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Wie viel Risiko verträgt der BVB? (BVB)

Bembele, Münster, Freitag, 18.08.2017, 19:44 (vor 3071 Tagen) @ horstenberg

Daher würde es mich extrem freuen, wenn Bosz mit seinem Offensiv-System Erfolg hat. Das steht und fällt aber mit extrem disziplinierter und taktisch supersauberer Aufgabenteilung der Verteidiger und der Gesamt-Verteidigungsleistung der Mannschaft. Ich hoffe sehr, dass uns das nicht überfordert, zumal das Gegenrezept auf dem Tisch liegt (früher bekannt unter "Kick and Rush", heute heißt das "Pressingräume schnell überbrücken").

Neben den verletzten Spielern könnte das System (und vielleicht nicht nur anfangs) zum Problem werden. Bosz läßt ja offenbar mit jeder Mannschaft gern das Offensivpressing spielen, ganz abgesehen vom Spielermaterial. Und das ist schon problematisch, denn dafür benötige ich die Mischung aus intelligenten, schnellen, zweikampfstarken und technisch versierten Spielern. Wenn ich die nicht auf dem Feld habe, ganz abgesehen vom Eingespieltsein, dann fällt es selbst für sogenannte schwächere Gegner dann bei einfachen BVB-Ballverlusten nicht allzu schwer, den Ball in die ja weithin freie BVB-Hälfte zu chippen, mit 1-2 schnellen Spielern (hat jede Mannschaft) hinterherzulaufen und Konter zu fahren und mal erfolgreich abzuschließen, so wie es der BVB letzte Saison in Ingolstadt, in Frankfurt, in Bremen, in Mainz und in Darmstadt erfahren mußte. Tuchel hat deshalb ja in der 2 Saisonhälfte ein Stückweit Abstand genommen, vor allem auswärts, vom starken Offensivpressing in Gegners Hälfte und hat den Gegner auch oft mal kommen lassen, so dass der BVB mal selbst freien Raum in Gegners Hälfte hat nutzen können. Der Nachteil des permanenten Offensivpressings ist auch, dass das sehr kraftraubend ist, somit die Verletzungsanfälligkeit im Laufe der Saison bei Dreifachbelastung (wie schon bei Kloppo) zunehmen wird. Selbst Leipzig, obwohl nur in der Bundesliga aktiv, mußte dem Pensum in der Rückrunde Tribut zollen.
Und wenn man presst, benötigt man neben guten, schnellen Verteidigern und Mittelfeldspielern aber vor allem kreative, sehr ballsichere Mittelfeldspieler (vor allem zwischen den Linien)und ballsichere Angreifer, da es ja schließlich in des Gegners Hälfte eng zugeht, da sich nahezu alle Spieler dort tummeln. In der vorletzten Saison lief das sehr gut, denn mit Mkhitaryan (über 20 Torvorbereitungen, letzter und vorletzter Paß) und Gündogan waren zwei Spieler dabei, die sehr stark im Eins zu Eins-Spiel waren, so dass, wenn sie 1-2 Gegner auf engstem Raum überspielt hatten, andere frei wurden und zum erfolgreichen Torabschluß kamen. Und in der letzten Saison schlüpften vor allem Dembele und Kagawa aber auch teilweise Guerreiro und Pulisic in deren Rolle, waren Anspielpunkte, die auch angespielt werden konnten, wenn sie mit dem Rücken zum Tor standen/liefen. Durch ihre Ballsicherheit konnten sie sich wenden und Haken schlagen, den Ball eng am Fuß dabei, und somit direkt Zug auf das gegnerische Tor bringen. Von dieser Qualität hat der BVB jetzt am Anfang der Saison als fitte Spieler nur Kagawa und Pulisic mit Abstrichen Castro zur Verfügung, bei Philipp und Dahoud muß man abwarten. Alle anderen Offensivspieler wie Reus, Schürrle, Auba, teils auch Castro können, wenn sie sich mit dem Rücken zum gegnerischen Tor anbieten, den Ball meist nur immer zurück prallen lassen Richtung eigene Hälfte, also kein Raumgewinn. Bei Reus, Schürrle und Aubameyang springen diese oft scharf zugepaßten Bälle darüber hinaus ab und zu 1-2 m weg, so dass dadurch teure Ballverluste entstehen (z.B. in Darmstadt, bei Benfica). Wenn der Tuchel also, wie z.B. letzte Saison in Frankfurt mit einer Ausnahme (Götze, war da allerdings noch nicht spritzig genug) nur Spieler aufstellte (Weidenfeller, Piszczek , Sokratis, Ginter , Schmelzer, Weigl, Castro, M. Götze, Ramos, Schürrle, Aubameyang), die kaum Chancen im 1 : 1 – Dribbling haben, und schon gar nicht mit dem Rücken zum Tor erfolgreich angespielt werden können, dann ist das Pressing zum Scheitern verurteilt, da es für nicht begnadete Techniker viel zu eng in Gegners Hälfte ist und sich somit zu viele Ballverluste und Konter ergeben. Erst als dort mit Dembelé ein Kreativspieler kam, wurden in Frankfurt Chancen herausgespielt. Wenn etwa Bayern München ohne Ribery und vor allem ohne Robben spielen muß, haben sie dieselben Probleme, kreieren kaum Torchancen gegen kompakte Teams. Der Unterschied der Punktausbeute bzw. des Punkteschnitts von Bayern mit und ohne Robben ist da sehr deutlich.
Fazit: Will man pressen, brauche ich neben in der Rückwärtsbewegung schnellen Spielern (da könnte es mit Sahin und Dahoud Probleme geben) mindestens 2 halbwegs gute Kreativspieler ansonsten sollte der BVB sich zumindest auswärts variabel präsentieren, auch mal kompakter hinten reinstellen und auf Konter setzen, da die schnellen Spieler (Auba, Pulisic) dann den Ball in den freien Raum und somit in den Lauf gespielt bekommen können.


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