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sehr amüsant zu lesen (BVB)

Sascha, Dortmund, Samstag, 29.07.2017, 13:55 (vor 3091 Tagen) @ Gargamel09

Ich bin alles andere als ein Tucheljünger, bin aber tendenziell der Meinung, dass sein Ansatz der taktischen Variabilität grundsätzlich der richtige Weg gewesen wäre. Neben den zwischenmenschlichen Schwierigkeiten wollte er aber in meinen Augen zu schnell zu viel und war dabei zu kompromisslos. Wenn ich sechs verletzte Spieler habe, die absolute Kandidaten für eine Stammelf sind, kann ich von einer ziemlich zusammengewürfelten Mannschaft nicht zusätzlich noch verlangen, dass sie im Spiel zwischen vier, fünf taktischen Varianten hin und her switchen kann. Vielleicht haben wir dafür auch zu viele Spieler, die für unterschiedliche Spielarten gut sind, aber jeweils immer nur für eine.

Nehmen wir zum Beispiel mal Aubameyang. Er hat unbestritten eine super Saison gespielt und ist verdient Torschützenkönig vor Lewandowski geworden. Trotzdem halte ich Lewandowski mannschaftstaktisch für wertvoller. Wenn man das Spiel dominieren wird, kann man ihn in Ballstafetten einbeziehen, um die gegnerische Abwehr auseinander zu spielen - und natürlich ist er dann auch ein hervorragender Mittelstürmer. Spielt man dann aber Champions-League gegen gleichwertige Gegner, kann man sich auch tiefer zurück ziehen und Lewandowski als Prellspieler nehmen, der lange Bälle fest macht und hält, bis man aufgerückt ist. Auba kann in dieser Situation fast nur den Kopf einziehen und hoffen, dass der Ball dem gegnerischen Abwehrspieler durchrutscht, um seine Schnelligkeit auszuspielen. Das Festmachen war eher eine Fähigkeit von Ramos, das hat man sehr gut beim Heimsieg gegen die Bayern gesehen. Dafür war er spielerisch zu limitiert für unser Ballbesitzspiel.

Aber ganz grundsätzlich finde ich den Ansatz sehr gut, den Gegner immer wieder vor neue Aufgaben zu stellen. Bei Bosz bin ich eher skeptisch, ob es ihm gelingt, sowohl Ballbesitz, als auch Pressing parallel auf einem hohen Niveau einzuspielen. Und selbst wenn das funktioniert, weiß ich nicht, ob man diesen Ansatz kräftemäßig über eine komplette Saison mit Dreifachbelastung durchziehen kann. Wenn das nur mehr oder weniger halbgar umgesetzt kriegt, dann reicht das vielleicht in Israel oder auch noch in der Ehrendivise, aber auf Bundesliganiveau sieht dass dann wirklich so aus wie unter Klopp im letzten Jahr.

Ich glaube dabei nicht, dass wir abschmieren, dafür sind wir individuell zu stark. Und für die erneute CL-Qualifikation wird es wohl auch reichen. Aber ich bin eher skeptisch, dass das wirklich eine Saison wird, die vom fußballerischen Ansatz richtig Spaß macht und eher aus vielen "Pflichtsiegen" besteht.


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