einzige Katastrophe!
- Nachtleben existiert ebenso wie alternatives Nachtleben. Ohne die ganz fetten Locations, aber mit 10 Mal mehr halbwegs bezahlbaren Läden als Dortmund.
- Türsteher okay, wechselnde Security (vom böse dreinblickenden Glatzkopp bis zum Studenten).
- weniger stark ausgeprägte Nord-Süd-Unterschiede. Die gibt's auch, aber durch das kleine Stadtgebiet und die RUB kommt das nicht so zur Geltung. Okay, vielleicht in Stiepel.
- stark studentisch geprägte Stadt.

Essen:
- großes Stadtgebiet, welches aber verkehrstechnisch ganz gut verbunden ist, aber hier unterscheiden sich Essen-Nord und -Süd schon deutlich voneinader: Während der Norden sehr dicht bebaut ist, findest du im Süden große Lücken zwischen den Stadtteilen, was aber teils auch so gewollt ist. Es fahren im Gegensatz zu Dortmund Straßen- und U-Bahnen über die Stadtgrenzen hinaus. Im Norden geht Essen nahezu nahtlos in GE/Bottrop/Oberhausen über. Verkehrstechnisch wirklich angenehm, sicher aber auch seiner zentralen Lage im Ruhrgebiet geschuldet.
- sehr abwechslungsreiches und vielfältiges Nachtleben, das eigentlich für jeden Geschmack und Geldbeutel mehrere Alternativen bietet. Viele kleine Kneipen mit familiärer Stimmung (besucht das Felis in Essen-City nähe Kreuzeskirche!!! Kann ich nur wärmstens empfehlen), keine Sperrstunde und Kioske en masse. Zum Weggehen ein Paradies, verglichen mit Dortmund.
- Türsteher größtenteils "Normalos", eigentlich alle, die ich bisher erlebt habe, waren sehr entspannt und locker. Sicher nicht überall, aber kein Vergleich zu Dortmund!
- ganz krasse Nord-Süd-Unterschiede! Die A40 macht aus Essen eigentlich zwei sehr unterschiedliche Städte. Der oft verschmähte Essener Norden ist eigentlich Ruhrpott pur mit vielen tollen Menschen, bei denen man sagen würde "typisch Ruhrpott", aber eben auch in seiner negativen Seite. Im Süden wird's dann schöner, nicht so "verrotzt", aber eben auch sehr abgehoben. Die Kioskdichte ist im Essener Süden z.B. deutlich kleiner als im Norden und Rüttenscheid ist so das Ausgehviertel der Werdener Schickeria, aber zugegeben, ich bin dort auch ab und zum Feiern.
- studentisches Leben ist nicht sooo krass offensichtlich wie in Bochum, aber für eine Stadt dieser Größe ein angemessenes studentisches Flair.

Das ist so das südlich-mittlere Ruhrgebiet, im nördlichen Ruhrgebiet sieht das wiederum ganz anders aus. Aber kein Wunder, dass viele junge Leute in Dortmund frustrierter sind als in Bochum oder Essen. Dortmund ist was das Nachtleben angeht absolut tot.


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