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Neu auf schwatzgelb.de: Leitlinien der Nutzung der Videotechnologie (BVB)

stfn84, Köln, Freitag, 22.09.2017, 07:59 (vor 3072 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de
bearbeitet von stfn84, Freitag, 22.09.2017, 08:02

Lieber Max,

ich zähle mich zu den Kritikern des Videobeweises. Und das obwohl ich ein großer Freund des gerechten Wettbewerbs bin. Vielleicht bin ich es sogar genau aus diesem Grund.
Du stellst fest, dass die Ergebnisse in der Bundesliga nun gerechter geworden sind. Klar ist: Es gab einige Eingriffe des Videoschiedsrichters, die vollkommen zu Recht erfolgt sind und damit Fehlentscheidungen des Unparteiischen überstimmen konnten. Zum gleichen Zeitpunkt gab es aber auch klare Fehlentscheidungen des Videoschiedsrichters. Weiterhin gab es Spiele, in denen die Videotechnik gar nicht oder nur teilweise zur Verfügung stand. Entsprechend ist die generelle Aussage nicht zutreffend, dass der Videoschiedsrichter in den ersten Saisonspielen zu mehr Gerechtigkeit geführt hat.

Die von Dir aufgestellten Leitlinien widersprechen sich in meinen Augen. Einerseits soll das Spielleiterprinzip gelten, wodurch die Autorität des Schiedsrichters gestärkt wird. Andererseits soll dieser in kniffligen Szenen lieber alles weiterlaufen lassen, damit der VAR im Zweifel eingreifen kann. Wenn der Schiedsrichter aber zum Ferngesteuerten wird, büßt er Autorität ein.
Zudem liegt es im Wesen des Videoschiedsrichters, dass er klare Fehlentscheidungen überstimmt.
Dies ist nicht näher definiert, eines der großen Probleme des VAR.
In meinen Augen können mit klaren Fehlentscheidungen nur jene gemeint sein, die mindestens 90:10, eher aber 100:0 Entscheidungen sind. Foulspiele/Handspiele die man auch anders entscheiden kann, würden entsprechend nicht durch den VAR überstimmt werden können.
Sowohl in die eine als auch andere Richtung stellt das ein großes Problem dar!

Wenn man Deiner Leitlinie "für den Spielfluss" folgte, würden nur noch die 100%-igen (womöglich auch 90%-igen) Elfmeter gepfiffen. Elfmeter á la Robben 2012, RL9 2017 dürfte es dann nicht mehr geben. Da das aber der Großteil der gepfiffenen Elfmetern ist, bliebe die Pfeife eben fast immer stumm. Genau so wäre das natürlich bei Foulspielen rund um den Strafraum.
Diese Leitlinie würde auch das Wesen des Fußballspiels verändern, da der Schiedsrichter im Grunde nur noch als Marionette des VAR im Stadion ist.

Der Videoschiedsrichter im Stadion? Ernsthaft? Was ist der Vorteil?
Ich sehe darin einen immensen Nachteil, da der VAR sich von der Stimmung auf den Rängen anstecken lassen könnte.

Der von Dir geäußerte Wunsch nach mehr Transparenz für Stadionbesucher stütze ich. Sie wird allerdings nicht kommen.

Im Gegensatz zu Dir sehe ich viele Probleme beim VAR und bin nicht der Meinung, man möge jetzt bitte alles hinnehmen. Kritik muss erlaubt sein, vor allem, da es aktuell dilettantisch angewendet wird!

Mir missfällt es, dass in Köln zwei klare Elfmeter nicht gegeben werden, während aus einer weniger eindeutigen Szene in (beispielhaft) GE ein Elfmeter resultiert.
Der Videoschiedsrichter führt eine weitere Sicht ein, aber nicht automatisch zu mehr Gerechtigkeit. Vielmehr ist die subjektive Entscheidung des Schiedsrichters am Bildschirm als weitere Entscheidungsebene zu verstehen. Es wird, auch nach der Schärfung der Kriterien, keine 100% gleichverteilte Anwendung der Regeln geben. Das was mich heute einen Elfmeter kostet, wird im nächsten Spiel laufen gelassen. Foulspiele die in Hamburg zu einem Elfmeter führen, werden in Berlin gar nicht geahndet.
Entsprechend ist der Videobeweis zwar etwas weniger ungerecht als das aktuelle System, führt aber eben nicht zu genereller Gerechtigkeit. Dies beziehe ich übrigens explizit auf die glasklaren, 100%-igen Fehlentscheidungen! Ich erwarte nicht, dass der Videoschiedsrichter ALLE Fehler des Schiedsrichters bereinigt.

Ein weiteres Problem des VAR, beispielhaft verdeutlicht:
Ein Einwurf wird fälschlicherweise zugesprochen, es handelt sich um eine klare Fehlentscheidung - daraus resultiert unmittelbar ein Eckball/Freistoß/Elfmeter, aus dem wiederum ein Tor resultiert. Das wäre ein ungerechtes Tor, da es aus einer klaren Fehlentscheidung hervorgeht.


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